Gut behütet

29.09.2011
Eine von Edward de Bono entwickelte Kreativitätstechnik führt über einen außergewöhnlichen Ansatz zu neuen Ideen: Sechs Hüte sind das Herzstück der Theorie.

Kein alter Hut!

Wer sich dem Sechs-Hut-Denken nähern möchte, muss erst einmal eines tun: symbolisch sechs Hüte bereitstellen. Jeder Hut verkörpert eine bestimmte Denkrichtung. Nacheinander setzt man sich nun, ebenfalls symbolisch, einen der Hüte auf und nimmt so die Denkrichtung ein, für die er steht. Das Ziel ist es, ein Problem aus verschiedenen Blickwinkeln und mit unterschiedlichen Ansätzen anzugehen. Man distanziert sich damit auf Zeit von der eigenen Sichtweise und entwickelt neue Perspektiven.

Kleine Hutkunde

 Quelle: S. Hofschlaeger Pixelio.de


Quelle: S. Hofschlaeger
(Pixelio.de) Kernstück der Kreativitätstechnik sind die sechs Hüte: ein weißer, ein roter, ein schwarzer, ein gelber, ein grüner und ein blauer. Wer sich den weißen Hut aufsetzt, nimmt einen objektiven und neutralen Standpunkt zu dem Problem ein. Er sammelt zunächst nur die Informationen, die rund um den Sachverhalt entstehen. Die persönliche Meinung rückt in den Hintergrund, was zählt, sind die Fakten. Ganz im Gegensatz dazu verkörpert man mit dem roten Hut die eigene Meinung und das eigene Empfinden. Jegliche Gefühlsregungen dürfen ohne Wertung zugelassen werden. Eine Mittelstellung nimmt der schwarze Hut ein: Mit ihm auf dem Kopf darf man sachliche Argumente geltend machen, die negativ wirken – zum Beispiel Zweifel, Risiken, Bedenken.

Das zweite Trio

Der gelbe Hut steht dagegen für die positiven Eigenschaften des Problems. Wo kann man Pluspunkte sammeln, wo tun sich Chancen auf? Mit diesem Hut werden alle Aspekte symbolisiert, die für ein Projekt sprechen. Frische Ideen kann man entwickeln, wenn man den grünen Hut trägt. Wer ihn auf dem Kopf hat, schaut über den Tellerrand hinaus und entwickelt neue Ansätze und verrückte Ideen – alles ist erlaubt. Der letzte Hut in der Runde, der blaue, versinnbildlicht dagegen Kontrolle und Organisation. Hat man sich diesen Hut angezogen, wahrt man eine Distanz zum Problem oder Projekt und schaut von oben herab auf das Gesamtbild. Hier werden einzelne Puzzlestücke zusammengefügt.

Hütchenspiele

 Quelle: Simone Hainz Pixelio.de


Quelle: Simone Hainz
(Pixelio.de) Wer alleine mit dem Sechs-Hut-Denken arbeitet, kann sich nacheinander die sechs Hüte „aufsetzen“ und so verschiedene Perspektiven einnehmen. In einer Gruppe kann man die Rollen sogar verteilen: Dann setzt sich jeder einen Hut auf und verkörpert die entsprechende Sicht der Dinge. Diese Rollen kann man wechseln. Am besten protokolliert jemand dabei das Gesagte oder das Rollenspiel wird auf Video aufgenommen. So kann man anschließend die Ergebnisse dokumentieren.

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