Grundbegriffe der Typografie

31.07.2008
Wie selbstverständlich werden in der Typografie fest verwurzelte Fachbegriffe verwendet. Ein Blick hinter die Kulissen: Was bedeuten Wörter wie „Dickte“, „Punze“ und Co.?

Bisweilen kommt man sich in der Typografie vor wie in einem anatomischen Seminar: Es wimmelt von Begriffen wie „Achselhöhe“, „Fleisch“, „Ohr“ oder „Schulter“. Hinzu kommen Wörter wie „Dickte“, „Punze“ und „Serife“. Diese Fachtermini bestimmen in der Regel die einzelnen Bereiche und Bestandteile eines Buchstabens.

Achselhöhe

Die Höhe eines Zeichens vom Kopf bis zum Fuß nennt man auch Achselhöhe.

Dickte

Die Breite eines Schriftkegels wird als Dickte bezeichnet. Im Englischen heißt sie „width“. Die Dickte umfasst die Breite des Zeichens selbst, sowie das Fleisch vor und hinter dem Zeichen. Schriften, bei denen jedes Zeichen dieselbe Dickte besitzt, nennt man dicktengleich.

Fleisch

Der freie Raum um das Schriftzeichen herum trägt den Namen Fleisch. Ohne das Fleisch würden sich zwei benachbarte Zeichen berühren. Das Fleisch ist nicht druckend. Je größer es ist, desto weniger wird der Schriftkegel ausgenutzt.

Kegelgröße

Die Höhe des Schriftkegels heißt Kegelgröße. Sie ist so ausgelegt, dass sich die Buchstaben zweier Zeilen an den Ober- und Unterlängen nicht berühren. Auf dem Bildschirm entspricht die Schriftgröße der Kegelgröße.

Ohr

In manchen Schriften hat zum Beispiel der Buchstabe „g“ oben rechts einen kleinen Haken. Diesen nennt man Ohr.

Punze

Der Innenraum eines Zeichens – zum Beispiel beim Buchstaben „o“, aber auch beim „e“ oder „a“ – heißt Punze. Das gilt nicht nur für vollständig umschlossene Räume, sondern auch für offene, wie zum Beispiel für den unteren Raum beim „A“. Punzen sind nicht druckend. Der Name kommt vom Werkzeug: Die Punzen wurden früher mit Stanzbeiteln ausgeschlagen. Im Englischen heißt das „to punch“.

S-Kurve

Wie der Name schon vermuten lässt, werden die Kurven im Buchstaben „S“ als S-Kurve bezeichnet.

Schriftkegel

Im Bleisatz wird der Metallkörper, der das Schriftzeichen trägt, als Schriftkegel bezeichnet. Bei DTP-Schriften ist der Schriftkegel nur „virtuell“ vorhanden.

Schulter

In der Typografie wird der rechte obere Bogen im Buchstaben „n“ auch als Schulter bezeichnet. Gleiches gilt für das „m“.

Serifen

Geschwungene oder rechteckige An-, Ab- und Endstriche einer Schrift heißen Serifen. Der Begriff Serife steht im Französischen für „Füßchen“.

Vor- und Nachbreite

Der schmale Raum auf dem Schriftkegel vor und hinter dem Zeichen wird als Vor- beziehungsweise Nachbreite bezeichnet.

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