Vermeidbare Typographie-Sünden

26.07.2007 09:00:00
Lesen Sie, was Sie beim Gestalten unbedingt vermeiden sollten: die Rangliste der schlimmsten Sünden bei Layout und Typographie.

Unpassende oder zu viele Schriften, hässliche Trennungen,  zu wenig weißer Raum– die Liste der Typographie- und Layout-Sünden ist lang und ließe sich beliebig fortführen. Deshalb sollten sich Grafiker und Layouter  ins Gedächtnis rufen, welche Fehler sie auf keinen Fall machen dürfen. Wenn sie  diese zehn häufigsten Sünden vermeiden, ist im Layout schon viel gewonnen.

  1. Zu großes Schriften-Durcheinander
    Zu viele Schriften, Schriftstile und Schriftgrade verderben den Brei. Wenn Sie unterstrichene, kursive, fette, halbfette Schriftschnitte, verschiedene Schriftgrößen und womöglich noch verschiedene Schriftarten verwenden, wird das Ergebnis unruhig und zusammenhanglos wirken. Dreidimensionale Schriften haben höchstens in Werbeprospekten etwas zu suchen. Auch Farbverläufe in Schriften können ein Dokument überfrachten.

  2. Zu viele Stile
    Was für die Schrift gilt, gilt auch für Stilelemente, wie die Strichstärke der Linien oder die Platzierung von Bildern oder Tabellen: Wechseln Sie nicht zu oft zwischen verschiedenen Strichstärken oder Gestaltungsrastern, das gibt ein unharmonisches Bild.

  3. Unpassende Schriften
    Auch die Wahl der falschen Schrift  kanndie Wirkung eines Layouts beeinträchtigen. Passen Sie die Wahl der Schrift dem Zweck des Dokuments an. Für umfangreiche Texte sollten Sie wegen der besseren Lesbarkeit Schriften mit Serifen verwenden. Ein Geschäftsbericht verlangt eine klassischere, seriösere Schrift als die Einladung zu einer informellen Geburtstagsparty. Lernen Sie neue Schriften kennen – die Standardschriften werden schnell langweilig. Die Investition in zusätzliche Schriften zahlt sich aus.

  4. Unkorrekte Satzzeichen
    Dass Sie bei Ihren Texten auf die korrekte Rechtschreibung achten,  versteht sich von selbst. Aber auch die Satzzeichen dürfen nicht vernachlässigt werden. Verwenden Sie auf jeden Fall korrekte An- und Abführungszeichen. Auch Gedanken- und Bindestrich dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Ebenfalls unschön sind überflüssige Leerzeichen.

  5. Falsche Trennungen
    Ebenso wie auf eine korrekte Rechtschreibung sollten Sie Ihr Dokument auch auf die Silbentrennung hin überprüfen. Automatische Silbentrennungen funktionieren nicht immer richtig oder sind sinnentstellend – beispielsweise beim Druck-Erzeugnis gegenüber dem Drucker-Zeugnis. Sie sollten Trennungen in Überschriften und über Seitengrenzen hinweg vermeiden. Außerdem wirken auch mehrere aufeinander folgende Trennungen hässlich.

  6. Unpassendes Format
    Stellen Sie bei der Auswahl des Formats die Lesbarkeit in den Vordergrund. Schmale Spalten und ein zu großer Zeilenabstand wirken hinderlich.

  7. Zu wenig weißer Raum
    Auch eine „Bleiwüste“ wirkt sich, ähnlich wie das falsche Format, negativ auf die Lesbarkeit aus. Sie sollten darauf achten, den Text mit Hilfe von Rändern und weißem Raum  zu gliedern.

  8. Schlecht gegliederte Texte
    Der Leser muss sich auf einer Seite schnell orientieren können. Dazu helfen ihm auch gut auffindbare Überschriften. Zu viele Gliederungsebenen verwirren jedoch – mehr als vier sollten es nicht sein. Bei Hauptkapiteln sollten Sie das neue Kapitel auch auf einer neuen Seite beginnen lassen.

  9. Heimtückische Formatierung
    Texte werden mit Absatzeinstellungen und nicht durch das Einfügen von Leerzeichen und Leerzeilen formatiert. Wenn Sie zum Beispiel Leerzeilen einfügen, kann Ihnen der Text über eine Seitengrenze hinausrutschen. Das ist nur schwer zu korrigieren. Einfacher geht es mit Absätzen, die über einen linken und rechten Einzug sowie über einen definierten Abstand nach oben und unten verfügen.

  10. Fehlende Kontrolle
    Wenn Sie Ihr Dokument fertig gestellt haben, sollten Sie es selbst sorgfältig überprüfen. Verlassen Sie sich nicht auf eingebaute Sicherheitsmechanismen wie eine automatische Rechtschreibprüfung oder Silbentrennung. Überlegen Sie noch einmal, ob Sie alle Informationen und Kernpunkte eingebaut haben, und ob die gewählte Darstellungsform diese Botschaften auch transportiert.
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