Ideenfindung leicht gemacht

07.06.2007
Ob Mind Map, Kopfstandtechnik oder Zufallsmethode: Moderne Kreativitätstechniken lassen sich einfach anwenden und helfen den Gedanken schnell auf die Sprünge

Jeder Kreative kennt das Problem - die zündende Idee bleibt aus. Egal, ob es darum geht, neue Einfälle zu finden oder Schwierigkeiten bei bestehenden Projekten aus dem Weg zu räumen: Kreativitätstechniken helfen dabei, festgefahrene Pfade zu verlassen und neue Lösungen zu entdecken. Die bekannteste Kreativitätstechnik ist das Brainstorming, bei der gemeinsam in der Gruppe nach neuen Denkansätzen und Ideen gesucht wird. Es gibt jedoch auch Ideenfindungs-Techniken für Einzelne.

Die lang ersehnte Lösung?

Manche Probleme lösen sich von selbst, andere lassen einen schier verzweifeln: Jeder Mensch weiß, wie es ist, sich bei der Ideen- und Lösungsfindung im Kreis zu drehen. Man hat das Gefühl, auf der Leitung zu stehen und ständig auf die gleichen, unnützen Gedanken zu kommen - nur nicht auf den richtigen Einfall. In dieser Situation helfen Kreativitätstechniken dabei, die Suchrichtung zu erweitern und gedankliche Blockaden zu lösen. Oft findet sich am Ende die lang ersehnte Lösung.

Mind Maps sortieren Gedanken

Zu den bekanntesten Kreativitätstechniken, die man auch alleine ausführen kann, zählt die Mind Map oder "Gedankenkarte". Um eine Mind Map zu erstellen, schreibt man das zentrale Thema auf die Mitte eines Blatt Papiers. Alle Informationen, die irgendwie zum Thema gehören, werden nun rings um das Hauptthema aufgeschrieben und mit Haupt- sowie Nebenästen daran angeschlossen. Auf diese Weise werden die Gedanken gesammelt und gleichzeitig sortiert. Es ist auch möglich, mit verschiedenen Farben zu arbeiten, um eine zusätzliche Gliederung zu erreichen.

Gedankenkarten am Computer

Es gibt spezielle Softwareprogramme, mit denen sich Mind Maps am Computer erstellen lassen. Das hat gegenüber dem Aufschreiben auf Papier den Vorteil, dass die Gedanken immer wieder neu gruppiert oder gestrichen werden können. Auch die Formatierung mit verschiedenen Farben funktioniert am Rechner besonders einfach. Viele Mind Map-Werkzeuge können außerdem Internetseiten in der Gedankenkarte direkt verlinken, so dass ein Klick darauf sofort zur gewünschten Webseite führt. Entsprechende deutsche Tools werden von verschiedenen Firmen, zum Teil auch als Freeware oder kostenlose Testversion, angeboten. Eine Übersicht findet sich hier.

Vor- und Nachteile von Mind Maps

Mind Maps sind gut dafür geeignet, Ideen zu sammeln und sie gleichzeitig zu strukturieren. Durch die räumliche Anordnung sind sie übersichtlich und schnell zu überblicken, solange sie nicht zu große Informationsmengen ordnen sollen. Mind Maps lassen sich darüber hinaus leicht aufbewahren und bei Bedarf ergänzen. Allerdings können sie meist nur von der Person genutzt werden, die sie auch erstellt hat, denn andere können mit den Begriffen in der Regel nicht viel anfangen. Das gilt vor allem dann, wenn Farben oder andere Gliederungsinstrumente eingesetzt werden, deren Funktion sich nicht spontan erschließt. Sobald es darum geht, viele Informationen aufzulisten, werden Mind Maps außerdem unübersichtlich.

Kreatives Schreiben

Eine weitere, eng mit der Mind Map verwandte Kreativitätstechnik, ist das Kreative Schreiben oder Clustering. Ausgehend vom zentralen Begriff wird assoziiert, und zwar von einem spontanen Einfall zum nächsten, bis eine ganze Assoziationskette entsteht. Der Begriff am Ende hat meistens nicht mehr viel mit dem Ausgangsbericht zu tun. Interessant wird es dann, wenn die ersten Ideen für Verbindungen zwischen den assoziierten Wörtern aufkommen. Wie das Clustering in der Praxis funktionieren kann, sehen Sie hier.

