Vom Scharfstellen

09.07.2015 09:00:00
Der Trend vom Selbermachen macht auch vor der Fotografie nicht halt. Da dreht man wieder gern am Fokus. Alles scharf zu zeigen, ist schließlich was für Smartphones.

Als 1985 mit der Minolta 7000 die erste ernsthafte Spiegelreflex mit Autofokus auf den Markt kam, kochte die Diskussion schnell hoch: Automatisch oder manuell zu fokussieren das war hier die Frage für Jahre. Doch damals waren die Fronten noch relativ klar. Es gab Spiegelreflexkameras mit und ohne AF, alle arbeiteten mit den gleichen Systemen und Hilfsmitteln. Und es gab fast nur das, was wir heute Vollformat nennen. Doch auch die Welt des Scharfstellens ist mit der Digitalisierung bunter und vielfältiger geworden. Zum Glück.

Die Klassischen

Spiegelreflexkameras fokussieren immer noch nach dem gleichen Prinzip wie 1985, nur viel, viel schneller.
Quelle: Sony

Spiegelreflexkameras fokussieren immer noch nach dem gleichen Prinzip wie 1985, nur viel, viel schneller. Der Phasen-AF vergleicht ständig zwei winzige Teilbilder. Er arbeitet fix und funktioniert auch unter mäßigen Lichtverhältnissen. Doch er braucht Module, die im Kameraboden sitzen und mittels des teildurchlässigen Spiegels ins Geschehen einbezogen werden. Anders ist das im LiveView-Modus. Da ist der Spiegel weggeklappt und es bleibt der Kontrastautofokus, der nach dem Prinzip arbeitet, dass höchster Kontrast auch gleichzeitig höchste Schärfe bedeutet. So funktionieren auch spiegellose Systemkameras. Das erfordert dafür optimierte Objektive und etwas mehr Zeit, da immer auch über das Motiv hinausgefahren werden muss. Und wieder zurück. Dafür kann man sich frei heraussuchen, wo auf dem Bild die Schärfe liegen soll.

Die AF-Optimierer

Wenn man automatische Systeme optimal auswählt und einsetzt, dann erleichtern sie das Leben erheblich. Das bedeutet möglichst viele Messfelder bei der DSLR. Wobei man sich natürlich auch die Mühe machen sollte, sie anzuwählen. Dann kommt noch die Einstellung Continous AF für bewegte Motive und Single AF für statische. Selbst die besten spiegellosen greifen mittlerweile zusätzlich auf Phasen-AF-Module zurück, indem auf dem Sensor einzelne Pixel für den Fokus geopfert werden. Dazu noch die passende Optik für den Kontrast-AF und fertig ist das automatisch scharfe Bild. Eigentlich.

MF in der AF-Welt

Uneigentlich hat es auch eine enorme Faszination, manuell zu fokussieren. Die Schärfe liegt dann wirklich da, wo wir sie haben wollen und es ist viel mehr mein Bild, als nur das der Kamera. Aber wie schafft man das mit einer modernen DSLR? Mit dem Einstiegsmodell mit Kitzoom und APS-C-Sensor wird das wohl nichts werden, zumindest keinen Spaß machen. Denn um nicht nur in Ausnahmefällen zum Scharfstellring zu greifen, braucht es erst mal einen Ring, der satt läuft, breit ist und den man gerne anfasst. Dann braucht es Lichtstärke, damit man den Unterschied scharf-unscharf besser sieht und einen großen Sucher, am liebsten im Vollformat. Wenn dann immer noch die meisten Bilder unscharf sind, hilft bei Profi-Modellen eine auf manuellen Fokus ausgelegte Mattscheibe. Und sonst? Üben, üben, üben.

Wo der Autofokus nicht hilft

Es hat eine große Faszination, manuell zu fokussieren: Die Schärfe liegt dann wirklich dort, wo der Fotograf sie haben möchte.
Quelle: Kesberger

Wem das zu sehr nach Arbeit klingt, dem kann auch mit scharfen Fotos geholfen werden. Gerade auf dem Stativ hat der Griff zum Fokusring den Vorteil, dass man nicht bei jeder Belichtung von vorne anfangen muss. Wer dann im LiveView-Modus die Lupe mit zehnfach-Vergrößerung heranzieht, erhält eine exakt eingestellte Schärfe, von der wir früher immer geträumt haben, unbeeinträchtigt von dejustierten Spiegeln und Einstellscheiben. Allerdings lässt aus der Hand fotografiert die Begeisterung spürbar nach, wenn sich Motiv oder Fotograf zwischen Lupenfokus und eigentlicher Aufnahme ein bisserl bewegen. Das ist dann die Stunde von Fokus-Peaking. Hier werden die scharfen Partien des Bildes meist farbig unterlegt. Wer dann ein altes manuelles Leica-Objektiv an eine moderne Systemkamera adaptiert, wird schnell erleben, wieviel Spaß es machen kann, schnell manuell scharfzustellen.

 

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
Produkte finden
Wir helfen Ihnen weiter!
SIE BENÖTIGEN HILFE BEI DER DRUCKDATENERSTELLUNG?
Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Druckvorlagen.
Auf unserer Serviceseite haben wir viele nützliche Hinweise dazu zusammengefasst.
SIE HABEN IHR WUNSCHPRODUKT NICHT GEFUNDEN?
Sollten Sie spezielle Anforderungen an ein Produkt haben, richten Sie bitte eine Anfrage an unser Service-Team. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Sie!