Welche Papier- und Schriftfarbe?

10.08.2017 09:00:00
Das klassische Druckprodukt wird schwarz auf weißem Papier produziert. Wann kann man mehr Mut haben und buntes Papier oder eine andere Schriftfarbe verwenden?

Bücher, Broschüren, Zeitschriften, Zeitungen: Die allermeisten Drucksachen, die wir aufschlagen, warten mit schwarzer Schriftfarbe auf hellem Papier auf uns. Manchmal jedoch können farbiges Papier oder eine andere Textfarbe angebracht sein, denn ungewöhnliche Kombinationen sind besonders aufmerksamkeitsstark. Wir sagen, wann was geht – und was man besser vermeidet.

Der Klassiker

Klassische Wahl für Zeitschriften: Schwarzer Text auf hellem Papier.
Quelle: Markus Hein / Pixelio.de
Unser Auge ist daran gewöhnt, schwarzen Text auf weißem (beziehungsweise hellem) Hintergrund zu lesen. Diese Kombination garantiert die beste Lesbarkeit, denn der Kontrast zwischen Buchstaben und Papier ist maximal groß. Zudem tritt das Papier in den Hintergrund, es „stört“ nicht durch Farbigkeit. „Schwarz auf weiß“ lässt sich auch unter schwierigen Lichtbedingungen noch relativ gut entziffern. Deshalb eignet sich dieser Verbund vor allem für lange gedruckte Texte, aber auch am Bildschirm.

Farbe im Spiel

Sobald die Papierfarbe von weiß oder die Textfarbe von schwarz geändert werden sollen, stellt sich zunächst die Frage: Welche Farbe wird anstelle der Klassiker gewählt? Hier kommt die Farbpsychologie ins Spiel, denn wir verbinden mit jeder Farbe automatisch und unbewusst bestimmte Assoziationen. Blau wirkt kühl, rot wirkt warm, grün natürlich und gelb sonnig. Zunächst sollte man also herausfinden, was man mit den Drucksachen erreichen will. Möchte man beruhigend wirken oder stark auffallen? Soll Natürlichkeit transportiert werden oder doch eher Leidenschaft?

Signalfarben

Weißer Text auf rotem Grund: Der Schlussverkauf springt sofort ins Auge.
Quelle: Tim Reckmann / Pixelio.de
Ein beliebtes Anwendungsbeispiel von knalligen Farben sind Sonderangebote oder Warnungen. Rot sticht dem Betrachter schnell ins Auge, sowohl als Hintergrund- als auch als Schriftfarbe. Er verbindet es mit „Stopp, hab acht und schau gut hin!“ Damit sich dieser Effekt nicht abnutzt, sollte man mit Signalfarben sparsam umgehen und unbedingt die Lesbarkeit beachten. Denn was nutzt der beste Rabatt, wenn der Konsument ihn nicht entziffern kann?

Kontraste

Manche Farben harmonieren gut miteinander, andere „beißen“ sich – rot und rosa zum Beispiel. Bei ungewöhnlichen Kombinationen zwischen Schriftfarbe und Papierfarbe sollte man sich immer fragen: Passen die beiden Töne zueinander? Kann man den Text noch entziffern? Ist der Kontrast hoch genug? Generell sollte man lange Texte nicht auf farbigem Papier und in farbiger Schrift drucken. Für die Logogestaltung, Visitenkarten oder beispielsweise die Hervorhebung von Zitaten im Fließtext funktioniert das dagegen ganz gut. Eine Inspiration, welche Farbtöne sich gut kombinieren lassen, gibt die Webseite von Colorhunt.

Invers

„Weiß auf schwarz“ ist eine weitere, beliebte Kombination wenn es darum geht, bestehende Muster aufzubrechen. Hier kommt der Schriftart eine besondere Bedeutung zu: Sie muss klar hervorstechen und vor dem schwarzen Hintergrund bestehen. Die Wahl könnte auf eine serifenlose, klassische Schrift fallen. Zu viel Text sollte aber auch in der Variante „weiß auf schwarz“ nicht gesetzt werden, denn die Umkehr der Sehgewohnheiten ermüdet das menschliche Auge schneller.

 

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