Kalibriert und für gut befunden

30.09.2010
Ein guter Bildschirm lässt sich kalibrieren – warum das wichtig ist, erklärt ein Blick auf die Farbräume. Dann ist auch das Kalibrieren kein Hexenwerk.

Warum kalibrieren?

 Quelle: Christiane Schubert Pixelio


Quelle: Christiane
Schubert (Pixelio) Farbe ist nicht gleich Farbe – ein Bildschirm hat einen anderen Farbraum als eine Druckmaschine und ein und derselbe Farbton kann bei unterschiedlicher Beleuchtung ebenfalls einen ganz anderen Eindruck hinterlassen. Um verlässlich über Farbe sprechen und mit ihr arbeiten zu können, müssen die unterschiedlichen Ein- und Ausgabegeräte auf einen Nenner gebracht werden. Diese Aufgabe übernimmt das Farbmanagement, in dessen Rahmen auch die Monitore kalibriert werden müssen.

Wie kalibrieren?

 Quelle: Datacolor


Der Abgleich verschiedener Geräte erfolgt über Profile, die man selbst mit entsprechenden Hilfsmitteln erstellen kann. Die Profile beschreiben die jeweiligen Besonderheiten des Monitors. Kalibriert wird mit einem Messgerät, auch Colorimeter genannt, und der passenden Software. Diese Programme leiten Schritt für Schritt durch den Kalibrierungsprozess, so dass Fehler und der Aufwand minimiert werden. Wichtig: Auch ein einmal kalibrierter Bildschirm „verliert“ im Laufe der Zeit an Genauigkeit, so dass der Messvorgang regelmäßig wiederholt werden sollte. Farbstiche und Leuchtkraftverluste werden so dauerhaft vermieden.

Welche Systeme sind zu empfehlen?

Datacolor offeriert unter dem Namen Spyder eine ganze Produktfamilie zur Monitor-Kalibrierung. Besonders schnell kann man das mit der Variante Express erledigen, die für 85 Euro netto zu haben ist. Mehr Funktionen bietet die Pro-Version für 125 Euro. Auf Fotografen abgestimmt ist das Programm Spyder3 Elite für 175 Euro – alles Preise, die sich auszahlen. Eine Alternative sind die Systeme von X-Rite, zum Beispiel Eye-One Display 2, das etwa auf den gleichen Preis kommt wie Spyder3 Elite. Eine weitere Möglichkeit bietet der Anbieter Basiccolor mit Display 4 für rund 100 Euro, Folgelizenzen sind günstiger. Alle Produkte sind uneingeschränkt empfehlenswert. Je mehr man investiert, desto komfortabler funktionieren die Messgeräte. Das teuerste Gerät bringt beispielsweise einen Assistenten mit und ermöglicht die Steuerung der Schwarz-Weiß-Luminanz – diese Features fehlen bei günstigeren Systemen.

Von RGB nach CMYK

 Quelle: Wikicommons


Monitore nutzen den RGB-Farbraum, gedruckt wird jedoch in CMYK. Beide Farbräume sind nicht deckungsgleich, daher müssen Farben, die in einem Farbraum nicht darstellbar sind, umgerechnet werden. Das passiert mit Hilfe von sogenannten Rendering Intents. Von ihnen gibt es vier: perzeptiv, Sättigung, relativ farbmetrisch und absolut farbmetrisch. Beim perzeptiven Verfahren bleibt die Beziehung der Farbwerte des Ausgangs-Farbraums erhalten. Der Farbraum wird so lange komprimiert, bis die Farbwerte des Quellmediums in diejenigen des Zielmediums passen. Diese Anpassung wird nicht linear vorgenommen, sondern die gesättigten Bereiche werden für ein ausgewogenes Ergebnis stärker komprimiert. Dies kommt dem menschlichen Sehen entgegen. Bei der Methode „Sättigung“ wird darauf geachtet, dass vor allem die Sättigungswerte erhalten bleiben, oft jedoch auf Kosten der Farbtöne. Bei der farbmetrischen Umwandlung werden nicht darstellbare Farbwerte dagegen so abgeschnitten, dass sie auf dem Rand des Zielfarbraums dargestellt werden können. Bei der Methode „relativ farbmetrisch“ werden die Farbwerte ausgehend vom Weißpunkt berechnet, „absolut farbmetrisch“ bezieht den Einfluss der Papierfarbe mit ein – dies ist jedoch nur bei Proofs zu empfehlen.

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