Warum Schriften Geld kosten

29.06.2005 09:00:00
Alles über die Nutzungsrechte von Lizenzschriften, Freeware-Fonts und die neuen liberalisierten FontFont-Schriften von FontShop ...

Schriften kosten Geld, zumindest die guten - Lizenzschriften mit den richtigen Laufweiten und diversen Schriftschnitten. Dahinter steckt viel Entwicklungsaufwand, Kreativität und handwerkliches Können. Deshalb unterliegen Schriften auch wie Programme lizenzrechtlichen Bedingungen. FontShop hat nun die Lizenzbedingungen für seine FontFont-Schriften den modernen Erfordernissen der mobilen Gesellschaft angepasst.

Schrift ist nicht gleich Schrift

Wer hat das nicht schon erlebt: Der Kunde möchte eine feste Schrift für das zukünftige Corporate Identity nutzen und ist verwundert, dass diese Schrift derart viel Geld kostet. Vielfach werden dann die massenweise im Internet oder auf Billig-CDs zu findenden kostenlosen Schriften angeführt, die man hier doch ebenso nutzen könnte. Dabei sind die Preisunterschiede durchaus legitim, bedenkt man, dass eine Schrift nicht einfach nur ein einzelner Schriftschnitt ist und dahinter viel Arbeit, Kreativität und vor allem handwerkliches Typografen-Know-how steckt. Deshalb unterliegen Schriften auch grundsätzlich (auch im Falle von Freeware-Fonts) lizenzrechtlichen Bestimmungen, die es zu beachten gilt.

Kostenlose Schriften

Vor allem die kostenlosen Schriftarten, die man nicht selten auf einer CD oder im Internet findet, dürfen oft nur zu privaten Zwecken verwendet und ohne Zustimmung des Erfinders nicht weiterverteilt werden (auch nicht an Druckereien!). Sie sind großteils aus dem Experiment eines Schriftdesigners entstanden, der mit den Möglichkeiten eines Schriftschnitts ein wenig "herumspielte". Meist kommen diese "Schriftexperimente" aus dem anglo-amerikanischen Raum. Aus diesem Grund fehlen fast allen kostenlosen Schriften die Umlaute oder typisch deutsche Sonderzeichen. Darüber hinaus gibt es diese Schriftarten oft nur in einem speziellen Schriftschnitt, so dass sie für den Firmeneinsatz kaum bis gar nicht geeignet sind.

Hintergrund Lizenzschriften

Anders ist dies bei Lizenzschriften. Darunter versteht man hochwertige und meist auch historische Schriftarten, deren Erstellung auf dem Computer viel Wissen über den Schriftsatz voraussetzen. Neben Formgebung und Zusammenstellung der einzelnen Buchstabenschnitte sind auch drucktechnische Kenntnisse von Nöten, um den Besonderheiten der einzelnen Drucktechniken im Schriftschnitt Rechnung tragen zu können. Insgesamt entstehen pro Font auf diese Weise in wochenlanger Arbeit im Schnitt 220 Schriftzeichen, die in den unterschiedlichsten Schriftschnitten (kursiv, fett, condensed, compressed, etc.) nochmals handwerklich ausgeführt werden müssen. Schriftdesign ist deshalb mehr als nur Handwerk, es ist zum Teil jahrelanges visuell-gestalterisches Arbeiten, dem eine große Portion Kreativität inne ist.

