Freehand wird eingestellt

31.05.2007
Schock für die Anwender des bewährten Grafikprogramms Freehand: Sie sollen zu Adobe Illustrator CS wechseln, denn Freehand wird nicht mehr weiterentwickelt.

Das Grafikprogramm Freehand hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Seit dem ersten Erscheinungstermin 1988 hat die Software dreimal den Eigentümer gewechselt. Seit 2005 gehört Freehand zu Adobe. Das Unternehmen macht dem Programm jetzt den Garaus: Freehand wird zwar noch verkauft; auch ein Wartungsupdate ist geplant. Weiterentwickelt wird die Software jedoch nicht mehr. Adobe legt stattdessen den Schwerpunkt auf Illustrator. Freehand-Anwender sollen mit speziellen Angeboten von einem Wechsel überzeugt werden.

Ankündigung im Adobe-Blog

Der Photoshop-Produktmanager John Nack lässt in seinem Adobe-Blog die Bombe platzen: Freehand wird bald Geschichte sein. Adobe hat sich dazu entschlossen, die Software nicht weiterzuentwickeln. Schließlich gibt es mit dem Programm Illustrator, das auch Teil des Softwarepakets Creative Suite ist, Konkurrenz im eigenen Haus. Vor gut einem Jahr hatte Adobe den Gerüchten,wonach Freehand eingestellt werden sollte, noch widersprochen.

Wechselvolle Geschichte

Adobe, das nun die Entscheidung gegen Freehand getroffen hat, ist noch nicht lange im Besitz dieses Grafikprogramms. Freehand wurde zuerst 1988 von der Firma Altsys angeboten, danach brachte die Firma Aldus das Programm auf den Markt. Als Aldus von Adobe aufgekauft wurde, waren die Lizenzen für Freehand nicht mit inbegriffen. Sie blieben bei Macromedia. Erst zehn Jahre später, im Jahr 2005, kaufte Adobe Macromedia und übernahm damit auch Freehand ins eigene Produktportfolio.

Das Ende war absehbar

Das Aus von Freehand ist vorhersehbar, seit Adobe Macromedia aufgekauft und keine neue Version des Programms mehr entwickelt hat; die derzeit aktuelle Version Freehand MX stammt noch aus dem Jahr 2003. Der Software-Gigant konzentrierte sich stattdessen auf das eigene Programm Illustrator, das in regelmäßigem Abstand in einer neuen Version erschienen ist. Die aktuelle Version soll in Kürze als Bestandteil der Creative Suite 3 auf den Markt kommen: Die Veröffentlichung ist in Europa für Sommer dieses Jahres vorgesehen.

Umstieg leicht gemacht?

Freehand-Nutzern wird nichts anderes übrig bleiben, als sich nach dieser oder anderen Alternativen umzusehen. Wie Adobe richtig kalkuliert hat, wird die Alternative in erster Linie Illustrator sein. Aber auch CorelDraw (das jedoch nur unter Windows läuft) oder die Software Canvas X von ACDSystems könnten in Frage kommen. Letztlich muss jeder Anwender selbst entscheiden, welche Variante er wählt. Adobe ist bemüht, die Wahlentscheidung zu erleichtern - mit einigen Angeboten speziell für den Wechsel von Freehand zu Illustrator.

Der Preis soll überzeugen

Zum einen sollen potentielle Umsteiger von Freehand auf Illustrator mit speziellen Upgrade-Preisen geködert werden. Derzeit ist ein Preis von 200 US-Dollar für einen Wechsel von Freehand MX auf Adobe Illustrator CS3 im Gespräch. Das entspricht umgerechnet etwa 150 Euro. Voraussetzung ist natürlich, dass erst einmal die Creative Suite 3 erscheint; die das neue Illustrator beinhaltet. Der Haken ist jedoch, dass es einen Upgrade-Pfad von Freehand zur kompletten Creative Suite nicht geben soll.

Schulungsmaterial von Adobe

Neben der Preisgestaltung versucht Adobe, mit weitere Maßnahmenzu überzeugen. Im Internet bietet das Unternehmen einen Ratgeber an, der bislang jedoch nur auf englisch erschienen ist. Das PDF-Dokument vergleicht unter anderem Funktionsbezeichnungen und die Benutzeroberfläche, um Neu-Illustrator-Anwender schnell mit der Software vertraut zu machen. Darüber hinaus ist auf der Webseite lynda.com ein Video-Training zu finden, das die Nutzer ebenfalls auf englisch anleitet. Es soll in Kürze als CS3-Version erscheinen.

Wartungs-Update geplant

Freehand-Fans, die noch unschlüssig sind, ob sie zu Illustrator wechseln sollen oder nicht, können auch einfach bei ihrer Software bleiben. Laut Adobe ist ein Wartungs-Update von Freehand geplant, dessen Termin jedoch noch nicht feststeht. Die Software wird auch noch weiter verkauft und durch den Adobe-Support unterstützt, nur Patches, Weiterentwicklungen oder eine Version für das Betriebssystem Windows Vista wird es nicht geben.

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