Zwiebelfische in der Typografie vermeiden

02.07.2015 09:00:00
Im Bleisatz kamen Zwiebelfische noch häufig vor, doch auch heute schleichen sie sich manchmal noch in den Satz ein.

Zwiebelfische sind ein Relikt aus dem Bleisatz – so scheint es. Trotz modernem Desktop Publishing können die Satzfehler auch heutzutage noch vorkommen, beispielsweise, wenn sich Umlaute im Text finden. Wir erklären die typografische Geschichte der Zwiebelfische und wie man sicher gehen kann, sie heute zu vermeiden.

Der Begriff Zwiebelfisch

Zwiebelfisch wurde als Begriff für Setzereien verwendet, die nicht sorgfältig gedruckt hatten, sondern fehlerhafte Schriften einsetzten.
Quelle: wilhei/Pixelio.de
Als Zwiebelfisch hat man früher einen minderwertigen Fisch, den sogenannten „Alburnus lucidus“ aus der Familie der Karpfen, bezeichnet. Schnell wurde der Begriff in der frühen Neuzeit für minderwertige Ware generell gebraucht – so auch für Setzereien, die nicht sorgfältig gearbeitet hatten. Dort konnten im Bleisatz Zwiebelfische vorkommen, wenn Setzer die einzelnen Lettern nach dem Gebrauch nicht wieder an den richtigen Ort zurückgelegt hatten. Dadurch konnte es vorkommen, dass innerhalb eines Texts ein Buchstabe aus einer anderen Schriftart oder in einem anderen Schnitt gedruckt wurde.

Zwiebelfische im heutigen Desktop Publishing

Streng genommen sind ähnliche Fehler, die heute im Computersatz vorkommen, keine lupenreinen Zwiebelfische. Sie werden häufig aber als solche bezeichnet. Ein klassischer Fall tritt zum Beispiel auf, wenn im Text Sonderzeichen vorkommen, die aber in der entsprechenden Schriftart nicht angelegt sind. Das passiert häufig nicht nur bei exotischen Zeichen aus der Glyphenpalette, sondern kann schon bei Umlauten ein Problem geben. Nicht alle Fonts haben einen Zeichenvorrat, der deutsche Umlaute oder das „ß“ mit einschließt.

Drum prüfe ...

Drum prüfe, wer einen Font verwendet: Es ist mühsam, wenn auch nicht unmöglich, Umlaute oder andere Zeichen später einzusetzen. Umlaute kann man selbst konstruieren, indem man das a, o oder u nimmt, die Punkte vom i verwendet und daraus eigene Zeichen gestaltet. Das ist jedoch sehr aufwändig, genauso die Option, die Umlaute aus einer ähnlichen Schrift zu importieren. Deshalb sollte man vor dem Verwenden einer Schriftart am besten prüfen, ob alle benötigten Zeichen auch vorhanden sind und gegebenenfalls auf einen anderen Font ausweichen. Muss dennoch ein eigener Umlaut gestaltet werden, hilft der Dienst Fontforge.

Fontforge hilft weiter

Mit dem kostenlosen Tool Fontforge können aus zwei Buchstaben ein neuer gestaltet werden.
Quelle: Fontforge
Mit Fontforge kann man, wie oben beschrieben, aus zwei Buchstaben einen neuen gestalten – zum Beispiel aus einem a und einem i ein ä. Das kostenlose, englischsprachige Tool läuft unter Windows, Mac und Linux. Man könnte mit ihm ganze Schriften selbst designen – ein Manual hilft, die Funktionen richtig zu nutzen. Kommt man nicht weiter, unterstützt die Community dabei, gemeinsam Probleme zu lösen. So lassen sich dann auch am Rechner notfalls alle Zwiebelfische beseitigen.

 

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