Lizenzregeln

Sieht man diese Arbeit, verwundert es nicht, dass der Urheber eines Fonts seine Urheberrechte gewahrt sehen möchte und Nutzungsgebühren gekoppelt mit Lizenzregeln erhebt. Deshalb unterliegen Schriften wie Software oder Musik lizenzrechtlichen Bedingungen. Verboten ist im Allgemeinen das Kopieren der Schrift bzw. die Weitergabe an Freunde, Kollegen oder Druckereien. Dies entspricht der verbotenen Herstellung einer Raubkopie und kann damit strafrechtlich verfolgt werden. Ausnahme ist jedoch die Sicherungskopie für den eigenen Bedarf. Doch schon die Kopie der Schrift für andere Rechner eines Unternehmens ist verboten. Hierzu müssen sogenannte Mehrplatz-Lizenzen erworben werden, damit der Lizenzregelung Genüge getan wird. Mit der Bezahlung für eine Schrift erwirbt man also nicht das alleinige Eigentum, sondern nur einen Nutzungsvertrag dieser einen Datei. Im Rahmen dieses Nutzungsvertrages darf die Schriftensoftware meist nur auf einem Rechner installiert werden.

Schriftenweitergabe an Dritte

Schriften dürfen deshalb bislang nur an Dritte weitergegeben werden, wenn diese modifiziert wurden - z.B. für einen Druckauftrag - und der Dritte eine Lizenz der Originalschriftart besitzt und dies nachweisen kann. Zusätzlich ist es fast immer zulässig, die Schrift in ein Dokument (z.B. PDF oder PS) einzubetten, die aber nicht wieder extrahiert werden darf. Ansonsten ist die Weitergabe an Dritte bei nahezu allen Schriften untersagt, selbst wenn Anwendungen wie Corel Draw in der Vorbereitung für den Drucker gleich den Fontordner mit in das Druckerverzeichnis hineinlegten. Dies ist nach den Lizenzbedingungen fast aller Schriftarten nicht zulässig und kann strafrechtlich verfolgt werden!

Liberalisierung bei FontFont-Schriften

Vielen Nutzern sind diese Bestimmungen fremd, andere sahen sich wider besseren Wissens und den Bestimmungen bislang dazu gezwungen, Schriften an die Druckerei mitzuliefern, um das gewünschte Druckergebnis zu erzielen. Der Schriftenanbieter FontShop International (FSI) ging deshalb nun erstmals auf die aus diesem Dilemma entstehenden Kundenwünsche ein und aktualisierte die Lizenzbedingungen für seine FontFont-Schriften. Sie umfassen nahezu 3000 Klassiker und Neuheiten des zeitgenössischen Schriftdesigns und werden seit 1990 exklusiv von FontShop vertrieben. Bislang durften diese Schriften nur eingebettet werden, wenn der Empfänger ebenfalls eine Lizenz besaß. Seit Anfang Juni aber können FontFonts ohne zusätzliche Lizenz auf Laptops geladen und mit Druckaufträgen weiter gegeben werden, sofern die Dokumente unverändert belichtet/gedruckt werden und der Dienstleister diese anschließend löscht. Diese Liberalisierung der Lizenzregeln gilt auch für bereits erworbene FontFonts. Lizenziert wird zudem nicht mehr pro Rechner, sondern pro Mitarbeiter. Hat dieser also mehrere Arbeitsplätze, ist eine Kopie der Schriftensoftware auf diese erlaubt.

Neue Regeln auch für das Internet

Neu ist auch die Regelung für die Nutzung von FontFonts im Internet: Wer Fontfonts in nicht-kommerzielle PDF-Dokumente einbettet, kann diese künftig auf Websites publizieren beziehungsweise zum Download anbieten. Auch die Rechte der Font-Designer hat FontShop International gestärkt: FontFont-Schriftdateien dürfen - ohne Genehmigung - weder umbenannt noch modifiziert werden. Die genauen FontFont-Lizenzbedingungen sind bei FontShop einsehbar.

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
Produkte finden
Wir helfen Ihnen weiter!
SIE BENÖTIGEN HILFE BEI DER DRUCKDATENERSTELLUNG?
Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Druckvorlagen.
Auf unserer Serviceseite haben wir viele nützliche Hinweise dazu zusammengefasst.
SIE HABEN IHR WUNSCHPRODUKT NICHT GEFUNDEN?
Sollten Sie spezielle Anforderungen an ein Produkt haben, richten Sie bitte eine Anfrage an unser Service-Team. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Sie!