Intel-Macs früher

23.11.2005
Erste Modelle von Macintosha mit Intel-Prozessor sollen bereits im Januar verfügbar sein - Konsumer-Geräte mit besserer Leistung.

Die Verkaufszahlen der PowerBooks und iBooks gehen bei Apple stark zurück. Die neuen Modelle brachten nichts wirklich neues und die meisten Anwender warten auf den schnelleren Intel-Prozessor, der für Juni 2006 angekündigt wurde. Nun plant das Unternehmen Gerüchten zufolge eine Offensive und will bereits im Januar 2006 die ersten MacIntel auf den Markt bringen - ein PowerBook und ein iMac sollen es werden. Kein Wunder, denn der neue Dual-Core Yonah-Prozessor soll deutlich mehr Leistung erbringen, als der PPC von IBM. Damit, so Steve Jobs, wird das Jahr 2006 ein neues 1984 werden - die Wiedergeburt des Macintosh!

Ursprüngliche Planungen

Im vergangenen Juni ließ Apple-Chef Steve Jobs eine wahre Bombe platzen. Vor der versammelten Entwicklergemeinde offenbarte er auf der World Wide Developer Conference die Unternehmenspläne, Macintosh-Rechner zukünftig auf Intel-Prozessoren laufen zu lassen. Man sei bereits seit fünf Jahren dabei, Mac OS X parallel sowohl auf IBMs PowerPC-Prozessoren als auch auf Intel-Prozessoren zu entwickeln. Die Portierung der einzelnen Anwendungen sei ebenfalls kein Problem, so dass man für Juni 2006 die ersten Rechner-Modelle erwarte. Bis Ende 2007 sollte es dann keinerlei PPC-Architektur mehr bei Apple geben. Begründet wurde diese Planung damit, dass IBM nicht die gewünschte Leistungssteigerung erbringen könne. Gerüchte aber besagten auch, dass IBM die Xbox 360 von Microsoft bei der Belieferung mit Prozessoren bevorzuge und Steve Jobs sich deshalb zu diesem Schritt entschloss.

"Die Seele ist das Betriebssystem"

Bei der Vorstellung des ersten Intel-Prototypens meinte Steve Jobs denn auch, dass man "nicht still stehe" und "mehr als der Prozessor und mehr als irgendwelche Hardware-Innovationen, die wir auf den Markt bringen, ist die Seele eines Macs das Betriebssystem." Mac OS X lief bereits im Juni 2005 hervorragend auf einem Intel-Prozessor und auch von den mit den Prototypen wenig später ausgestatteten Entwicklern hörte man nur Gutes über die Betriebssystem-Umgebung. Einziger Hemmschuh der Markteinführung eines Intel-Macintosh war deshalb bislang zum einen das Warten auf Intels neuesten Prozessor "Yonah" und die Umprogrammierung der zahlreichen auf dem Mac laufenden Anwendungsprogramme, wie Adobes Creative Suite oder andere wichtige Anwendungen.

Intel-Macs in den Startlöchern

Doch die erste Hürde scheint genommen zu sein: Intels Pentium-M mit zwei Prozessor-Kernen, auch "Yonah" genannt, soll Anfang 2006 erscheinen. Ersten Informationen zufolge soll er den bisherigen Stromverbrauch halten und dabei von intelligenten Stromsparmechanismen verwaltet werden. Durch die Anhebung des Bustaktes von 533 MHz auf 667 MHz bei einem Prozessortakt von 2,33 GHz wird der Dual-Core Pentium-M "Yonah" wesentlich leistungsfähiger. Die beste Voraussetzung für Apple also, den MacIntel zusammen mit Yonah als besten Beweis für dessen Leistungsfähigkeit auf den Markt zu bringen. "Extrem zuverlässigen Quellen" zufolge, wie es die Gerüchteseite AppleInsider mitteilte, soll der erste Mac auf Intel-Basis deshalb bereits am 9. Januar 2006 auf der MacExpo in San Francisco vorgestellt werden.

