Fehler im Umbruch vermeiden

12.11.2009
„Umbruch“ lautet der Begriff für das Anpassen von Textzeilen an das Layout. Eine Folge dieses Vorgangs sind Trennungen. Dabei können sich jedoch einige Fehler einschleichen.

Die bekanntesten Phänomene

Wer in der grafischen Branche tätig ist, hat meist schon von ihnen gehört: Hurenkind oder Witwe und Schusterjunge oder Waise heißen umgangssprachlich die beiden häufigsten Fehler, die im Umbruch vorkommen. Beim Hurenkind steht die letzte Zeile eines Absatzes am Anfang einer neuen Seite oder einer neuen Spalte. Beim Schusterjungen wiederum ist die erste Zeile eines Absatzes am Ende einer Seite oder einer Spalte gesetzt. Beide Umbruchfehler gilt es zu vermeiden, indem mindestens zwei Zeilen am Anfang oder Ende von Spalte oder Seite zusammenbleiben.

Das Problem schnell beheben

 Quelle: Wikimedia


Um zwei Zeilen zusammenzubringen, kann man den Text verändern. Häufig sehen das die Autoren jedoch nicht so gerne. Eine weitere Möglichkeit besteht daher darin, die Laufweite zu verändern, so dass sich der Umbruch nach Wunsch ändert. Es empfiehlt sich, die Laufweite im kompletten Absatz zu regulieren, damit die Manipulation nicht auffällt. Nur selten bietet es sich dagegen an, auch die vorletzte Zeile in eine neue Spalte oder die erste Zeile eines neuen Absatzes ebenfalls in eine neue Spalte zu platzieren. In den meisten Fällen entsteht dadurch ein unschönes Loch.

Der Satz zum Merken

Ein Merkspruch dient dazu, sich die Thematik rund um Schusterjunge und Hurenkind einzuprägen: „Ein Hurenkind weiß nicht, wo es herkommt, ein Schusterjunge nicht, wo er hingeht“. Alternativ gibt es einen zweiten Satz zum Merken: „Eine Witwe hat keine Zukunft und ein Waise keine Vergangenheit“.

Hinweise für Trennungen

Auch die Trennungen selbst, die im Umbruch vorgenommen werden, unterliegen gewissen Regeln. So sollten Wörter am besten erst ab einer Anzahl von sechs Buchstaben getrennt werden. Vor dem Trennstrich sollten mindestens zwei, danach mindestens drei Zeichen stehen. Werte und Einheiten sollten genauso wenig getrennt werden wie Zahlen. Es empfiehlt sich, auch Eigennamen und Abkürzungen nicht zu trennen.

Eine Struktur finden


Quelle: Stephanie
Hofschlaeger (Pixelio) Der Text sollte zudem in eine logische Struktur gegliedert werden. Jeder Absatz enthält dabei einen Gedankengang oder führt einen Punkt näher aus. Ein Absatz sollte mindestens fünf Zeilen umfassen. Untergliederungen lassen sich auch mit Zwischenüberschriften vornehmen. Nach einer Zwischenüberschrift sollten jedoch noch mindestens zwei Zeilen Text folgen. Bei der Hierarchie der Über-, Unter- und Zwischenüberschriften gilt: Die Staffelung sollte durch Unterschiede in der Schriftgröße erkennbar sein. Zu viele Überschriftenarten verwirren jedoch eher.

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