Was ist eine Ligatur?

22.10.2015 09:00:00
Ligaturen haben im Computersatz an Bedeutung verloren, sie sind jedoch trotzdem nicht aus dem Layout wegzudenken.

Gehen zwei oder mehr Buchstaben eine Einheit ein und verschmelzen zu einem Zeichen, so spricht man von einer Ligatur. Ihren Ursprung hatten die Ligaturen im Bleisatz doch auch im heutigen Computersatz sollte man sich mit ihnen auskennen. Viele Schriftarten bringen von Haus aus die Buchstabenverbindungen mit - und sie sollten auch genutzt werden.

Ligaturen

Quelle: LASERLINE

Im Bleisatz wollte man durch Ligaturen die Lesbarkeit verbessern. Trafen beispielsweise zwei f aufeinander, so mussten die Buchstaben stark unterschnitten werden, um nachfolgende Leerräume zu vermeiden. Gleichzeitig jedoch berührten sich die Oberlängen - ein Dilemma, aus dem die Ligaturen einen Weg wiesen. Allerdings musste für jede Buchstabenkombination und jede Schriftart eine eigene Ligatur entwickelt werden, um das Gesamtbild der Texte nicht zu stören. Besonders häufig waren die Ligaturen: , , , ft sowie deren Kombinationen wie zum Beispiel ffi, ffl. Seltener waren die Kombinationen fk, fj, fh, fb, fz, ll, st, ch, ck, ct, tt, tz, kk, Qu, i, , t, ch. In der Schriftgattung Antiqua aber finden sich davon beispielsweise nur die Ligaturen ff, fi, fl, ae und ce.

Verwendungsregeln bei Trennungen

Quelle: LASERLINE

Ligaturen unterliegen besonderen Verwendungsregeln. Sie betreffen unter anderem die Silbentrennung. Bei zwei Wortstämmen darf aufgrund der Trennung keine Ligatur verwendet werden, selbst wenn die beiden entsprechenden Buchstaben im Wort aufeinandertreffen, zum Beispiel beim Wort Kauf-leute. Generell müssen Ligaturen wieder aufgehoben werden, wenn sie getrennt werden. Eine Ausnahme bilden Nachsilben mit i, zum Beispiel -ig. Hier wird immer eine Ligatur gesetzt, im Fall von häufig mit fi-Ligatur.

Ligaturen heute

Quelle: LASERLINE

Der Computersatz hat die Verwendung von Ligaturen weitgehend zurückgedrängt, da die notwendigen Ausgleiche im Schriftbild automatisch vorgenommen werden. Allerdings bringen viele Open Type-Schriften von Haus aus Ligaturen mit, vor allem, wenn es sich um Schreibschriften handelt. Open Type-Fonts umfassen einen erweiterten Schriftsatz und können dadurch zusätzlich Ligaturen speichern. Auch in Überschriften sind die Buchstabenverbindungen gern gesehen, um ein harmonisches Bild zu liefern. Je größer die Schrift, desto angenehmer wirkt eine Ligatur, denn desto störender erscheinen Lücken.

Layoutsoftware und Ligaturen

Quelle: LASERLINE

Sowohl QuarkXPress als auch Adobe InDesign unterstützten Ligaturen. QuarkXPress bietet über den Befehl Stil, Schriftstil und Ligaturen Zugriff auf die Buchstabenkombinationen. Hier können für die meisten Fonts zumindest die Ligaturen fi und fl aktiviert werden. Adobe InDesign hält die entsprechenden Befehle im Zeichen-Bedienfeld bereit. Bedingte Ligaturen können dort über die OpenType-Funktionen aktiviert werden. Die Software erkennt Ligaturen im Text und tauscht sie automatisch aus.

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