Himmelblau und rosarot

04.04.2013
Darf oder muss Design Frauen und Männer unterschiedlich ansprechen? Die neue Forschungsrichtung Gender Design gibt Antworten.

In der heutigen Zeit sind wir bestrebt, Frauen und Männer möglichst gleich zu behandeln, auch beim Design. Aber funktioniert das überhaupt? Oder empfiehlt es sich vielmehr, die Kampagnen genauer auf die Zielgruppen auszurichten und dabei entgegen dem Zeitgeist sogar Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu machen? Damit befasst sich Gender Design.

Was ist Gender?

 Quelle: Thommy Weiss Pixelio.de


Quelle: Thommy Weiss
(Pixelio.de) Im Unterschied zum biologischen Geschlecht Mann oder Frau meint Gender das soziale Geschlecht. Darunter versteht man die kulturellen und sozialen Interpretationen der Begriffe männlich und weiblich. Gender ist demnach veränderbar und verändert sich auch laufend je nachdem, welche Wert- und Moralvorstellungen, welche Traditionen, Handlungen oder Strömungen in einer Gesellschaft gerade vorherrschen.

Geschlechtloses Design?

Viele Eigenschaften, Formen und Farben sind in unserer Gesellschaft mit den Attributen männlich und weiblich besetzt. So werden runde Formen eher dem weiblichen Geschlecht zugeschrieben, eckige dem männlichen. Schon bei Produkten für Säuglinge symbolisiert die Farbe Rosa Mädchen, die Farbe Blau Junge. Wenn Designer darauf achten wollen, ein möglichst geschlechtsloses Design zu erstellen, sollten sie sorgfältig prüfen, ob sie nicht doch unbewusst in solche Klischeefallen tappen.

Klare Unterschiede?

 Quelle: Katrin Schindler Pixelio.de


Quelle: Katrin Schindler
(Pixelio.de) Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit den Unterschieden zwischen den Geschlechtern umzugehen: Designer können versuchen, sie zu egalisieren, sie für ihre Zwecke zu nutzen oder einen Mittelweg zu gehen. Frauen verfügen heutzutage über mehr Geld als in der Vergangenheit, weshalb Werbekampagnen auch gezielt Frauen ansprechen wollen. Die große Gefahr bei diesem Ansatz besteht darin, dass Frauen das zu überzeichnet finden und sich nicht mit dem Rollenbild, das ihnen die Werbung vorlebt, identifizieren. Allerdings bleiben Geschlechtslose Kampagnen dagegen oft beliebig.

Gendersensibles Design

Ein eleganter Weg, um im Design Unterschiede deutlich zu machen, ohne Frauen und Männer auseinanderzuhalten, besteht darin, andere Aspekte in den Vordergrund zu rücken. Hier kann man beispielsweise bewusst mit den Gegensätzen gängiger Klischees arbeiten und statt Rennfahrern Rennfahrerinnen vorstellen, statt Arzthelferinnen einen Arzthelfer. Geht es um Autos werden inzwischen oft nicht gezielt Männer oder Frauen angesprochen, sondern generell Familien und ältere Menschen. Klischees sorgen zwar regelmäßig für Aufmerksamkeit, sind oftmals aber nicht erwünscht Sensibilität dem Thema gegenüber schon.

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