Geviert, Halbgeviert, Viertelgeviert

10.11.2016
Das Geviert und seine Kollegen bestimmen eine feste Größe in der Typografie. Sie sind Relikte aus der Zeit des Bleisatzes, die heute noch häufig als Begriffe verwendet werden.

Was Geviert und die Varianten von Halbgeviert, Viertelgeviert und Achtelgeviert bedeuten und worauf man achten muss, erklären wir in diesem Artikel.

Woher kommt der Begriff?

In den Zeiten des Bleisatzes wurden das Geviert und seine kleineren Varianten dazu eingesetzt, nicht druckende Bereiche zu markieren. Das Geviert entspricht einem Quadrat. Es fußt auf der Höhe eines Buchstabens, eines Zeichens oder einer Ziffer – mit anderen Worten dem Schriftgrad.

Die kleineren Varianten weisen die gleiche Höhe auf wie das Geviert, sind jedoch in der Breite halbiert, geviertelt oder geachtelt. Im Englischen heißt das Geviert übrigens schlicht „EM“, da der Buchstabe „M“ in vielen Schriften etwa einem Geviert entspricht. Das Halbgeviert nennt man dagegen „EN“.

 

Einsatzgebiete

Neben den Leerzeichen zwischen Wörtern (hier wird meist in etwa ein Viertelgeviert verwendet) kann man Gevierte nutzen, um beispielsweise Einzüge am Anfang eines Absatzes zu setzen oder Nummern zu gliedern – wie Postleitzahlen oder Telefonnummern. Ziffern weisen in der Regel die Größe eines Halbgevierts auf. Dadurch stehen sie im Tabellensatz immer untereinander.

Geviertstriche

Unterschiedliche Striche basieren ebenfalls auf den Gevierten. Der Geviertstrich weist die volle Länge eines Gevierts auf. Man verwendet ihn jedoch in der Regel höchstens als schmückendes Element im Satz. Wesentlich gebräuchlicher ist der Halbgeviertstrich.

Der Halbgeviertstrich entspricht der Breite eines Halbgevierts und wird als Gedankenstrich verwendet. Des Weiteren nutzt man ihn als Währungs-, Strecken- und Bis-Strich. Davon zu unterscheiden ist der Viertelgeviertstrich, der lediglich als Bindestrich und Trennstrich verwendet werden sollte.

Halbgeviertstrich: –

Viertelgeviertstrich: -

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