Von RGB nach CMYK

06.01.2011 09:00:00
Die Farbräume RGB und CMYK basieren auf unterschiedlichen Grundlagen – das macht die Umwandlung so knifflig. Wir geben Tipps für die Konvertierung.

Man sollte Äpfel nicht mit Birnen vergleichen – beide fallen zwar in die Rubrik „Obst“, bringen aber andere Eigenschaften mit. Ähnlich ist das mit RGB und CMYK. Beides sind Farbräume, damit sind die Gemeinsamkeiten aber schon fast abgehandelt. Dennoch muss man den RGB-Farben oft die CMYK-Jacke anziehen und umgekehrt.

Was unterscheidet RGB und CMYK?

Quelle: O. Fischer Pixelio

Farbräume zeigen grafisch an, welche Farben technisch dargestellt werden können. Dabei werden meist mehrere Achsen konstruiert, auf denen die Farbwerte verortet werden. Der RGB-Farbraum stellt einen Ausschnitt dar, der auf dem additiven Prinzip basiert. Das heißt, kombiniert man die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau, so werden alle darstellbaren Farben erzeugt. Alle Farben übereinander gelegt ergeben Weiß. Der RGB-Farbraum wird für Monitore, Scanner und Kameras verwendet. Im Gegensatz dazu wird das Farbmodell CMYK für den Druck eingesetzt. Es hat konträre Grundlagen, denn es ist ein subtraktiver Farbraum. Werden die Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz übereinander gedruckt, entsteht theoretisch Schwarz; durch die Konsistenz der Druckfarben aber ein dunkles Braun. Zu beachten ist weiterhin, dass es verschiedene CMYK (bspw. ISO coated v2, PSO uncoated) und RGB (bspw. sRGB, eciRGB) Farbräume gibt. In Abhängigkeit von der gewählten Papiersorte oder dem Material ist das Profil entsprechend einzustellen. Der Druck auf gestrichenem Papier im Bogenoffsetdruck benötigt die Einstellung ISO coated v2; auf ungestrichenem Papier das Profil PSO uncoated.

Wo fangen die Probleme an?

Monitore arbeiten im RGB-Farbraum, im Druck ist aber der CYMK-Farbraum gefragt. Das bedeutet, dass die Farben von einem Farbmodell ins andere umgewandelt werden müssen. Und hier beginnen die Schwierigkeiten: Beide Farbräume sehen nämlich nicht gleich aus und sind auch nicht gleich groß. Im RGB-Farbraum können viel mehr Farben dargestellt werden als im CMYK-Modell. Man muss also die RGB-Farben so anpassen, dass sie in das CMYK-Modell passen. Dabei kommt es unweigerlich zu Verlusten, je nachdem, welche Technik man für die Konvertierung verwendet. Hier kommen die Rendering Intents ins Spiel.

Gekonnt konvertieren

Quelle: Alexander Hauk Pixelio

Rendering Intents helfen dabei, RGB-Daten im CMYK-Farbraum darzustellen. Es gibt verschiedene Rendering Intents, die auch unterschiedliche Ergebnisse bewirken. Ein Rendering Intent arbeitet perzeptiv, also wahrnehmungsorientiert. Die Farbwerte bleiben bei dieser Methode erhalten und die Farben werden einfach so lange „gestaucht“, bis sie in den neuen Farbraum passen. Diese Komprimierung läuft aber nicht linear ab, gesättigte Bereiche werden stärker komprimiert. Die Sättigung im Blick hat dagegen die Methode sättigungserhaltend. Hier geht es vor allem darum, die Sättigung der Farben zu erhalten, allerdings oft auf Kosten der Farbgenauigkeit. Daher ist dieser Rendering Intent für den Druck weniger geeignet.

Die Schere ansetzen?

Quelle: Rainer Sturm Pixelio

Die beiden bereits beschriebenen Rendering Intents erhalten alle Farben eines Farbraums. Anders ist das bei den Varianten „relativ farbmetrisch“ und „absolut farbmetrisch“. Farbwerte, die nicht in den CMYK-Farbraum passen, werden abgeschnitten und auf den Rand des Farbraums gesetzt. Dabei kommt es natürlich zu Detailverlusten, gerade an den Rändern. Der relativ farbmetrische Rendering Intent zieht den Weißpunkt als Bezug heran. Beim absolut farbmetrischen Verfahren berechnet man das Papierweiß mit ein. Die Farben wirken dadurch nicht so leuchtend, sie simulieren aber beispielsweise bei einem Proof das spätere Druckergebnis realistischer.

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