Freistellungs-Werkzeuge

14.08.2008
Elemente freizustellen ist eine der Königsdisziplinen in der Bildbearbeitung. Nicht immer bietet Adobe Photoshop dabei das beste Ergebnis – ein Blick auf weitere Programme lohnt.

Adobe Photoshop ist heute Standard in der modernen Bildbearbeitung. Doch die Software stößt mancherorts auch an ihre Grenzen – zum Beispiel beim Freistellen. Gerade feine Details wie Haare oder transparente Objekte wie Rauch stellen jeden Kreativen vor eine Herausforderung. Drei Programme können Photoshop hier hilfreich zur Seite stehen.

Begriffsdefinition

„Freistellen“ bedeutet im Layout und in der Bildbearbeitung, ein Objekt vom Hintergrund zu isolieren. Einige Verwirrung schafft deshalb das Freistellungs-Werkzeug in Adobe Photoshop CS3. Es beschneidet lediglich die Bildkanten und bietet eben keine echte Freistellung. Die tatsächlichen Freistellfunktionen arbeiten anders.

Der Hintergrund-Radiergummi

Plakative Objekte mit einheitlichem Hintergrund können in Adobe Photoshop mit dem Hintergrund-Radiergummi freigestellt werden. Er trägt das Symbol eines Radiergummis, kombiniert mit einer Schere. Der Radiergummi nimmt Farbe auf und löscht sie innerhalb seines Arbeitsradius. An den Rändern wird die Farbe angeglichen, um scharfe Konturen zu vermeiden. Allerdings funktioniert diese Vorgehensweise nur bei sehr einfachen Motiven.

Der Maskierungsmodus

Ein gängiger Weg in Adobe Photoshop ist es, den Maskierungsmodus zum Freistellen zu verwenden. Zunächst wird das freizustellende Objekt mit einem Auswahlwerkzeug markiert, anschließend wird über die Werkzeugleiste in den Maskierungsmodus gewechselt. Die nicht ausgewählten Bereiche erscheinen jetzt rot hinterlegt. Die Maske wird mit Hilfe eines Pinsels angeglichen. Nach der Rückkehr in den Auswahlbereich kann das markierte Objekt als neue Ebene oder neue Datei gespeichert werden.

Der Exrahieren-Filter

Feine Details lassen sich in dem Bildbearbeitungsprogramm am besten mit dem Extrahieren-Filter unter „Filter“ und „Extrahieren“ freistellen. Mit dem Kantenmarker wird dann zunächst die Kante des freizustellenden Objekts festgelegt. Der Radiergummi bessert dabei Fehler aus. Das Objekt selbst wird anschließend mit dem Fülleimer gefüllt. Nun kann die Extrahierung erfolgen. Selbst dieses Werkzeug liefert jedoch nicht immer befriedigende Ergebnisse.

Corel Knock Out

Wer öfters Objekte freistellen muss, sehnt sich nach einer alternativen Lösung. Eines davon ist das – leider nur englischsprachige – Programm Corel KnockOut 2. Corel hat diese Software von der Firma Ultimatte übernommen. KnockOut kostet 79,73 Euro und ist für Windows und Mac verfügbar. Das Programm funktioniert als Plug-in für Photoshop und öffnet ein eigenes Fenster. Hintergrundebenen müssen vor der Bearbeitung zunächst in eine normale Ebene umgewandelt werden. Die Software arbeitet zuverlässig, hinterlässt nur manchmal Artefakte. Auch die Möglichkeiten zur Nachbearbeitung der freigestellten Objekte sind eher dürftig –d ennoch leistet das Programm gute Arbeit.

onOne Software Mask Pro 4

Ein weiteres Freistellungs-Tool ist Mask Pro 4 von onOne Software. Es ist schon seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt und wurde ursprünglich von Extensis entwickelt. Im Gegensatz zu Knock Out funktioniert Mask Pro als echtes Photoshop-Plug-in und benötigt daher weniger Arbeitsspeicher. Außerdem sind mehr Werkzeuge vorhanden. Gleich ist, dass Hintergrundebenen nicht bearbeitet werden können. Generell arbeitet Mask Pro ausgereifter als KnockOut. Typische Fehler, die nachbearbeitet werden müssen, sind Strukturen außerhalb des Objekts oder kleine Löcher innerhalb. Mask Pro 4 kostet 159,95 US-Dollar.

Ultimatte AdvantEgde

Nach dem Verkauf von KnockOut an Corel hat sich Ultimatte mit der Entwicklung eines weiteren Programms befasst. AdvantEdge wurde eigentlich für den Video- und Film-Bereich entwickelt. Hier werden vor allem einfarbige Hintergründe – Stichwort Blue Box – verwendet. Daher eignet sich das Tool, das mittlerweile mit Adobe Photoshop kompatibel ist, vor allem für das Freistellen von Objekten vor einfarbigen Hintergründen. Das kann zum Beispiel bei Produktfotos von Vorteil sein. In Deutschland wird die Software von Cine-TV angeboten – der Preis muss dort erfragt werden.

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