Fotoreisegruppen – ab nach Irland

15.11.2018
Reisen und Fotografieren ist wie Irish Coffee – es fließt zusammen, was zusammen gehört. Diese Kombination sollte sich doch mit einer Reise nur für Fotografen noch steigern lassen.

Panasonic ist bisher nicht gerade als Reiseveranstalter aufgefallen. Doch man kann tatsächlich auch Reisen buchen, die der japanische Kamerahersteller gemeinsam mit der irischen Tourismusbehörde aufgelegt hat. Die wurden speziell für Fotografen und Filmer gestaltet.

2019 führt die Tour an der eh schon sehr fototauglichen Westküste entlang. Sogar eine Leihkamera gibt es dazu. Unser Redakteur Andreas Kesberger hat das mit fünf anderen Journalisten ausprobiert.

Manchmal sieht Irland einfach aus wie man es sich vorstellt.Quelle: Kesberger

Warum Irland?

Ich gebe ja zu, das ich ganz lange nicht nach Irland wollte. Sagen ja alle, dass die Landschaft so toll ist und die Leute so offen. Und nur hinfahren, um dann festzustellen, dass die Landschaft toll ist und die Leute, da hatte ich irgendwie keine Lust drauf. Bescheuert. Und jetzt?

Also die Landschaft ist toll. Die Leute sowieso. Man muss es einfach selbst erlebt haben. Und was ich wirklich nicht für möglich gehalten hätte nach meinem Schottlandsommer: Das Essen ist auch toll.

Das hängt natürlich auch ein bisserl mit Preisklasse zusammen, aber gerade die Begeisterung mit der hier in den letzten Jahren kleine Brauereien, Käsereien, Destillerien entstanden sind und gepriesen werden, ist schon großartig. Alles so local. Das Seafood sowieso. Muscheln, Austern, alles lecker. Wenn sie jetzt noch Wein anbauen würden, wäre es wohl wie Italien mit besserem Bier.

Man muss ja gar nicht digital fotografieren, das machen ja die anderen schon, darum ist dieses Bild mit einer Holga auf Film entstanden.Quelle: Kesberger

Wenn Fotografen reisen

Jeden Tag eine neue Unterkunft zwischen Schloss und Mittelklassehotel, jeden Tag neue Erlebnisse. Das Reisen mit Fotografen für Fotografen hat ziemlich viele Vorteile. Eigentlich legt diese Spezies ja immer soviel Wert auf ihren Individualismus, aber wenn man zusammen guckt, wo das Licht am besten ist, kommt schon was raus dabei.

Die einen gucken auf ihre Sonnenuntergangs-App, die anderen gucken aus dem Fenster. Geht beides. Dann nur kurz dem Fahrer sagen, dass das vor einem halben Kilometer eigentlich doch die schönere Stelle war und den Rest macht der Four-Wheel-Drive.

Die Panasonic G9 ist zum Glück zusammen mit den beiden kompakten Leica-Zooms 2,8-4,0/8-16 und 12-60 mm auch wetterfest. Irgendwie unterliegt die Regenwahrscheinlichkeit doch noch nicht dem Einflussbereich der irischen Tourismus-Behörde.

Da jeder Fotograf in seinem Leben schon unendliche Male aufgefordert wurde, sich doch jetzt bitte mal zu beeilen, sagt kein Fotograf dem anderen er soll sich doch jetzt bitte mal beeilen. Da kommt man zwar etwas später am Hotel an, aber umziehen vor dem Essen, ist doch eher was für Menschen von den britischen Inseln.

Michael Quirke ist nicht nur ein genialer Woodcarver, er gibt einem auch das Gefühl, dass es sich lohnt, seinen Talenten zu folgen.Quelle: Kesberger

Herz und Holz

Dafür freut sich unser Fahrer Sam, dass wir nicht wie seine sonstigen Ami-Touris ständig aufs Klo müssen („You must be camels“) und belohnt uns mit bester Story-Teller-Tradition. Und seinem Schnitzer-Onkel, der aus der familieneigenen Fleischerei eine Holzwerkstatt gemacht hat, die die Lebensmittelaufsichtsbehörde Amok laufen lassen würde, aber uns Touris zu Verzückungen treibt.

Doch die allerbesten Storys liefert immer noch das Leben selbst. Sean, unser zweiter Guide, ist mittlerweile die „Celebrity Person“ von Vagabond Tours, nachdem eine Teilnehmerin einer seiner Touren ihre Phantasien zum Roman gemacht und Sean darin – warum sich auch einen anderen Namen ausdenken - zum Life-Changing-Lover ihrer Tochter.

Das kann man ein bisserl verstehen, weil Sean so aussieht als hätte er gerade im Prenzlauer Berg eine Craft-Beer-Bar aufgemacht, ist aber auch ein bisserl unfair. Er erträgt es mit Fassung, findet es aber ein bisschen schade, dass diese Rosamunde-Pilcher-Gedächtnis-Literatur so prüde ist.

Okay guys, haltet einfach mit einer Hand die Kamera und mit der anderen Euch fest.Quelle: Kesberger

Volles Local Programm

Nach dem Literatur-Seminar spielen wir Golf, gucken zu wie Hirtenhunde trainiert werden, fahren Elektro-Bike und Speedboat und wandern. Pubs soll es auch geben. Schön hier. Als wir dann vom Radfahren zurück kommen, gibt es ein Picknick auf einer Anhöhe, unten links plätschert See a, unten rechts See b, sogar die Sonne scheint.

Paul brät den local Fisch an, holt die local Muscheln raus zum selbstgebackenen Brot – logisch local – und Sam lehnt an einen Stein – schon länger local – und spielt eines dieser unzähligen irischen Blasinstrumente in die weite Landschaft hinein. Kinners, ist das kitschig. Ach, schön.

Abends geht’s dann in ein Schloss und vor dem Essen setzen wir uns noch ein paar 500 Jahre alte Ritterhelme auf. Und die Drohne kreist dazu. Kann schon Spaß machen, dieses Irland. Irgendwann vergisst man darüber sogar zu fotografieren. Aber da kann man sicher sein, dass einen einer der anderen Teilnehmer wieder daran erinnert.

 

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