Was ist EPS?

24.05.2011 09:00:00
Das EPS-Format speichert Bild-Dateien in der Programmiersprache PostScript. EPS-Dateien können Vektor- sowie Rasterelemente mit Halbtönen und Schriften enthalten. LASERLINE erklärt in diesem Artikel, was der Unterschied zwischen EPS und PDF ist.

EPS steht für „Encapsulated PostScript“. Der Name zeigt, wie eng das EPS-Format mit der Programmiersprache PostScript verbunden ist: Es wurde eigens dafür entwickelt, dass Bild-Dateien direkt in PostScript speicherbar sind . „Encapsulated“, also eingekapselt, meint hierbei, dass die Datei in sich abgeschlossen ist. Das hat den Vorteil, dass die Anwender nicht unkontrolliert in die Dateistruktur eingreifen und sie zum Nachteil verändern können. Immer noch wird das EPS-Format von vielen Grafikern und im Bereich der Druckvorstufe genutzt, obwohl sich das ähnlich sichere PDF-Format gegen reine PostScript-Dateien durchgesetzt hat.

Am Anfang steht PostScript

Man kann den Sinn und die Vorteile des EPS-Formats nicht verstehen, ohne dabei einen Blick auf die Entwicklung des PostScript-Formats zu werfen: Mitte der Achtziger Jahre erarbeitete die Firma Adobe das PostScript-Format, um die Ausgabe von komplexen Seiten auf Laserdruckern und Belichtern zu ermöglichen. Viele der dazu erforderlichen Schritte wurden mit Hilfe von PostScript in den Computer des Ausgabegeräts (auch bekannt als RIP) verlagert, da die damaligen Rechner mit der Verarbeitung großer Datenmengen noch überfordert waren. Erst das PostScript-Format machte somit den Druck von komplexen Seiten leichter.

PostScript arbeitet mit Objekten

Um diese großen Datenmengen ausgeben zu können, legen die Befehle der Programmiersprache PostScript die Bestandteile einer Druckseite fest, wie zum Beispiel eine Linie, einen Kreis oder Bilder. Darüber hinaus definieren sie, wo genau auf der Seite diese Objekte stehen müssen. Hier kommt das EPS-Format zum Einsatz: Encapsulated PostScript-Dateien sind Bilddateien, die direkt in der PostScript-Sprache abgespeichert wurden und sich somit perfekt in den PostScript-Workflow einfügen. EPS-Daten werden normalerweise erst bei der Belichtung oder bei der Ausgabe in den PostScript-Datenstrom integriert. Deshalb enthalten sie nicht nur die bloßen Bildinformationen, sondern auch ein Vorschaubild, das während der Bearbeitung im entsprechenden Programm, zum Beispiel der Layoutsoftware, angezeigt wird.

Das Funktionsprinzip

Das große Plus von PostScript und damit auch von EPS-Dateien besteht darin, dass das Format die Objekte unabhängig vom späteren Ausgabegerät beschreibt. Egal, ob die Daten nach der Fertigstellung ausbelichtet oder gedruckt werden sollen – das Ergebnis ist immer identisch. Das macht PostScript und EPS hervorragend geeignet für den Austausch von Daten zwischen verschiedenen Geräten und Personen. Damit das funktioniert und die „Neutralität“ der Daten gewährleistet ist, wird zunächst die programm-interne Dateistruktur der verwendeten Software in PostScript umgesetzt. Erst bei der Ausgabe interpretiert der PostScript-Interpreter des Drucksystems oder des Belichters diesen PostScript-Code und gibt die entsprechende Seite aus.

Von PostScript zu PDF

Adobe hat den PostScript-Code immer wieder verbessert und zuletzt 1998 in der Version PostScript Level 3 auf den Markt gebracht. Diese Version bietet unter anderem ein neues Farbmodell, das präzise Farben auf allen Ausgabesystemen garantieren soll. Dennoch wird der Einfluss des ursprünglichen PostScript- und in Folge dessen auch des EPS-Formats immer geringer. Der Grund dieser Tendenz ist das PDF-Format, das Adobe 1991 quasi als Nachfolger beziehungsweise als Weiterentwicklung von PostScript vorgestellt hat.

EPS verliert an Einfluss

Das PDF-Format von Adobe basiert zwar auf PostScript, bietet aber entscheidende Vorteile: Mit Hilfe des Adobe Acrobat Distillers wird eine PostScript-Datei in das PDF-Format umgewandelt. Das heißt, der Distiller arbeitet wie ein PostScript-Interpreter. Die so erzeugte PDF-Datei ist jedoch wesentlicher kleiner als eine PostScript-Datei, da sie nur noch die Beschreibung der Seitenobjekte und nicht mehr den gesamten Programmcode enthält. Man kann also sagen, dass die PDF-Datei eine interpretierte PostScript-Datei ist, aus der überflüssige Informationen „herausdestilliert“ wurden. Für die Anwender ergibt sich daraus der weitere Vorteil, dass auftretende PostScript-Fehler bereits im PDF zu erkennen sind und nicht erst bei der Ausgabe. PDF-Dateien lassen sich darüber hinaus schneller per E-Mail verschicken als PostScript- oder EPS-Dateien, und laufen ihnen deshalb immer mehr den Rang ab.

Weitere Informationen zum Erstellen von Druck-PDFs: www.laser-line.de/druckdaten/pdf

 

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