Großes Stühlerücken

13.07.2005
Während Quark seit Mitte Juni ohne Geschäftsführer alte Wege beschreitet präsentiert Corel einen neuen Präsidenten, der neue Märkte erschließen soll ...

Seit Mitte Juni ist das Software-Unternehmen Quark bereits ohne Führung. Der Geschäftsführer Kamar Aulakh schied überraschend von einem auf den anderen Tag aus. Nur zwei Wochen später kam es auch bei Corel zum Stühlerücken. Der neue Geschäftsführer David Dobson, ehemaliger Vize-Präsident bei IBM, soll Corels Wachstum vorantreiben und neue Märkte erschließen.

Quark ohne Führung

Am 11. Juni 2005 gab der Chief Executive Officer (CEO) des Software-Herstellers Quark, Kamar Aulakh, vollkommen überraschend seinen Rücktritt bekannt. Besser gesagt wurde dieser von Quark bekannt gegeben, denn seit diesem Zeitpunkt hörte man nichts mehr von Kamar Aulakh, der zuvor vollmundig einen verbesserten Kundenservice, Aktionsangebote und mehr anpries. Die Meldung besagte, dass Aulakh, der zunächst in verschiedenen Bereichen als Entwickler gearbeitet hatte, bevor er Anfang 2004 den Quark-Chefsessel erklomm, mit sofortiger Wirkung aus dem Unternehmen ausgeschieden sei. Zu den dahinter stehenden Gründen aber wollte das Quark-Management sich nicht äußern. Seitdem brodeln die Gerüchte. Es heißt, Aulakh sei beim Vorstand auf eine unüberwindbare Mauer des Widerstandes in Bezug auf seinen propagierten verbesserten Kundenservice gestoßen. Quark dementiert dies und betont, dass keine Verpflichtungen gegenüber den Kunden vom Weggang Aulakhs betroffen seien.

Externe Lösung gesucht

Als Interims-Präsidentin setzte der Aufsichtsrat sofort nach Aulakhs Rücktritt die bisherige Chefin der Quark Commerce Produkt-Entwicklung Linda Chase ein. Einen endgültigen Ersatz, so Quark, suche man derzeit noch und habe zu diesem Zweck die Headhunter-Agentur Christian & Timbers eingeschaltet. Der oder die "Neue" soll diesmal von Außerhalb kommen. Was man mit dieser "externen Lösung" allerdings bezwecken will blieb bislang ebenso offen, wie die Frage ob Quark sein bei Grafikern beliebtes QuarkXPress ebenso wie Adobe und Microsoft auf Apples neue Intel-Plattform portieren werde. Sicher ist deshalb nur, dass der plötzliche Weggang des kundenorientierten Geschäftsführers Kamar Aulakh das Vertrauen der Anwender in den Hersteller Quark zumindest erschüttert hat, auch wenn dieser betont, dass weder die "solide wirtschaftliche Position" noch das Tagesgeschäft davon betroffen seien.

Führungswechsel bei Corel

Nur zwei Wochen nach Quarks Bekanntgabe überraschte auch die Corel Corporation seine Kunden mit einem Führungswechsel. Ende Juni gab das Unternehmen bekannt, dass ab sofort David Dobson der neue Geschäftsführer sei und damit Amish Mehta folgt, der von nun an die Rolle als Chairman im Unternehmen übernimmt. Dobson, ehemaliger Vize-Präsident für Strategien bei IBM, verfügt über eine weit reichende Expertise bei der Entwicklung, Führung und Umgestaltung von Geschäftsprozessen, mit dem Ziel, Kunden und Partnern einen größeren Mehrwert zu liefern. Ziel seiner Geschäftsführung ist es deshalb, Corels Wachstum voranzutreiben und dessen Position im Markt zu stärken. Durch Zukäufe schaffte es schon sein Vorgänger, Corel als Standard-Software-Anbieter zu etablieren. Denn inzwischen gehört neben der Corel Graphics Suite auch Fotobearbeitungs- (Paint Shop) sowie Office- und Personal Produktivitäts-Software (WordPerfect Office Suite) zur Produktpalette des Unternehmens. Dobson will sich deshalb jetzt darauf konzentrieren, den weltweiten Vertrieb und das Neukundengeschäft voranzutreiben.

Corel-Neuheiten

Darüber hinaus wird der neue Corel-Geschäftsführer die Einführung von sechs neuen Produktversionen innerhalb der nächsten Quartale begleiten: "Ich werde mich darauf konzentrieren, dass Corel weiterhin Produkte und Services in der Qualität liefert, die die Kunden erwarten. Darüber hinaus möchte ich Corels Position als anerkannter, globaler Channel-Partner ausweiten." meint Dobson zu seiner neuen Tätigkeit. "Mit bewährten und zuverlässigen Lösungen, die ca. 60 bis 80 Prozent preiswerter sind als vergleichbare Produkte, bin ich sicher, dass wir weltweit weitere Millionen neuer Kunden gewinnen können." Wir dürfen also gespannt sein, welche Auswirkungen das Stühlerücken bei Corel auf deren Produkte haben wird und was uns in Zukunft v.a. bei der Suite erwartet.

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