Weniger ist oft viel mehr

05.08.2010 09:00:00
Zurück zum Wesentlichen: So kann man das Prinzip der Reduktion umschreiben. Auch bei grafischen Inhalten kann man auf Überflüssiges verzichten.

Wer kennt nicht das Gefühl, von einem Layout oder einem Design regelrecht erschlagen zu werden. Man weiß nicht, wo man zuerst hinschauen soll, der Blick findet keinen Halt, es ist schlicht zu viel. In solchen Momenten wünscht man sich klare Linien, deutliche Strukturen und prägnante Formen. Kurz und gut: den Mut zur Reduktion!

Nicht zu viel Information

Quelle: D. Gast Pixelio

Layouts und Designs sollen Informationen transportieren – Texte und visuelle Botschaften. Je mehr Nachrichten in die grafische Gestaltung gepackt werden, desto schwieriger wird es für den Betrachter, sich zurechtzufinden und die Kernaussagen zu begreifen. Bei der Wahrnehmung der Inhalte hilft ausreichender Weißraum und die Konzentration auf die wesentlichen Botschaften. Ein aufgeräumtes Design schafft Orientierung für den Leser und ein gewisses „Wohlfühlgefühl“ – schließlich ist es auch in aufgeräumten Zimmern behaglicher als in solchen, in denen das Chaos tobt. Dem Designer obliegt es, die Informationen zu gliedern, zu strukturieren und Überflüssiges einfach weg zu lassen.

Logisch denken!

Quelle: Peter Kirchhoff Pixelio

Quelle: Peter
Kirchhoff (Pixelio) Jeder Mensch greift unbewusst auf ähnliche, eingeübte Denkschemata zurück. Das Wichtige sucht er in der Mitte, alles, was dazugehört, darum herum. Weniger wichtige Informationen können dadurch an die Peripherie rücken. Ein logischer Aufbau von Layouts sorgt dafür, dass sich die Nutzer intuitiv zurechtfinden und beim Suchen der gewünschten Inhalte nicht die Lust an Text oder Webseite verlieren. Wer auf Ebay nach einem Fanshirt von AC/DC sucht, will nicht mit Angeboten zu anderen Shirts, CDs, Büchern oder Konzertkarten belästigt werden. Was nicht direkt zur Kernbotschaft gehört, sollte daher aus dem Weg geschafft werden!

White Space

Leerer Raum. Platz. Nichts. Weißraum hat keine eigene Bedeutung im Layout, wie sie Texten oder Bildern zukommt. Und dennoch dient er dazu, Texten und Bildern eine echte Bedeutung zu verleihen. White Space muss man sich leisten können, auch in ökonomischer Hinsicht. Da der weiße Raum keine Informationen vermittelt, könnte man ihn auch als verschenkten Platz bezeichnen. Doch genau diese Annahme kann man in den Umkehrschluss überführen: Wer es sich leisten kann, viel leeren Raum stehen zu lassen, muss etwas wirklich Wichtiges zu sagen haben. Wirtschaftlich gesehen ist White Space ein Desaster – designtechnisch betrachtet ein echter Gewinn.

Klar, klarer, perfekt?

Quelle: Markus Hein Pixelio

Quelle: Markus Hein
(Pixelio) Es gibt klare Handlungsanweisungen für Designer, die ein minimalistisches Layout erstellen wollen. Neben der Reduktion von Inhalten und dem Einsatz von White Space sollte man klare Linien und Strukturen bevorzugen – dabei hilft ein Gestaltungsraster. Bei der Farbwahl beschränkt man sich auf wenige Nuancen, die einander ergänzen. Optischer Ballast wie Zierelemente, überbordende Formen oder Schmuckschriften fliegen gleich ganz aus dem Layout. Letztendlich geht es darum, wie ein Bildhauer zu arbeiten und mit Hilfe der Gestaltungswerkzeuge das Wesentliche herauszumodellieren.

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