Falsche Freunde

26.06.2014
Manche Fachbegriffe in der Typografie lassen sich leicht verwechseln. Wir klären die Doppeldeutigkeiten

Missverständnisse und "falsche Freunde" gibt es auch bei den typografischen Begriffen. Fachwörtern wie "Lettering", "Display-Schriften", "Buchdruck", "Fraktur" und "die Typo" können leicht verwechselt oder doppeldeutig aufgefasst werden. Wir erklären, was die Termini wirklich meinen – und welche Bedeutungen die falschen sind.

Lettering

Der Begriff "Lettering" kann zweierlei bedeuten und weist damit eine Doppelfunktion auf. In der Fachsprache meint das Wort, dass Buchstaben oder auch Wörter individuell "angefertigt" werden. Es wird also nicht auf einen vorhandenen Font zurückgegriffen; stattdessen werden die Zeichen gezeichnet oder gemalt. In der zweiten Bedeutung meint Lettering die Beschriftung und die Verwendung von Buchstaben generell, nicht aber ihre Herstellungsweise.

Display-Schriften

Ein Display ist ein Monitor: Ausgehend von dieser zutreffenden Annahme kommt man jedoch bei "Display-Schriften" schnell auf eine falsche Spur. Sie sind keinesfalls Schriften für den Bildschirm und auch nicht das Gegenteil der Druckschrift. Vielmehr geht die Bedeutung von Display-Schriften auf das englische Wort "to display" im Sinne von "zeigen" oder "darstellen" zurück. Display-Schriften werden daher vor allem für Überschriften oder Plakate verwendet, wenn etwas in großer Größe "gezeigt" oder "dargestellt" werden soll. Der Gegensatz sind Schriften für den Fließtext.

Buchdruck

Selten scheint ein Fachbegriff so einfach erklärbar zu sein wie der Buchdruck. Dabei werden Bücher gedruckt. Oder? Leider nein: Gemeint ist nicht die Herstellung von Büchern generell, sondern das Druckverfahren, mit dem sie früher produziert wurden. Ein anderer Begriff dafür – bei dem es weniger Missverständnisse gibt – ist der Hochdruck. Die druckenden Teile sind dabei erhaben, deswegen spricht man von Hochdruck. Auch der Bleisatz ist beispielsweise ein Hochdruckverfahren. Heutzutage werden Bücher jedoch im Offset- oder im Digitaldruck hergestellt.

Fraktur

Wer außerhalb der typografischen Sphäre das Wort "Fraktur" hört, denkt zuerst an einen Knochenbruch. Ganz so dramatisch läuft es in der grafischen Welt nicht ab: Der Begriff stammt zwar vom lateinischen "fractura" für "Bruch" ab, gemeint sind aber gebrochene Schriften. Und hier liegt das Missverständnis: Nicht alle gebrochenen Schriftarten werden unter die Rubrik "Fraktur" einsortiert. Vielmehr ist eine spezielle Fontart innerhalb der Familie der gebrochenen Schriften gemeint

"Die" Typo

Der Artikel zeigt an, um welche Art von falschem Freund es sich bei "die Typo" handelt. Oft hört man die Frage, "welche Typo" ein Unternehmen verwendet, oder "welche Typo" sich für einen Flyer empfiehlt. Gemeint ist aber "die" Schrift oder die Schriftart. "Typografie" bedeutet die Anwendung von Schriften, steht aber nicht für die Schrift an sich.

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