Kartenspielverlust

09.10.2014
Wenn das Display nur noch Card Error zeigt, könnte die Speicherkarte der Digitalkamera defekt sein. Oder auch nicht. Wir geben Tipps.

Bei SD-Karten ist das manchmal ganz einfach: Wenn der kleine Schiebeschalter in der falschen Position steht, wird der Schreibschutz auch ungewollt aktiviert. Aber leider lässt sich nicht jeder Schreibfehler so einfach lösen.

Ein Datenverlust erst recht nicht. Gestern waren die Bilder doch noch da! reicht als Argument nicht wirklich. Was sollte man machen und meist noch viel wichtiger: was sollte man nicht machen, wenn die Datensätze nicht mehr lesen sind.

Der Anfang

Wenn die Speicherkarte anfängt zu zicken, sollte man keine weiteren Daten mehr auf die beschädigte Karte schreiben. Quelle: Kesberger

Death is not the end. Zumindest wenn man cool bleibt. Wenn die Speicherkarte anfängt zu zicken, ist es erste Fotobürgerpflicht, keine weiteren Daten mehr auf die beschädigte Karte zu schreiben.

Allein deshalb lohnt sich die Ersatzkarte in der Fototasche allemal. Solange Sie dabei nichts auf die Karte schreiben, können Sie auch durch Versuche mit anderen Kameras unterwegs testen, ob nicht doch Ihr Fotoapparat für die Aussetzer verantwortlich ist.

Hardware-Defekte können selbstverständlich auch an der Karte selbst auftreten. Manchmal reicht da schon der Griff zum Wattestäbchen. Wenn das mit Alkohol getränkt wird, lassen sich damit die Kontaktflächen der Karte reinigen.

Mit einem Antistatiktuch verhindert man Aufladungen beim Putzen, die sogar die Speicherschaltkreise im Karteninneren beschädigen können.

Kombinationsfragen

Nicht jeder Aussetzer beim Speichern weist zwangsläufig auf einen Kartendefekt hin. Quelle: Kaiser Fototechnik

Wobei nicht jeder Aussetzer beim Speichern auch zwangsläufig auf einen Kartendefekt hinweist. Manchmal stimmt einfach die Kombination nicht.

Wer in seine topmodernen Fuji X-T1 mit UHS-II-Schnittstelle ein ältere Speicherkarte steckt, wird bei schnellen Serien die Kamera regelmäßig zum Absturz bringen und seine Bilder ins Nirwana trudeln lassen – ohne dass die Karte dauerhaften Schaden nimmt.

Da hilft dann wirklich nur die Unterbrechung der Stromversorgung, sprich die Öffnung des Akkufachs, aber aus Kartensicherheitsgründen sollte man diese Notwehroperation sonst möglichst vermeiden und nicht zu früh starten.

Erste Hilfe

War die Putzkolonne erfolglos, kommen die nächsten Schritte. Der erste Ansatz ist meist der Gang zum Kartenlesegerät und dem heimischen Rechner.

Lassen sich die Daten überspielen und die Bilder so retten, kann aufgeatmet werden. Vielleicht lässt sich sogar die Karte durch eine Neuformatierung wieder dem geregelten Fotodienst zugeführt werden.

Aber wer das Vertrauen zu seiner Speicherkarte einmal verloren hat, wird ihr kaum wertvolle Bilder mehr gönnen.

Rettungskräfte

Hilft das nicht und ist das Datenkind in den Brunnen gefallen, gibt es zahlreiche Tools im Netz, die aktiviert werden können, um die Bits und Bytes wieder stramm stehen zu lassen. Mit Recuva kommt man Schritt für Schritt den Bildern wieder näher.

Auch Easeus Data Recovery Wizard Free Edition, PC Inspector File Recovery, Card recovery pro oder PC Inspector File Recovery können nützliche Helfer sein. Wenn nicht, dürfen die Datenrettungs-Service-Dienstleister mit Ihrer Speicherkarte Geld verdienen.

Aber Vorsicht bei ganz wichtigen Dateien: Missglückte Selbstversuche können auch dem Profi das Retten erschweren.

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