Graufilter: Alle Wasser sind grau

29.11.2018
Wenn man das Wasser richtig seidig fließen lassen will, dann braucht man einen Graufilter – und zwar einen richtig starken. Wir haben ein paar Rollei Glasfilter vor die Linse gehalten.

Wasser ist ein dankbares Motiv. Es ist meistens in Bewegung. Nur wie stellt man die dar? Ganz kurz kann das Wellengefüge spannend eingefroren sein, entspricht aber nicht mehr dem natürlichen Seheindruck. Ganz lang entspricht erst recht nicht mehr dem Seheindruck, kann aber gerade deshalb spannend sein.

Bei 15 bis 30 Sekunden entstehen ganz neue Motivwelten. Dazu braucht es sehr dichte Graufilter. Für diesen Beitrag waren gleich drei verschiedene im Einsatz. Oft gemeinsam.

Gemeinhin will man es ja eher hell haben und freut sich, dass ein Foto durch die Kamerabewegung nicht verwackelt wird, sprich die Belichtungszeit kurz genug war. Aber manchmal ist es genau andersrum. Da hätte man die Zeiten gern etwas länger. Also braucht es Graufilter.

Besonders Videofilmer greifen auch gerne zu Neutraldichtefiltern, um um bei strahlendem Sonnenschein noch mit offener Blende und selektivem Fokus arbeiten zu können. Dann reichen meistens zwei bis drei Blenden.

Da eine Blende einer Dichte von 0,3 entspricht, haben wir dann einen ND 0,9 Filter vor der Linse, was einer 8-fachen Belichtungszeit entspricht.

Wer Plätzen ihre Menschen oder Wellen ihre Spitzen nehmen will, der braucht dann auch bei ISO 100 härtere Geschütze. Ein Filter mit drei Blendenstufen und einer mit sechs können dann schon mal ein Anfang sein, zumindest wenn man sie zusammen einsetzt. Aber da mehr Glasflächen für mehr unerwünschte Reflexe sorgen können, darf es auch ein Filter mit zehn Blenden sein.

2x2x2x2x2x2x2x2x2x2, das ist dann eine Belichtungszeit, die 1024 mal so lang ist (was nebenbei bemerkt für die nächste Sonnenfinsternis immer noch viel zu schwach zum Schutz des Augenlichts wäre). Aus einer 1/30s werden dann 34 volle Sekunden. Da kommt das Wasser schon mal in Fluss.

Nur für ganz ruhige Gewässer braucht es noch härtere Geschütze. Wenn man bei der Gelegenheit auch gleich noch die Kontrastunterschiede zwischen Himmel und Wasseroberfläche eliminieren will, hilft ein grauer Verlaufsfilter, der nur oben dichter ist.

Da sich viele Weitwinkelobjektive mittlerweile durch ihre stark gewölbte Frontlinse klassischen Filterdurchmessern entziehen und man ja sowieso meist Optiken mit unterschiedlichsten Gewindegrößen mit sich herumschleppt, sind viereckige Filter zum Einsetzen in einen Halter eine gute Idee.

Früher waren die meist auf Kunststoff wie etwa von Cokin oder Lee, aber mittlerweile setzen sie sich auch aus Glas durch. Diese sind wesentlich kratzunempfindlicher.

Vor allem, wenn man den passenden Halter nicht dabei hat, und die Scheiben nur mit der Hand vor das Kameraobjektiv auf dem Stativ hält. Da hat die Displaytechnologie auch diesen Bereich weiter vorangebracht. Gorillaglas ist hier bestimmt eine gute Idee.

Wer gerne mit unterschiedlich dichten Graufiltern arbeitet und entsprechend häufig wechselt, findet in magnetischen Filterhaltern eine spannende Alternative zu den quadratischen Filterhaltern. Je ein Halter auf Objektiv und Filter und dann wird nur noch zusammengesteckt was temporär zusammengehört.

Manfrotto bietet ein entsprechendes System an, der eingeschraubte Filter darf durchaus von einem anderen Anbieter sein. Oder man greift gleich zu einem variablen Graufilter, der aus zwei zu kreuzenden Polarisationsfiltern besteht.

Doch da trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Mit Farbstichen will man sich den Komfortvorteil ja nicht erkaufen. Was allerdings auch bei hochwertigen Filtern bei starken Weitwinkeln trotzdem oft unvermeidlich ist. Doch der Möglichkeiten sind viele. Hauptsache, die Dinge bleiben im Fluss und wir haben genug Geduld und ausreichend Akkus dabei.

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