Gebräuchliche Druckschriften

23.10.2008
Typografen und Schriftdesigner bauen derzeit mit dem Museum für Arbeit Hamburg eine Bibliothek der Leseschriften auf. Ziel ist eine Mustersammlung.

Unter der Federführung des emeritierten Typografie-Professors Hans Andree wird derzeit eine umfangreiche Sammlung aufgebaut, die die wichtigsten Druck- und Leseschriften umfasst. Sie macht die Fonts auf einen Blick miteinander vergleichbar und informiert über die Geschichte der jeweiligen Schrift.

Das Projekt

Die gebräuchlichsten Druckschriften finden sich im Internet auf einer Unterseite des Museums für Arbeit Hamburg. Die Porträts der Schriften stehen dort als PDF zur Verfügung. Derzeit sind Dokumente für die dreißig wichtigsten Fonts hinterlegt, weitere sollen sukzessive folgen. Außerdem enthält die Liste weitere Schriften, die sich für die Lesetypografie gut eignen, für die aber noch keine Hintergrundinformationen vorliegen. Hier sind alle Interessierten dazu eingeladen, sich mit einzubringen.

Die Schriften-Porträts

Die Porträts im PDF-Format wurden als Einzelblätter aufgebaut. Dadurch lassen sie sich leicht nebeneinander legen und vergleichen. Sie lassen sich bei einer 100-prozentigen Druckskalierung auf einem postscriptfähigen Laserdrucker im Format DIN A4 ausdrucken. Dadurch kann sich jeder preiswert eine Schriftmusterkartei anlegen. Angelehnt wurden die Porträts an die Schriftmuster-Karteikarten, die in West- und Ostdeutschland nach dem zweiten Weltkrieg herausgegeben wurden. Insgesamt enthält jedes Schriften-Porträt sechs Seiten.

Schriftmuster

Auf der Seite 1 und 3 eines Schriften-Porträts finden sich die normalen und kursiven Schriftschnitte in einer Größe von rund zehn Punkt. Die Indexgröße beträgt etwa sieben Punkt. Sämtliche Schriften wurden exakt auf die gleiche Mittellänge gebracht, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Auch Informationen zu Versions-, Font-ID-Nummern sowie zu Copyright-Vermerken finden sich auf diesen beiden Seiten.

Die gebräuchlichsten Zeichen

Die Seiten 2 und 4 der PDF-Dokumente enthalten die Grundfiguren der Alphabete und ihre gebräuchlichsten Zeichen. Sie werden in einer Größe von etwa 36 Punkt wiedergegeben. Für die Vergleichbarkeit wurden sie untereinander auf die gleiche Versalhöhe beim Buchstaben „H“ ausgerichtet. Designgrößen werden mit dem Wort „Hamburgefonts“ übereinander in etwa 20 Punkt Größe in Vergleich gebracht.

Schriftgeschichte

Die fünfte Seite der Karteikarten informiert über die Geschichte der jeweiligen Schrift. Auch Kernaussagen und Verweise aus der Literatur und anderen Quellen auf den Font sind hier zu finden. Nahe Verwandte und ähnliche Schriften werden genauso aufgeführt wie die technischen Hintergründe, beispielsweise zum Kerning. Auch die Intention des Schriftdesigners zur Form und dem Ausbau des Fonts findet auf dieser Seite Eingang.

Referenzen

Auf der sechsten und letzten Seite jedes Schriften-Porträts stehen die Referenzen – also Beispiele aus der Buchtypografie. Auch Anwendungen in Zeitungen und Zeitschriften werden, sofern vorhanden, genannt. Besondere Berücksichtigung finden die prämierten Bücher der Stiftung Buchkunst, in denen die jeweilige Schrift als Grundschrift eingesetzt wird. Stammt die Schrift noch aus der Bleisatzzeit, werden auch hier vorhandene Beispiele gezeigt.

Werden Sie ein Teil unserer Welt!

Bestellen Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Drucktipps, Angebote sowie Neuigkeiten aus der Druckbranche direkt per E-Mail.
Zusätzlich schenken wir Ihnen einen 5 EUR Gutschein für Ihre erste Bestellung.