Von Überdrucken bis Unterfüllen

18.01.2018 09:00:00
Das Besondere am Offsetdruck sind seine durchscheinenden Farben. Deswegen kennt man sich in der Vorstufe mit dem Überdrucken und Aussparen aus. Ebenfalls wichtig: das Über- und Unterfüllen. Wir erläutern, was die Begriffe bedeuten.

Stellen Sie sich das Logo von Ikea vor: Ein blauer Schriftzug befindet sich auf einer gelben Ellipse, die wiederum auf einem blauen Rechteck liegt. Im Offsetdruck umgesetzt, entspricht ein solches Logo nur dann der Unternehmens-CI, wenn die verschiedenen Elemente auf ihren jeweiligen Hintergründen ausgespart wurden.

Das liegt daran, dass die Farben im Offsetdruck lasierend sind: Ein vollflächig gedruckter Hintergrund scheint durch das im Vordergrund gedruckte Motiv; es entsteht eine Mischfarbe. Bei Logos wie dem von Ikea beispielsweise würde aus dem Zusammentreffen von Gelb und Blau ein – unerwünschtes – Grün entstehen.

Nicht Überdrucken = Aussparen

Das Besondere am Offsetdruck sind durchscheinenden Farben, weswegen Überdrucken, Aussparen, Über- und Unterfüllen wichtig sind.
Quelle: Fiedels / Adobe Stock
Der Begriff „Aussparen“ bezieht sich also auf die Hintergrundfarbe einer Drucksache. Aus ihr werden die Formen ausgeschnitten, beziehungsweise frei gelassen, die mit einem andersfarbigen Motiv gefüllt werden.

Die meisten Layoutprogramme übernehmen diesen Schritt automatisch. Dementsprechend gibt es den Befehl „Aussparen“ in dem Sinne nicht; er wird ausgeführt, wenn der Befehl „Überdrucken“ nicht angeklickt ist.

Überdrucken = gewollte Mischfarbe

Wenn der Befehl „Überdrucken“ für alle Farben angeklickt ist, werden alle Farben über ihre gesamte Fläche gedruckt. Auch, wenn ein weiteres Motiv auf dem jeweiligen Hintergrund liegt. Die dabei entstehenden Mischfarben sind dann gewünscht.

Über- und Unterfüllen = Blitzer ade

Wenn man mit dem Aussparen von Motiven arbeitet, um keine Mischfarben zu erhalten, besteht allerdings die Gefahr, dass Blitzer entstehen. Das passiert, wenn die Motive nicht passgenau aufeinanderliegen, wenn also zum Beispiel das Weiß des Papiers hervorblitzt.

Im Druckprozess lässt sich diese Situation kaum vermeiden. Abhängig von der Drucktechnik ist die Gefahr von Blitzern unterschiedlich hoch. Um sie zu verhindern, muss man Farben über- beziehungsweise unterfüllen. Der Fachbegriff für beides zusammen ist das Contour Trapping.

Von Überfüllen spricht man, wenn ein im Vordergrund liegendes Motiv in einer helleren Farbe ein bisschen vergrößert wird und somit mit einem Rand in den dunkleren Hintergrund hineinragt. Von Unterfüllen spricht man, wenn der Hintergrund die hellere Farbe hat und die ausgesparte Fläche ein wenig verkleinert wird. Das Ergebnis ist das gleiche: Die beiden Motive überlagern sich nun geringfügig; Blitzer sind ausgeschlossen.

Eine Ausnahme sind schwarze Motive. Wenn sie Teil des Designs sind, wird die Farbe Schwarz (K) gern auf „Überdrucken“ angelegt, um Blitzer zu verhindern. Ein Unterfüllen ist dann nicht notwendig.

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