Semantische Intuition

Auch die Kreativitätstechnik der semantischen Intuition beruht auf der Verknüpfung von Worten. Allerdings wird hier nicht wie beim Clustering eine Assoziationskette gebildet, sondern es werden lediglich zwei Wörter miteinander verbunden. Diese beiden Wörter sollen aus dem Umfeld des Problems beziehungsweise Themas stammen. Anschließend wird überlegt, was sich hinter dieser neuen Wortkombination verbergen könnte. Nimmt man zum Beispiel Begriffe aus einer Küche wie "Topf" und "Rühren", so könnte daraus ein "Rührtopf" entstehen, der seinen Inhalt selbstständig umrührt. Die semantische Intuition ist wie in diesem Beispiel vor allem zum Finden neuer Produktideen geeignet. Allerdings ist der Streuverlust hoch, da viele Wortkombinationen keine logischen Begriffe liefern. .

Auf den Kopf gestellt

Um Gedankenblockaden zu lösen, eignet sich neben Mind Mapping, Clustering und der semantischen Intuition auch die Kopfstandtechnik. Keine Angst: Wer das Verfahren nutzen möchte, muss nicht sich, sondern die Aufgabenstellung auf den Kopf stellen. Die Frage heißt dann beispielsweise nicht mehr: "Welchen Service könnte ich meinem Kunden anbieten?" sondern: "Welchen Service könnte mein Kunde mir anbieten?". Die Antwort könnte lauten: "Er könnte mir frische Brötchen mitbringen". Diese Antwort wird dann wieder zurück auf den Kopf gestellt: "Wir könnten dem Kunden frische Brötchen anbieten". Die Lösung auf die Frage lautet also: Wir könnten als zusätzlichen Service für die Kunden, die zu uns in die Firma kommen, einen kostenlosen Imbiss bereitstellen. Mit etwas Glück kann das Umkehren der Fragestellung zu ungewöhnlichen, neuen Impulsen führen. .

Der Zufall als Ideenbote

Manchmal reicht es aber nicht aus, einfach die Fragestellung umzukehren, um neue Gedanken zu entwickeln - manchmal hilft nur noch der pure Zufall. Bei der Zufallstechnik werden beliebige Wörter oder Bilder als Anregung für die Lösung verwendet. Das Zufallselement soll Ideen liefern, auf die man bei der Betrachtung des Problems nicht gekommen wäre. Je nachdem, aus welchen Quellen die beliebig ausgesuchten Wörter oder Bilder stammen, wird die Zufallsmethode auch als Katalog- oder Lexikonmethode bezeichnet. Das Verfahren ist im Ablauf sehr einfach und kann überraschende Gedanken produzieren, vorausgesetzt, die Phantasie ist da, einen Zusammenhang zwischen den Impulsen aus dem Lexikon und dem Problem zu schaffen.

Aus der Bahn geworfen

Wenn selbst die Zufallstechnik bei der Ideenfindung nicht hilft, lohnt es sich, die Provokationsmethode anzuwenden: Sie stellt alle Gedanken, die bisher zu einem Problem gefunden wurden, in Frage. Damit soll sie vor allem der "Betriebsblindheit" vorbeugen. Die "mentalen Provokationen" sind dabei jedoch nicht als Aussagen gemeint, die wahr oder falsch sein können. Vielmehr sollen sie dazu anregen, sich mit dem "Was wäre wenn?" zu beschäftigen. Ein Beispiel: Aus der mentalen Provokation "Die Lehrlinge unterrichten ihre Ausbildungsmeister" könnte die Idee entstehen, dass die Azubis kleine Vorträge halten müssen, um nachzuweisen, dass sie das Gelernte verstanden haben. Wie bei vielen anderen Kreativitätstechniken besteht der Vorteil darin, dass die Provokationstechnik ungewöhnliche Ansätze liefert. Oft sind die Provokationen allerdings sehr weit von der Wirklichkeit entfernt - einen Versuch ist es aber gerade bei verfahrenen Problemen wert.

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