Kalenderfotos

19.09.2019
So ein Monatskalender ist eine Herausforderung. Rund 30 Tage Aufmerksamkeit sind dem Fotografen oder der Fotografin sicher. Da will man sich ja nicht blamieren.

Der moderne Mensch wird tagaus tagein vom Smartphone gelenkt. Vielleicht ist die Freude am Bildkalender ja gerade deshalb nicht kleinzukriegen?

Auf einem Bildkalender stehen einfach keine Termine drauf und zeitliche Orientierung liefert er trotzdem. Und eine kurze Pause vom hektischen Alltag – wenn man bei den Fotos das ein oder andere beachtet.

Dieses Foto wurde am Neujahrstag aufgenommen, wenn das Jahr noch unbeschrieben leer vor einem liegt. Quelle: Andreas Kesberger

Übers Jahr

Da kommt man aus dem Urlaub zurück, hat wunderschöne Fotos mit der neuen Kamera gemacht und will seine Mitmenschen damit beglücken. Ein Bilderrahmen ist zwar schön, aber vielleicht ein bisserl übergriffig. Außerdem sieht dann ja keiner, wie viele tolle Fotos man hat.

Auch Kalender folgen ihren Gesetzen. Sie wollen uns durch das Jahr begleiten, aber dann sollen sie uns auch etwas vom Jahr erzählen. Ein Kalender mit Landschaftsfotografien oder Städtebildern, wo man sich nicht wenigstens vorstellen kann, dass auch Fotos im Winter aufgenommen wurden, funktioniert nicht.

Sicherlich erwartet niemand Schnee in Lissabon, aber der Sommerlook das ganze Jahr irritiert dann doch. Aber das ist ja auch ein wunderbarer Grund, das ganze Jahr über öfter mal zu verreisen.

Ein Foto mit Sonne, Meer und kurze Hosen – das muss der Sommer sein. Quelle: Andreas Kesberger

Die Familie

Wenn man mal zusammenzählt, wieviel Onkel, Tanten, Omas und Opas zusammen kommen, die das Werden und Wachsen der eigenen Kinder mit Begeisterung verfolgen, da lohnt sich schon schnell der Kalender im Digitaldruck, anstatt der endlosen Klebeaktion kurz vor Weihnachten, wenn man eh keine Zeit hat vor lauter Weihnachtsfeiern und Krippenspielen.

Ein paar Häkchen auf der Geschenkeliste hat man dann auch auf einmal weg. Damit aber das Aussuchen zum Jahresende nicht in Arbeit ausartet, empfiehlt es sich schon das ganze Jahr über einen Kalenderordner anzulegen.

Man könnte natürlich auch mal ordentlich verschlagworten in einer noch ordentlicheren Bilddatenbank, aber das gehört wohl ins Reich der guten Vorsätze. Und die kommen immer erst, wenn der Kalender schon fertig ist.

Für nächstes Jahr reicht der Ordner und für die Monate, in den man mit der Kamera nicht so aktiv war, muss man wohl doch das Smartphone durchwühlen. Wenn man die Kalender gut aufhebt, sieht man die Kinder, Enkel, Nichten auch wunderbar wachsen, selbst wenn man mal wieder keine Zeit für ein Album oder Fotobuch hatte.

Auch immer wieder gern gesehen – ein Herbstbild. Also raus jetzt mit der Kamera!Quelle: Andreas Kesberger

Drinnen und draußen

Fotografien, die draußen spielen, haben den Nachteil, dass man ihnen die Jahreszeit oft ansieht. Dem kann man sich auch einfach entziehen, in dem man sich ganz andere Themen für einen Kalender sucht.

Food-Fotografie kann da ein wunderbarer Ansatz sein. Essen ist zwar jahreszeitlich grundiert, aber heutzutage finden sich ja das ganze Jahr über Erdbeeren. Die schmecken zwar außerhalb der Saison nicht, aber zum Fotografieren reicht es.

Oder man findet einen ganz anderen Kalenderdreh. Vor Jahren erschien einmal ein Kalender, an dem für jeden Tag ein Lebensmittel fotografiert war, dessen Haltbarkeitsdatum genau an dem Tag ablief. Wenn das Jahr rum ist, kaufen wir nur noch frische Sachen.

Was zeigen wir nur vom Dezember, wird doch viel zu früh dunkel? Aber ein kleiner Weihnachtsengel geht immer.Quelle: Andreas Kesberger

Form und Form

Dass nur unsere besten Fotos in einem Kalender etwas zu suchen haben, versteht sich. Schließlich muss der Betrachter den ganzen Monat darauf gucken. Oder er verbannt ihn in den Hobbykeller.

Wer sich unsicher ist, ob ein Bild den Test besteht, hängt es am besten vorher mal im Büro für ein paar Wochen auf. Danach ist man schlauer.

Technische Qualitäten setzen wir genauso voraus. Wer guckt schon gern 31 Tage lang auf ein unscharfes, verrauschtes Bild – außer die Unschärfe hat was zu erzählen, zum Beispiel über die Bewegung. Dann muss natürlich die Papier- und Druckqualität stimmen. Und da der Kalendermarkt vollgestopft ist, wollen wir, ob kommerziell oder privat, auch da hervorstechen.

Warum nicht mal ein anderes Format wählen. Horst Harman hat vor 30 Jahren mit seinen Hochformatpanoramen von New Yorker Wolkenkratzern ein ganz neues Genre geschaffen. Da fällt uns doch bestimmt auch was ein? Könnte nur sein, dass dann die Beschenkten nächstes Jahr wieder nach einem neuen Kalender fragen...

Bäume sind hoch, folglich sollte man einen Kalender mit Baumbildern vielleicht auch mal im Hochformatpanorama zeigen. Nur sieht man dann den Wald nicht mehr vor lauter Bäumen...Quelle: Andreas Kesberger

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