Fotografieren bei Nacht und Nebel

10.03.2011
Dunkelheit schließt gute Fotos nicht automatisch aus. Fotografen müssen nur mehr an den Kameraeinstellungen feilen als bei Tageslicht.

Kein Licht weit und breit?

Die Schwierigkeit bei Nachtaufnahmen ergibt sich natürlich aus der fehlenden Lichtquelle. Ganz dunkel ist es jedoch selbst mitten in der Nacht selten: Gebäude, Straßenbeleuchtungen und auch der Mond leuchten fast jede Szenerie aus.

Der Fotograf muss diese Lichtquellen sorgfältig im Auge behalten, denn sie haben viel mehr Wirkung auf das Bild als das Sonnenlicht, das gleichmäßiger scheint. Steht der Mond niedrig, entstehen bei der Aufnahme oft harte Schatten.

Sehr gute Ergebnisse erzielt man dagegen bei Vollmond, vor allem in Kombination mit Wolken. Bei diesen Lichtverhältnissen entsteht der typische, dramatische Nachtcharakter.

Blende, Verschlusszeit, ISO-Wert?

Gerade bei mangelndem Licht müssen die Kameraeinstellungen sorgfältig ausgewählt werden – allerdings nicht einzeln betrachtet. Viel mehr kommt es darauf an, das Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert richtig einzuschätzen.

Das heißt auch: Automatische Kameraprogramme sind tabu, der Fotograf muss alle Werte manuell festlegen. Mittel der Wahl sind Langzeitbelichtungen, die für vernünftige, verwacklungsfreie Resultate aber mit Hilfe eines Stativs vorgenommen werden sollten.

Durch lange Verschlusszeiten, die gerne an 30 Sekunden und mehr heranreichen können, lässt sich auch der ISO-Wert relativ niedrig halten. Das ist wichtig, weil die Bilder mit zu hoher ISO-Zahl schnell künstlich wirken und durch starkes Rauschen belastet sind.

Eine kleine Blende sorgt wiederum dafür, dass sich Störfaktoren durchs Bild laufende Passanten oder ähnliches nicht bemerkbar machen.

Ins RAW-Format wechseln

Jeder Fotograf tut sich einen Gefallen – gerade bei schwierigen Aufnahmebedingungen – wenn er seine Bilder im RAW-Format festhält. Sie werden dadurch verlustfrei gesichert und bieten so bei der nachträglichen Bildbearbeitung viel mehr Möglichkeiten.

Vor allem der Weißabgleich sollte später am Rechner noch nachgeregelt werden. Hier kann man die Wirkung des Lichtcharakters entscheidend verändern und so wesentlichen Einfluss auf die Bildgestaltung der Nachtfotografie nehmen.

Viele Digitalkameras können auch RAW- und JPEG-Bilder gleichzeitig speichern. Diese Einstellung sollte man nutzen.

Nächtliche Motive

Nicht alles lässt sich im Dunkeln fotografieren. Kaum jemand wird Kirchen und andere Gebäude bei Nacht aufnehmen, um ihre architektonischen Details festzuhalten. Aber es gibt Motive, die sich für die Nacht-Fotografie besonders anbieten: Der Mond lässt sich wie bereits erwähnt in der Dunkelheit eindrucksstark in Szene setzen.

Auch viel befahrene Straßen können mit der Langzeitbelichtung für fast künstlerische Fotos sorgen. Ebenfalls beeindruckend sind Lichtreflexionen auf dem Wasser, wenn sich beispielsweise eine beleuchtete Allee auf einem Fluss widerspiegelt.

Leuchtreklamen, die Sterne, Kerzen oder ein Feuerwerk entfalten ihre volle Wirkung ebenfalls nur in der Nacht. Es lohnt sich, mit Kamera und Stativ bewaffnet zu einem nächtlichen Fotostreifzug aufzubrechen – dann sieht man Stadt und Umland mit ganz neuen Augen.

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