Unerwünschte Effekte im Satz

04.02.2010 09:00:00
Typografie und Desktop Publishing überzeugen immer wieder durch blumige und ideenreiche Begriffe. So tragen auch viele Satzfehler Namen, die man sich gut merken kann.

Was macht eine „Leiche“ in der Typografie und wann feiert man eine „Hochzeit“? Hat der „Schusterjunge“ etwas mit der „Gasse“ zu tun“ und wofür steht der derbe Ausdruck „Hurenkind“? Die grafische Branche ist voll von blumigen Begriffen für eigentlich unerwünschte Effekte. Eine Ausnahme macht hier nur die durchaus erwünschte „Jungfrau“.

Schusterjungen

Der Schusterjunge gehört zu den bekanntesten, unerwünschten Effekten im Layout: Gemeint ist eine einzelne, erste Zeile eines Absatzes, die als letzte Zeile am Ende einer Seite oder Spalte steht.

Quelle: Wikimedia

Quelle: Wikimedia

Hurenkinder

Der gegenteilige Effekt zum Schusterjungen wird Hurenkind genannt: Hiermit bezeichnet man eine einzelne, letzte Zeile eines Absatzes, die am Anfang einer neuen Seite oder Spalte steht.


Quelle: Sandra Küchler

Gassen

Das Phänomen der Gassen tritt in Texten zunächst zufällig auf: Stehen mehrere Zeilen übereinander und befinden sich dabei auch mehrere Wortzwischenräume übereinander, so entsteht dadurch eine Gasse. Dieser störende Leerraum „zerschneidet“ den Text optisch und sollte daher vermieden werden.

Hochzeit

Quelle: Sandra Küchler

Quelle: Sandra Küchler Der Unaufmerksamkeit ist ein Satzfehler geschuldet, der „Hochzeit“ genannt wird: Wiederholen sich zwei Wörter fälschlicherweise im Text, so wird diese Bezeichnung dafür gewählt.

Leichen

Kommt ein Wort stattdessen im Text gar nicht vor, das jedoch darin hätte stehen müssen, so hat der Layouter eine „Leiche“ produziert.

Jungfrau

Ein fehlerlos gesetzter Text, in dem keine Korrekturen vorgenommen werden müssen, wird als „Jungfrau“ bezeichnet.

„Deppen“-Apostroph


Quelle: Polluks
(Wikimedia) Überall wimmelt es von Apostrophen, die dort nicht hingehören: Wer durch eine Innenstadt bummelt, findet allenthalben „Karl’s Kneipe“, „Susi’s Salon“ oder „Josef’s Wäscherei“. Allen diesen Bezeichnungen ist gemein, dass sie fälschlicherweise ein Apostroph tragen. Im Volksmund wird es auch salopp „Deppen“-Apostroph genannt. Fakt ist: Im Deutschen wird der Genitiv nicht durch ein Apostoph abgetrennt, das ist nur im Englischen so. Korrekt müsste es also „Karls Kneipe“, „Susis Salon“ und „Josefs Wäscherei“ heißen. Allerdings treibt der „Deppen-Apostroph“ mittlerweile noch weitere Blüten: Auch ein „Hand’y“ wurde schon gesichtet.

„Deppen“-Leerzeichen

Im Windschatten des „Deppen“-Apostrophs hat sich auch das „Deppen“-Leerzeichen empor gearbeitet. Dabei spricht man von zusammengesetzten, zusammengehörigen Begriffen, die fälschlicherweise durch ein Leerzeichen getrennt werden. Zum Beispiel die „Curry Wurst“, der „Super Markt“ oder das „Einkaufs Center“.

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