Fragen Sie den User

01.11.2018
Unternehmer sollten ihre Zielgruppe und deren Bedürfnisse kennen. Vor allem bei digitalen Produkten kann das bedeuten, den Nutzer in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. Und damit die Regeln des User Centered Design zu befolgen.

Schon immer war klar: Damit ein Produkt erfolgreich ist, muss es seine Zielgruppe erreichen. Es verkauft sich am besten, wenn es die Bedürfnisse der potenziellen Kunden bedient. Das gilt immer noch. Geändert hat sich, wann der Kunde in den Fokus der Entwickler rückt. Heute darf er zum Teil seine Erwartungen und Wünsche von Anfang an äußern. Er soll es sogar. Zumindest, wenn Unternehmen nach dem Ansatz des User Centered Design (UCD) arbeiten. Das nutzerorientierte Gestalten ist vor allem bei digitalen Produkten wie Apps oder Internetshops relevant. Denn nur, wenn es dem Kunden leicht fällt, sich auf der Webseite oder in der App zu bewegen und die für ihn relevanten Themen zu finden, bleibt er dem Angebot treu. Sinnvoll ist UCD besonders dann, wenn es um Produkte geht, die eine Interaktion mit dem Nutzer ermöglichen.

Usability steht an erster Stelle

Usability TestQuelle: Unsplash - David Travis

Kern von User Centered Design ist, dass man sich in jeder Phase der Produktentwicklung den Anwender vor Augen führt. Mit ihm spricht, ihn unter Umständen testen lässt. Neue Erkenntnisse darüber, wie er etwas macht oder machen möchte, fließen immer wieder in den Gestaltungsprozess ein. Es geht darum, den User sehr früh mit einzubeziehen. Damit man auch auf Basis dieser Erkenntnisse ein sinnvolles Pflichtenheft erstellt. Sinnvoll bedeutet in diesem Fall, der Usability zu dienen. Beispielsweise sollte eine Webseite leicht bedienbar und insgesamt nutzerfreundlich sein.

Kosten verschieben sich

Ein nach UCD entwickeltes und umgesetztes Projekt muss nicht unbedingt teurer sein als ein klassisches. Allerdings müssen Unternehmen mehr Zeit und Geld in den Anfang stecken. Zum einen, weil es zeitaufwendig ist, die Zielgruppe möglichst genau zu definieren. Zum anderen, weil das frühe Einfließen von Kundenstimmen immer wieder optische oder funktionale Anpassungen mit sich bringt. Usability-Tests sind unerlässlich. Der Vorteil ist jedoch, dass das Ergebnis in der Regel besser ist. Kundenorientierter. Und je weniger man fertige Produkte im Nachhinein anpassen muss, desto besser. Denn das ist häufig besonders teuer.

Zielgruppen genau definieren

User Centered DesignQuelle: Unsplash - Georgie Cobbs

Je genauer eine Zielgruppe bestimmt beziehungsweise identifiziert ist, desto präziser kann man ein Produkt ausrichten. Deswegen werden häufig sogenannte Personas entwickelt. Sie geben Zielgruppen ein Gesicht. Wenn man sich einen konkreten Menschen vorstellt, fällt es leichter, Konzepte zu konkretisieren und somit Kunden an sich zu binden. Positiv ausgedrückt, kümmert man sich damit um sie. Böse formuliert ist es mehr ein Buhlen. Kein Wunder. Es gibt schlichtweg viele Angebote – digital wie online –, die sich ähneln. Sie zwingen Unternehmen dazu, sich im Detail mit den Nutzern auseinanderzusetzen.

Norm unterstützt Entwicklungsprozess

Wer an Gestaltung denkt, dürfte selten an eine Norm denken. Denn Kreativität und Vorgaben passen erst einmal nicht zusammen. Dennoch gibt es die DIN EN ISO 9241-210 – überschrieben mit „Ergonomie der Mensch-System-Interaktion - Teil 210: Prozess zur Gestaltung gebrauchstauglicher interaktiver Systeme“. Was sich abstrakt anhört, hat aber sehr wohl einen konkreten Nutzen. Denn Usability entsteht nicht einfach so. Zielgruppenanalyse passiert nicht einfach so. Projekte wachsen nicht einfach so. Wer strukturiert vorgeht, hat am ehesten die Chance, sein Produkt so userfreundlich wie möglich zu gestalten.

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