Gradationskurven

04.06.2015
Ob zum generellen Bearbeiten oder zum Kreieren analoger Looks, kein Photoshop-Werkzeug arbeitet so subtil fotografisch wie die Gradationskurve.

Man kann ein Bild per Regler dunkler oder heller machen. Das versteht jeder. Auch unter dem Kontrast kann man sich etwas vorstellen. Schwieriger ist schon das Histogramm, aber das kennen wir schon, das zeigt die Kamera ja auch immer an. Nur was soll das mit den Gradationskurven? Sie sind nicht nur das feinste Steuerungsinstrument für die Tonwertverläufe eines Bildes, sind auch das historisch korrekteste. Schließlich beruht schon die Analogfotografie auf diesem Prinzip.

Gradation analog

Digitale Kurven sind erst mal gar keine. Es sind Geraden. Doppelt soviel Licht, ergibt doppelt soviel Schwärzung. Beim entwickelten Bildsilber eines analogen Bildes ist das anders. Da ist nur der Mittelteil eine Gerade. In den Lichtern und in den Tiefen ist der Verlauf dagegen keineswegs linear. Es geht flach los und steil weiter in die Kurve, dann kommt der lineare Mittelteil und schon wird in die Kurve abgebremst und alles wieder flach, bis das letzte Silberkorn entwickelt ist. Und fertig ist die klassische S-Kurve. Das Ergebnis sind besser durchgezeichnete Schatten und Lichter, die nicht absaufen.

Der Analoglook

 Quelle: Kesberger


Gerade digitale Schwarzweißfotos wirken oft etwas blutleer. Da wirkt das erzeugen einer S-förmigen Gradationskurve oft Wunder. Ein Klick in die Mitte zum Arretieren des Mittelteils, dann etwas in den Lichtern und den Schatten außermittig verschieben, bis ein S-förmiger Verlauf entsteht und schon entspricht das Ergebnis viel eher den Schwarzweißfotos, die wir in den letzten 100 Jahren gesehen haben.

Die Mühen der Ebene

 Quelle: Kesberger


Wer weiß was er tut, kann das gleich direkt über Bild-Korrekturen-Gradationskuren erledigen. Aber subtiler gerade im Farbbereich ist die Variante über eine eigene Ebene. Dann lässt sich auch später wieder korrigierend eingreifen. Außerdem lässt sich über die Deckkraft die Wirkung auf Wunsch abmildern. Wobei einem Adobe gleich zu Beginn eine deutlich weniger subtile Variante anbietet. Voreinstellungen wie Crossentwicklung arbeiten naturgemäß wenig filigran. Spaß können sie trotzdem machen.

Bunte Kurven

 Quelle: Kesberger


Wer seinen Frieden mit den Gradationskurven gemacht hat, der kann dieses Instrument dann auch gleich zur Farbkorrektur nutzen. Für Rot, Grün und Blau lassen sich auch unterschiedliche Gradationskurven erzeugen. Wer so den ultimativen 50er-Jahre-Farblook kreiert hat, kann den auch für die nächsten Bilder abspeichern. Mit den neusten Photoshop-Versionen lassen sich auch Beschneidungen anzeigen, wenn das Weiß oder Schwarz jegliche Zeichnung verloren haben. Aber das wollten wir ja gerade mit den tollen Kurven verhindern.

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