Hitzefrei für Arbeitnehmer

13.08.2015
Schüler kennen es: Wenn es zu heiß wird, bekommen sie hitzefrei. Doch können Arbeitnehmer auch hitzefrei bekommen?

Heiße Temperaturen an die 40 Grad, der Körper ist am Rande der Leistungsfähigkeit angekommen – es ist schlicht zu heiß.

Schüler genießen hitzefrei, wenn das Thermometer zu hoch klettert. Doch was ist eigentlich mit Arbeitnehmern? Haben Arbeitnehmer ebenfalls ein Recht darauf, dass ihr Chef sie bei hochsommerlichen Temperaturen nach Hause schickt?

Der Arbeitgeber ist in der Pflicht

Befasst man sich mit dem Thema Hitzefrei für Arbeitnehmer, so lohnt sich ein Blick in die Technische Regel für Arbeitsstätten.

Das Bürgerliche Gesetzbuch bleibt eher vage und schreibt dem Arbeitgeber nur vor, dass er seine Arbeitnehmer gegen Gefahr für Leben und Gesundheit zu schützen hat, in dem er die Räume entsprechend einrichtet.

Die Technische Regel für Arbeitsstätten in der Version ASR A3.5 geht etwas weiter und beschreibt die verbindlichen Pflichten, die Arbeitgeber beispielsweise an heißen Sommertagen haben.

Wenn es zu heiß wird, bekommen Schüler hitzefrei. Doch können Arbeitnehmer auch hitzefrei bekommen? Quelle: Steve Buissinne / Pixabay

Die Ampelregelung zählt

Die Technische Regel für Arbeitsstätten ist dreigeteilt: Ab einer Temperatur von 26 Grad Celsius muss der Chef hitzemildernde Maßnahmen einleiten, ab 30 Grad soll er vor der Hitze schützen. Ab 35 Grad darf der Arbeitsplatz nicht mehr genutzt werden.

Ganz wichtig: Diese Grad-Angaben gelten für die Temperatur am Arbeitsplatz, nicht im Freien! Des Weiteren muss der Einzelfall beachtet werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es schon bei niedrigeren Temperaturen nicht mehr zumutbar sein, der Arbeit nachzugehen, beispielsweise bei minderjährigen Auszubildenden, Schwangeren oder Älteren.

Schutzmaßnahmen

Zu den Schutzmaßnahmen, die der Arbeitgeber ab einer Temperatur von 30 Grad am Arbeitsplatz treffen muss, zählt unter anderem ein effektiver Sonnenschutz. Das können zum Beispiel Sonnenschutzvorrichtungen zur Beschattung von Fenstern sein.

Des Weiteren sollte der Chef elektrische Geräte, die nicht benötigt werden, ausschalten und für eine ausreichende Lüftung, durch Ventilatoren oder eventuell durch eine Klimaanlage, sorgen.

Er kann den Angestellten zudem anbieten, die Arbeitszeit flexibler zu gestalten, so dass sie in den frühen Morgen- oder späteren Abendstunden arbeiten können, in denen es nicht so heiß ist.

Der Einsatz von Wasser ist dagegen mit Vorsicht zu genießen: Die Schutzmaßnahmen dürfen die Luftfeuchtigkeit in den Büroräumen nicht zusätzlich erhöhen.

Arbeitsstopp

Versagt der Arbeitgeber beim Erfüllen seiner Pflicht, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen, dürfen die Arbeitnehmer ab einer Temperatur von 35 Grad am Arbeitsplatz selbst handeln – und nach Hause gehen.

Dabei ist der Chef verpflichtet, weiterhin Lohn zu zahlen. Viel besser ist es jedoch, wenn es gar nicht erst dazu kommt.

Verantwortungsvolle Arbeitgeber, denen das Wohl ihrer Mitarbeiter am Herzen liegt, sorgen rechtzeitig für Linderung, finden kreative Lösungen – oder schicken ihre Angestellten von selbst dort hin, wo es kühler ist.

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