Handlettering - Was hat es damit auf sich?

11.04.2019
In der heutigen Zeit, in der vieles digital aufgenommen wird, schnelllebig und anonym ist, ist eine persönliche Note noch wichtiger geworden. Seit längerem ist daher das Handlettering gerade in der kreativen Branche in Mode gekommen.

Nicht nur im privaten Bereich als Zitatverschönerung oder Kartengestaltung werden die individuell gezeichneten Schriftzüge gesehen, sondern finden oft auch in der Logogestaltung ihre Verwendung.

Der Unterschied zwischen Lettering und Kalligrafie

Oft werden die Begriffe in einen Topf geworfen und nicht deutlich genug voneinander abgegrenzt, was unter anderem auch zu Missverständnissen führen kann.

In der Kalligrafie geht es ums Schönschreiben. Gerade im asiatischen Raum hat sie eine jahrtausendalte Tradition. Als es den Buchdruck noch nicht gab, wurden Texte in dieser Form weitergegeben, sozusagen schön niedergeschrieben. Dabei geht es immer darum etwas fließend schön zu schreiben, und das mit Feder oder Pinsel und Tusche.

Beim Lettering schreibt man nicht, sondern zeichnet Schrift kunstvoll und bedient sich dabei nicht nur des Pinsels oder Feder und der Tusche, sondern hat viel mehr Werkzeuge zur Verfügung, wie zum Beispiel Bleistift, Fineliner oder Gelstifte.

Das Ergebnis eines Letterings ist eher wie eine Art Illustration zu sehen, weshalb es auch oft für die Logogestaltung eingesetzt wird. Dabei geht es also weniger um lange Texte, sondern eher um Worte, Zitate oder Schriftzüge.

Quelle: Estee Janssens / Unsplash

Die unterschiedlichen Lettering-Begriffe

Unter den Begriff Lettering fallen Begriffe wie Hand-, Brush- und Bouncelettering.

Auch die „Faux Calligraphy“, also falsche Kalligrafie, fällt darunter. Sie imitiert genau dieses Schönschreiben der Kalligrafie.

Man zeichnet zum Beispiel ein Wort mit Bleistift vor und fährt danach die Formen mit bspw. einem Fineliner nach, legt Parallelstriche an und hat am Ende dünne und dicke Linien, als wäre es mit einem Pinsel gemalt worden.

Im Brushlettering arbeitet man mit Pinsel oder einem Pinselstift und erzielt einen ähnliches Ergebnis wie bei der falschen Kalligrafie, nur in „Echt“ in einem Schwung.

Beim Bouncelettering hingegen gibt es keine Grundlinie, so dass die Buchstaben mal weiter oben mal weiter unten angeordnet werden.

Und das Handlettering bietet von allen am meisten Spielraum, denn den Werkzeugen sind hier keine Grenzen gesetzt. Es geht einfach darum, etwas mit der Hand zu zeichnen, was genauso gut im Urlaub am Strand passieren kann. Am Ende sollte es nur lesbar sein.

Quelle: Paul Stollery / Unsplash

Wo findet man Letterings?

Man findet die handgemalten Buchstaben überall dort, wo man einen individuellen Charakter zeigen möchte. Denn das Tolle am Lettering ist, dass die Buchstaben, wie auch bei einem Logo, passend zum Projekt gezeichnet und konstruiert werden.

Geht man durch die Stadt, trifft man immer häufiger auf Beispiele: ob beim Café um die Ecke, dessen Schaufenster mit einem individuellen Schriftzug gestaltet ist, oder in der individuell gestalteten Speisekarte des Restaurants in der Nachbarstraße.

Auch die Angebotstafel der Lieblingsbäckerei weist vielleicht mittlerweile handschriftlich aufgezeichnete Angebote auf. Oft fällt da auch der Begriff der „Blackboard Artists“, die wie früher die Schilder verschönern und diesen einen persönlichen und individuellen Charakter verleihen.

Was braucht man für das Lettering?

Man braucht einen Hauch an Vorstellungskraft, die Gabe, Ideen weiter zu entwickeln und eine Vorliebe für Malen und Zeichen. Damit ist die Mixtur auch schon fast fertig: die Werkzeuge kommen noch dazu. Und am Ende kann man das Ergebnis noch immer am Computer vektorisieren und korrigieren.

Die Werkzeuge sind also im Lauf des Werdeprozesses ganz unterschiedlich. Die Idee eines Letterings kann zum Beispiel als Skizze mit Kugelschreiber auf einer Serviette entstehen oder mit einem Bleistift auf dem Notizblock, was mit Fineliner im Späteren nachgezeichnet wird.

Auch wenn es hier darum geht, etwas mit der Hand zu zeichnen, kann die Skizze genauso auf einem Smartphone oder Tablet mit Stift digital entstehen.

Heutzutage wird es einem einfach gemacht, überall dort, wo man Ideen hat, mit der kreativen Umsetzung zu starten.

Quelle: Will Paterson / Unsplash

Vorteile von Lettering allgemein

Etwas Gezeichnetes wirkt echter, individueller und auch persönlicher als ein konstruierter Font am Computer.

Der selbst gestaltete Schriftzug hat immer eine persönliche Note. Es passt nicht zu allem, nicht zu jeder Dienstleistung, aber gerade dort, wo Individualität oder der persönliche Kontakt groß geschrieben werden, kann es auch großartig wirken.

Im Internet stehen einem eine Vielzahl an Angeboten, Lettering-Workshops, Lektüren zu diesem Thema oder Grafiker und Gestalter, die einem den Einstieg in das Thema einfach machen, zur Verfügung.

Es gibt auf jeden Fall eine Menge an Inspirationen für das eigene Loslegen - Viel Spaß dabei!

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