Wissenswertes zu RAW

19.04.2007 09:00:00
Digitalfotos können in diversen Formaten abgespeichert werden - darunter RAW. Welche Vorteile hat es, welche Nachteile muss man dafür in Kauf nehmen? ...

Viele Digitalfotografen schwören auf das RAW-Format. "Raw" kommt von "Roh" und bezeichnet Bilder, die von einer Digitalkamera aufgenommen, aber nicht intern  weiter entwickelt wurden. Das digitale Negativ wird erst später am Computer "entwickelt" und kann mit einem entsprechenden Bildbearbeitungsprogramm  weitaus besser nachbearbeitet werden. Auch die Bildqualität ist besser. Allerdings hat das RAW-Format auch Nachteile.

Wie funktioniert das RAW-Format?

Um die Vor- und Nachteile von RAW zu verstehen, lohnt es sich, die Besonderheiten dieses  Dateiformats  unter die Lupe zu nehmen  . RAW wird mittlerweile von vielen Digitalkameras unterstützt, vor allem im höherwertigen Bereich, d.h.  im höheren Preissegment. Der Begriff kommt vom englischen Wort für "roh" und bezeichnet die Rohdaten eines Bildes, das von einer digitalen Kamera aufgenommen wurde.  Das bedeutet, die Bilder werden zwar aufgenommen und pixelorientiert abgespeichert, kameraintern aber nicht weiterentwickelt. Deshalb werden sie auch "digitale Negative" genannt. 

Keine Bildinformation geht verloren

Die digitalen Negative enthalten die vom Kamerasensor erfassten Helligkeitswerte jedes Bildpixels und die von der Kamera hinterlegten Metadaten. Es gehen also keine Bildinformationen verloren, die der Sensor aufgezeichnet hat. Anders ist das beispielsweise beim JPG Format, bei dem die Kamera unter anderem eine Komprimierung  und den Weißabgleich automatisch vornimmt - der Anwender hat darauf keinen Einfluss. Hinzu kommt, dass RAW-Daten im Gegensatz zu JPG mit einer verlustfreien Kompression abgespeichert werden und die Dateien dennoch kleiner als die ebenfalls gerne eingesetzten TIF-Dateien sind.

Jeder Hersteller setzt auf ein anderes RAW-Format

Die Vorteile des RAW-Formats gegenüber JPG und TIF: es sichert   dem Fotografen die größten Freiheiten bei der Nachbearbeitung. Es ist jedoch nicht ganz einfach, die verlustfreien RAW-Daten zu nutzen : Jeder Hersteller setzt sein eigenes RAW-Format ein, weshalb die Daten untereinander nicht kompatibel sind. Hier ist das JPG-Format im Vorteil, da es ohne Konverter universell verwendbar ist.  

Ohne RAW-Editor geht nichts

Um das RAW-Format ähnlich problemlos wie JPG nutzen zu können, benötigt man den speziellen RAW-Editor des Kameraherstellers oder ein Bildbearbeitungsprogramm, das einen RAW-Editor mit der Unterstützung des entsprechenden Formats mitbringt. Der RAW-Editor des Herstellers verfügt meist über genau die gleichen Steuerungsmöglichkeiten wie die Kamera selbst. Die Einstellungsmöglichkeiten sind dabei aber wesentlich präziser. RAW-Editoren sind seit Photoshop CS auch in Adobes Bildbearbeitungswerkzeug integriert und unterstützen eine Vielzahl von Kameramodellen. Andere RAW-Konvertierungstools sind Adobe Lightroom oder Apple Aperture.

Die Bildbearbeitungssoftware "entwickelt" das Motiv

Nachdem die Bilder mit dem RAW-Editor des Kameraherstellers oder eines Bildbearbeitungsprogramms auf den Rechner übertragen wurden, kann man sie in der "digitalen Dunkelkammer" bearbeiten: Der Computer "entwickelt" die digitalen Negative. Die entsprechende Bildbearbeitungssoftware funktioniert dabei wie eine Entwicklungsflüssigkeit - mit ihrer Hilfe kann der Digitalfotograf am PC das Beste aus seinen Bildern herausholen.

Welche Nachbearbeitungen sind möglich?

