Wenn Zeichen einen Lauf haben

31.01.2013 09:00:00
Den Abstand von Zeichen und Wörtern regeln Layoutprogramme selbst – allerdings nicht immer optimal.

Es könnte so einfach sein: Layoutprogramme nehmen dem Gestalter viele Aufgaben ab. Aber nicht immer erledigen sie diese zur vollsten Zufriedenheit. Das gilt auch für Kerning und Laufweite. Ziel sollte immer ein möglichst ausgeglichener Weißraum sein, und der wird manchmal eben nur durch manuelles Eingreifen erreicht.

Lesbarkeit

Der wichtigste Punkt bei längeren Texten ist die gute Lesbarkeit. Sie geht mit einem ausgewogenen Weißraum einher. Nur dann kann das Auge bequem und schnell die einzelnen Buchstaben, Wörter und Sätze erfassen. Stehen Buchstaben oder Wörter zu dicht und fließen so ineinander, haben die Leser Mühe, sie auseinander zu halten. Ist der Abstand dagegen zu groß, geht der Zusammenhang verloren und das Lesen wird ähnlich mühsam.

Kerning

Durch Kerning werden zu große Weißräume zwischen einzelnen Buchstaben angepasst. Normalerweise sorgt die Layoutsoftware selbst dafür, indem der Abstand zwischen einzelnen Buchstabenpaaren variiert. Nicht immer klappt das allerdings reibungslos, dann sollten die Gestalter manuell eingreifen. Ein Beispiel ist die Buchstabenkombination Wo, bei der das o näher an das W rücken sollte. Viele Schriften bringen aus diesem Grund Ligaturen mit festgelegten Buchstabenkombinationen mit.

Laufweite

Auch die Laufweite passt nicht immer automatisch, hier kommt es sehr auf die verwendete Schriftart und die eingesetzte Schriftgröße an. Eine gute Orientierung bietet diese Faustregel: Kleine Schriftgrößen vertragen eine größere Laufweite und größere Schriftgrößen verlangen nach einer kleineren Laufweite. So wird sichergestellt, dass bei kleinen Schriften die Buchstaben optisch nicht zu sehr aneinander kleben bei größeren Schriften kann dagegen schon mal mehr Freiraum gelassen werden.

Tipps für InDesign

Quelle: Sandra Küchler

InDesign bietet beim Kerning zwei Optionen: metrisch und optisch. Metrisch ist die Standardeinstellung. Sie greift auf die Informationen zurück, die in der Schriftart hinterlegt sind. Bei der Variante optisch errechnet das Programm die Abstände selbst. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn mehrere Fonts oder Schriftgrößen gemischt werden. Um den Abstand zwischen zwei Buchstaben manuell auszugleichen, muss der Cursor genau zwischen ihnen stehen. Dann zeigt das Feld Kerning den aktuellen Wert an. Werden mehrere Zeichen ausgewählt, so wird der Abstand zwischen allen verändert.

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