Videoobjektive zum Fotografieren

03.11.2016 09:12:00
4k-Video, 6k-Foto: Die Grenzen zwischen Video und Foto verschwimmen immer mehr. Natürlich kann man auch mit Fotoobjektiven filmen und mit Videoobjektiven fotografieren. Videoobjektive? Die Stückzahlen sind klein und in den geizigen Technikmärkten wird man sie kaum finden.

Von außen erinnert die massive Bauweise mit den einheitlich großen Filtergewinden zwar durchaus an das Werkstuning bei BMW und Mercedes, aber die Videoversionen bieten manchmal auch Mehrwert für's bessere Stehbild.

Der Markt

Videozooms von Zeiss sind durchaus etwas größer als die Kollegen aus dem Fotoregal
Quelle: Zeiss
Es gibt Hersteller wie Schneider Kreuznach, die sich nach 100 Jahren von der Produktion hochwertiger Fotoobjektive vollständig zurückgezogen haben und gleich komplett in den Filmsektor umgezogen sind. Hier sind die Budgets zumindest noch etwas größer – und der Kameramann kauft auch gern komplette Sätze im Koffer.

In diesem hochprofessionellen Markt tummelt sich ähnlich motiviert gleich die übrige Crème de la Crème der deutschen Optikindustrie, mit Zeiss und Leica dank der eigenen Tochter CW Sonderoptic. Natürlich haben auch die Japaner erkannt, dass man hier Geld verdienen kann. Manche Konstruktionen kommen einem sehr bekannt vor, andere gibt es nur im Videobereich zu kaufen wie etwa das 1,4/16 oder 1,4/135 von Leica.

Im Fotosektor hat sich solche extremen – und entsprechend schweren – Konstruktionen noch niemand getraut. Eine Besonderheit stellen die meisten Zoom-Konstruktionen auf diesem Markt dar. Hier schnellen die Preise so stark in die Höhe, weil professionelle Filmer normalerweise erwarten, dass sich der Schärfepunkt nicht verlagert, wenn die Brennweite verändert wird.

Klingt für Fotografen zwar normal, ist es aber nicht. Vor allem dann nicht, wenn die bewegten Bilder auf einer riesigen Kinoleinwand gigantisch vergrößert werden.

Die Blenden

Videozooms von Zeiss sind durchaus etwas größer als die Kollegen aus dem Fotoregal
Quelle: Zeiss
Auf den ersten Blick klingt es verrückt – selbst unsere Kinos sind längst volldigitalisiert. Und trotzdem erfolgt die Blendensteuerung bei Filmobjektiven meist voll mechanisch. Wer damit via LiveView fotografiert, dem kann das egal sein. Ja es hat sogar Vorteile, bei der Beurteilung der Schärfentiefe, doch mit der Spiegelreflex reduziert sich der Spaß, wenn die Springblende auch noch fehlt.

Wenn der Linse noch ein paar Blendenlamellen mehr spendiert werden – Schneider verwendet bei den FF-Primes beispielsweise generell 14 Lamellen – freut sich auch der Fotograf über ein zartes „Bokeh“ bei der Wiedergabe unscharfer Bereiche. Fotoobjektive haben üblicherweise eine Blendensteuerung in Raststufen in Abständen von halben oder Drittelstufen. Das ist praktisch bei der Belichtungsmessung oder bei Belichtungsreihen in der Fotografie.

Filmer mögen es dagegen stufenlos, wenn beim Schwenk über die Szene hin zur untergehenden Sonne auch die Belichtung angepasst werden soll. Wie streng der Filmbereich arbeitet, zeigt sich auch daran, dass die Offenblende in der T-Variante angeben wird. Entscheidend ist, was hinten raus kommt – während im Fotobereich berücksichtigt wird, was vorne reinkommt. Da die vielen Gläser der Optikkonstruktion ein wenig Licht schlucken, sind ein 1,4/35 und ein 1,5/35 (T) optisch durchaus identisch.

Fokus und mehr – die Mechanik

Inzwischen hat man auch bei Leica das Umsatzpotential von Videoobjektiven erkannt.
Quelle: CW Sonderoptic
Ein Hauptunterschied zu normalen Fotoobjektiven ist der Fokus: Autofokus gibt es hier nicht. Dazu kommt meist eine extrem exakte und tendenziell etwas weiter aufgefächerte Schärfeskala. Da diese von der realen Brennweite des einzelnen Objektivs abhängt, wird beispielsweise bei Zeiss jedes einzelne Objektiv ausgemessen und anschließend mit einer individuell aufgravierten Schärfeskala versehen.

So lässt sich die Entfernung am Set extern messen und anschließend verlässlich auf das Objektiv übertragen. Dazu kommen Zahnkränze, in die professionelle Fokussysteme eingreifen können, damit der Schärfezieher beim Dreh die Schärfe von der Seite nachstellen kann, während der Kameramann sich auf das Bild selbst konzentriert.

Die Alternativen

Es gibt zwar von Samyang/Walimex durchaus auch günstige Videoobjektive, aber gemeinhin taucht der höhere Produktionsaufwand auch auf der Rechnung auf. Da lässt sich das Prinzip auch umdrehen und in die fast gleiche optische Leistung deutlich günstiger investieren.

Manueller Fokus und manuelle Blende sind ja trotzdem erlaubt. Man kann die Video-Listen auch benutzen, um Rückschlüsse auf die optisch attraktivsten Fotovariante zu ziehen.

Dazu kommt bei manchen Reihen, etwa bei Zeiss oder Tokina, die Möglichkeit, die Blende per Schalter von Raststufen auf rastlos zu stellen, um das Beste aus beiden Welten zu vereinen. Foto und Video sollen sich ja in Zukunft auch weiter vertragen.

 

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