Man kann mit einer geeigneten Bildbearbeitungssoftware am Rechner eine Vielzahl von Korrekturen vornehmen: Zu den wichtigsten zählen der Weißabgleich und die nachträgliche Belichtungseinstellung. Außerdem kann man den Gradations- oder Tonwert, die Sättigung und die Schärfe im Nachhinein verändern.

Weißabgleich am Rechner

Beim Weißabgleich stimmt sich die Kamera auf die Farbtemperatur des Lichts ab. Im JPG-Modus sucht die Digitalkamera dazu nach einer für sie weiß erscheinenden Fläche und ermittelt dadurch die hellste Stelle im Bild. Bei Aufnahmen im Dämmerlicht kann der Weißabgleich versagen, da die hellste Stelle im Bild in natura nicht unbedingt weiß gewesen sein muss. Dadurch entstehen Farbstiche. Anders im RAW-Format: Hier nimmt die Kamera keinen automatischen Weißabgleich vor. Beim manuellen Weißabgleich am Rechner kann man selbst den Weißpunkt per Mausklick bestimmen.

Belichtungskorrektur

Neben dem Weißabgleich verschafft die nachträgliche Belichtungskorrektur dem Fotografen einen großen Spielraum bei der Nachbearbeitung. Wenn RAW-Daten verwendet werden, bleibt die Lichtintensitätsinformation akkurat. Das heißt, man kann die Belichtung und die ISO-Empfindlichkeit auch nachher am Rechner einstellen und erhält das gleiche Ergebnis, als hätte man diese Einstellungen schon bei der Aufnahme an der Kamera gewählt. Wenn die Kamera beispielsweise auf ISO 100 eingestellt war, statt auf ISO 400, macht das beim RAW-Format nichts aus. Die Belichtung lässt sich nachträglich am Rechner erhöhen, ohne dass die Bildqualität darunter leidet.

Feine Abstimmung der Helligkeitswerte

Auch bei der Abstimmung der Helligkeitswerte punkten RAW-Daten bei den abspeicherbaren Informationen klar gegenüber JPG oder TIF. Denn die in RAW größtmögliche Pixelauflösung kann 10, 12 oder sogar 14 Bit pro Farbkanal betragen. Das entspricht 1.024 bis 16.384 Helligkeitsabstufungen. Das häufig noch in der Digitalfotografie verwendete JPG-Format hingegen schafft gerade einmal 256 Helligkeitsabstufungen. Das bedeutet, dass feine Details verloren gehen. Im RAW-Format kann dagegen bei der Tonwertkorrektur viel genauer gearbeitet werden, da mehr Informationen vorhanden sind.  

Nachteile des RAW-Formats

Den zahlreichen Vorteilen des RAW-Formats stehen jedoch auch einige Nachteile gegenüber. Dazu gehören die Bildgröße, die Rechenzeit und die Geschwindigkeit. So benötigt ein Rohdatenbild deutlich mehr Speicherplatz als ein komprimiertes JPG. Das bedeutet, dass weniger Bilder auf die Speicherkarte der Digitalkamera passen und auch der Platz auf der Computer-Festplatte schneller knapp wird. Das Speichern von RAW-Daten in der Kamera dauert ebenfalls länger als bei JPG-Dateien. Zudem braucht die Konvertierung der Daten auf dem Rechner ihre Zeit und ringt dem Hauptspeicher viel Leistung ab - einige Programme benötigen während der Konvertierung bis zu zwei Gigabyte Hauptspeicher.  

Open RAW-Initiative

Die bereits beschriebene Tatsache, dass die Kamerahersteller ihre Geräte mit je unterschiedlichen RAW-Formaten ausstatten , ist ein weiterer Nachteil des RAW-Formats. Es gibt eine Open RAW-Initative (www.openraw.org)), die sich für ein universelles Format einsetzt. Adobe hat das DNG-Format (DNG steht für Digital Negativ) entwickelt und versucht, sowohl die Kamera- als auch die Softwarehersteller dafür zu gewinnen. Derzeit beteiligen sich die Softwarehersteller Extensis, Canto, Apple und iView und führende Kamerahersteller wie Hasselblad, Leica, Ricoh und Samsung.

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