Ungleiche Paare

11.12.2014 09:00:00
Die Bisoziation ist eine Kreativitätstechnik, bei der ungewöhnliche Verbindungen gesucht werden – oft mit großem Erfolg.

Kreativitätstechniken helfen dabei, neue Ideen zu finden und bestehende Pfade zu verlassen. Gerade bei kniffligen Problemen, bei denen eine Lösung weit entfernt zu sein scheint, empfehlen sich außergewöhnliche Maßnahmen. Eine davon ist die Bisoziation, die seit einem guten halben Jahrhundert ein Begriff in der Kreativitäts- aber auch der Humorforschung ist.

Das ist Bisoziation

Quelle: Gisela Peter /Pixelio.de

Quelle: Gisela Peter
/Pixelio.de Die Bezeichnung „Bisoziation“ lehnt sich an den Begriff „Assoziation“ an. Im Gegensatz zum Assoziieren werden beim „Bisoziieren“ jedoch nicht ähnliche oder gleiche Wörter, Bilder und Vorstellungen gesucht, sondern solche, die nichts miteinander zu tun haben. Das soll eingefahrene Denkmuster durchkreuzen. Erstmals aufgetaucht ist das Verfahren 1964 im Werk „The Art of Creation“, deutsch „Der göttliche Funke“, von Arthur Koestler. Die Kreativitätstechnik ist zudem unter dem Stichwort „Reizbild“ bekannt.

Die Ziele

Bei der Bisoziation werden Begriffe, Ebenen oder Elemente miteinander verknüpft, die sonst in keinem Zusammenhang stehen. Ziel soll es sein, daraus eine Erkenntnis oder ein tieferes Verständnis der Dinge abzuleiten. Viele Witze basieren ebenfalls aus dem Zusammentreffen von Dingen, die sonst nicht zusammen gehören – hier kollidieren verschiedene Welten oder Ebenen miteinander. Als Kreativitätstechnik angewandt, geht es eher darum, neue Ideen zu finden, die sich vorher nicht erschlossen haben.

So funktioniert es

Als erstes bringt man Dinge zusammen, die auf einer anderen Ebene als die Problemstellung liegen – beispielsweise Bilder oder Musik. Dann überlegt sich jeder Teilnehmer, wie er diese Dinge mit der Problemstellung in Verbindung „bisoziiert“. Die so gefundenen Ideen und Ansätze werden gemeinsam diskutiert und ausgewertet. Bei der zweiten Ebene sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Man kann die Cover von CDs genauso ins Spiel bringen wie Utensilien, die im Bad stehen oder den Artikel auf Seite fünf der aktuellen Tageszeitung.

Beispiele

Quelle: Sponk Wikimedia Commons

Quelle: Sponk
(Wikimedia Commons)

Quelle: Guido Blank /Pixelio.de

Quelle: Guido Blank
/Pixelio.de Ein berühmtes Beispiel aus der Geschichte ist für Arthur Koestler die Entdeckung der Wasserverdrängung. Der Grieche Archimedes suchte die Lösung zur Berechnung des Rauminhalts einer Krone. Er fand sie, als er badete: In der Wanne liegend verdrängte er genau so viel Wasser, wie sein Körper Volumen hatte. Daraus leitete er ab, dass man den Rauminhalt einer Krone ebenfalls berechnen kann, indem man sie in ein mit Wasser gefülltes Messglas legt. Aber es geht noch ungewöhnlicher: Der Chemiker August Kekulé fand das Modell der Benzolformel, als er von einer Schlange träumte, die sich in den Schwanz biss.

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