Was sind Serifen?

12.07.2007 09:00:00
Es gibt Schriftfamilien ohne, mit angedeuteten oder vollen Serifen. Alle drei Schrifttypen haben Vorteile. Worin liegen sie begründet?

Alle Schriftarten lassen sich hinsichtlich der Serifen unterscheiden: Sie haben entweder keine, angedeutete oder volle Serifen. Als Serifen werden bei einer Schrift die geschwungenen oder rechteckigen Enden der Striche - auch Endstriche genannt - bezeichnet. Bei vielen Schriftfamilien  hat der Grafiker die Wahl, sowohl serifenlose als auch Schriften mit Serifen einzusetzen. Doch wann bietet sich welche Variante an?

Ursprünge der Serifen

Der Ausdruck "Serife" kommt vom französischen Wort für "Füßchen". Es ist nicht ganz klar, wie genau die Serifen entstanden sind : Schon die Römer haben sie benutzt, wenn sie Botschaften in Stein gehauen haben, die sie zuvor mit dem Pinsel vorgezeichnet hatten. Es wird vermutet, dass die Serifen durch das Ansetzen des Pinsels entstanden sind und beim Meißeln übernommen wurden. Möglich ist auch, dass die Serifen, die durch einen Querschlag eingemeißelt wurden, das spätere Aufplatzen des Steines verhindert haben.

Geschichtliche Entwicklung

Schriften lassen sich in verschiedene Klassen einteilen. Zunächst ist es entscheidend, ob sie Serifen besitzen oder nicht. Serifenlose Schriften werden auch als "sans serif" bezeichnet. Serifenschriften unterscheiden sich untereinander hinsichtlich der Stärke und der Ausprägung der Serifen. Dabei spielen auch Moden und die Zeitgeschichte eine Rolle: In der Französischen und der Venezianischen Antiqua war die Serife kräftig, während sie in der Barock-Antiqua deutlich feiner und ausgeprägter erschien. Die Klassizistische Linear-Antiqua setzte Serifen nur noch als zarte Striche ohne Verbindung zum Hauptstrich ein. Im 19. Jahrhundert kam die serifenbetonte Linear-Antiqua auf, deren Serifen stark betont sind und die auch als Schreibmaschinenschrift zum Einsatz kam. Gleichzeitig wurden serifenlose Schriften entwickelt, die sich bis heute einen wichtigen Platz in der Typographie gesichert haben.

Vor- und Nachteile

Serifenlose Schriften - zu den bekanntesten zählt die Schriftart Arial - werden heute als besonders modern empfunden und deshalb zunehmend beliebter. Bei längeren Texten sind jedoch Serifenschriften wie die Times New Roman die günstigere Wahl, da sie besser lesbar sind. Das liegt daran, dass die Serifen das Auge entlang der Zeile führen. Außerdem führt die unterschiedliche Schriftstärke dazu, dass das Auge nicht so schnell ermüdet. Eine Ausnahme sind Texte, die bei Dunkelheit oder Unschärfe gelesen werden: Bei ihnen werden eher serifenlose Schriften verwendet, da sie bei schwierigen Umständen leichter zu entziffern sind. Das kann beispielsweise im Straßenverkehr der Fall sein. Schriften mit angedeuteten Serifen liegen in der Mitte: Sie verbinden die moderne Anmutung der serifenlosen Schriften mit einer guten Lesbarkeit. Ein Beispiel dafür ist die Schriftart Optima. Manche Schriften besitzen darüber hinaus besonders auffällige Serifen - zum Beispiel die Rockwell. Diese Schriften werden auch als serifenbetonte Schriften bezeichnet und vor allem als Stilmittel gebraucht.

Mehrere Varianten

  Einige Schriftarten haben mehrere Varianten: mit, ohne und mit angedeuteten Serifen. Dazu zählt beispielsweise die Rotis. Zu ihr gehörten neben der Rotis Sans Serif und der Rotis Serif auch die Rotis Semi Sans   mit geringfügigen Serifenansätzen. Die Rotis Semi Serif hat dagegen nur an den Oberkanten der Zeichen Serifen. Schriftarten mit mehreren Serifenformen bieten den Grafikern und Typographen viele Möglichkeiten, die jeweils passende Variante einzusetzen, ohne den einheitlichen Gesamteindruck eines Schriftbildes zu stören.

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