Wer wird als erster den Intel-Prozessor bekommen?

Welcher Mac allerdings als erster den Intel-Prozessor erhalten soll, darüber herrscht noch weitgehend Unklarheit. Sicher scheint zu sein, dass ein Mobilgerät dazugehören wird, da deren Verkaufszahlen stark zurückgehen. Grund hierfür ist das Warten der Nutzer auf einen Laptop, der ebenso schnell oder schneller als die G5 PowerMacs sind und noch dazu weniger oder gleich viel Strom verbraucht. In Aussicht auf die neuen Mac-Intels haben sich deshalb viele, die sich ein neues PowerBook anschaffen wollten, für das Warten entschieden. Neben einem neuen PowerBook ist aber auch laut ThinkSecret ein Intel-iBook im Januar möglich. Dabei nimmt die Gerüchteseite sogar an, dass die Preise um "200 US-Dollar und mehr" gesenkt werden und im Design an den iPod angeglichen werden, um Windows-Nutzern den Switch zu erleichtern und Dell und anderen PC-Anbietern ein deutliches Signal zu vermitteln. Nachdem ThinkSecret bereits auf Grundlage derselben Quellen beim iPod photo und Mac mini ins Schwarze getroffen hatten, ist deshalb ein iBook mit Yonah-Prozessor im Januar nahezu sicher. Unklar jedoch ist, ob die Konsumer-Geräte mit einem Single- oder Dual Core-Prozessor, der schneller als die jetzigen G4 PowerBooks wäre, ausgestattet werden.

Konsumer-Desktop-Geräte mit Intel-Prozessor?

Neben den Mobilgeräten sollen im Januar aber auch die beiden Konsumer-Desktop-Geräte iMac und etwas später auch der Mac mini mit einem Intel-Prozessor an den Start gehen, glaubt man den Gerüchteküchen. Denn für diese Geräte seien nicht nur die Portierungsarbeiten der Programme wie iLife und anderer Consumer-Software abgeschlossen, sondern die Entwicklungsarbeiten liegen ebenfalls gut im Zeitplan. Zunächst erwarten die Medien jedoch den iMac, der äusserlich keine Veränderungen erhalten soll und mit einem Yonah-Prozessor ausgestattet wird. Dies widerspricht jedoch ersten Meldungen, nach denen der iMac mit der für das zweite Quartal 2006 angekündigten Desktop-Variante des Yonah namens "Sossaman" ausgestattet wird. Apple scheint daher den Zeitplan mit einem anderen Prozessor nach vorne zu ziehen. Etwas später, im Frühjahr 2006, soll es dann auch den Mac mini in der Intel-Variante geben.

Ein gutes Stück voraus

Sollte an den Gerüchten wirklich etwas dran sein, dann vollbringt Apple im Januar mit der Einführung der Intel-Macs ein wahres Glanzstück. Denn das Unternehmen ist damit kurz nach dem Weihnachtsgeschäft nicht nur seinen eigenen angekündigten Plänen weit voraus, sondern wird das Quartal mit weiteren starken Umsätzen nochmals toppen. Zwar gibt es bis dahin noch einige Unwägbarkeiten zu umschiffen, wie das Problem Windows nicht auf Mac-Intels laufen zu lassen, doch Anwender wie Analysten werden sich über den vergleichsweise schmerzlosen Wechsel von einer auf die andere Plattform freuen. Vielleicht war Apples Ankündigung im Juni 2005 aber auch nur ein guter Marketing-Trick und das Unternehmen wusste bereits zu diesem Zeitpunkt, dass man schneller als angekündigt die Portierung zu bewerkstelligen in der Lage ist. In diesem Fall bleibt einem nur den Hut zu ziehen vor soviel Geschäftssinn, den Steve Jobs wieder einmal beweist. Denn dieser hat das Jahr 2006 bereits als neues 1984 angekündigt, in dem der Macintosh eine Wiedergeburt erleben wird!

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