Umsatzsteuererhöhung 2007

26.10.2006 09:00:00
Erhöhung des Regelsatz von 16 % auf 19 % - was Grafiker gerade in der Übergangszeit zum Jahreswechsel bei der Rechnungsstellung beachten müssen ...

Ab dem 01.01.2007 wird die Umsatzsteuer von 16 % auf 19 % angehoben. Gerade Freiberufler und Gewerbetreibende sollten sich auf die kommende Übergangszeit gut vorbereiten. Denn entscheidend für die Anwendung des neuen Steuersatzes ist allein, wann eine Leistung ausgeführt worden ist. Deshalb können im Dezember erstellte Rechnungen über in 2007 zu erbringende Leistungen bereits mit 19 % besteuert werden, wohingegen Teilleistungen eines erst 2007 endenden Werkvertrags unter gewissen Umständen mit 16 % in Rechnung gestellt werden können. Deshalb gilt es gerade in der Übergangszeit einiges zu beachten.

Erhöhung des allgemeinen Steuersatzes

Es ist beschlossene Sache: Ab 01. Januar 2007 wird der allgemeine Steuersatz bei der Umsatzsteuer, der sogenannte Normal- oder Regelsatz, von derzeit 16 Prozent auf 19 Prozent erhöht. Der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7% bleibt hingegen unverändert bestehen. Der Steuersatz steigt dabei um 3 Prozent und die Umsatzsteuer erhöht sich damit ab 2007 um insgesamt 18,75 Prozent. Ist der Nettopreis also 100,- EUR war der bisherige Bruttopreis 116,- EUR, der nach dem neuen Steuersatz dann 119,- EUR beträgt. Berechnete man also bisher die Umsatzsteuer aus einem Bruttopreis, indem man den Bruttopreis durch 1,16 teilte und den resultierenden Betrag vom Bruttopreis abzog, muss der Divisor ab 2007 1,19 sein.

Ab wann gilt der neue Steuersatz?

Allerdings ist die Jahresgrenze nicht die ausschließliche Grundlage für die Änderung des Steuersatzes. Ausschlaggebend für die Anwendung des neuen Steuersatzes ist vielmehr allein der Zeitpunkt der Ausführung einer Leistung. Das gilt selbst für die Unternehmer, die ihre Umsatzsteuer nach eingenommenen Geldern (sogenannte Ist-Besteuerung) berechnen und deshalb nur nach Zahlungseingang ihre Umsätze verbuchen! Und das sind wohl die meisten Freiberufler der Grafik- und Druckbranche. Alle Leistungen, die also nach dem Jahreswechsel 2006/2007 erbracht werden, unterliegen somit dem erhöhten Steuersatz von 19 Prozent. Unerheblich hingegen sind der Tag des Vertragsabschlusses, der Rechnungserteilung oder der Vereinnahmung des Entgelts. Rechnungen über in 2006 erbrachte Leistungen sind deshalb mit 16 Prozent Mehrwertsteuer zu belegen, selbst dann, wenn die Rechnung erst 2007 geschrieben wird. Andererseits müssen Rechnungen über Leistungen, die nach dem 31. Dezember 2006 zu erbringen sind, bereits heute mit 19 Prozent Umsatzsteuer berechnet werden - sofern die Rechnung nicht bereits 2006 beglichen wird. Dann nämlich muss der Rechnungssteller für die Differenz aufkommen.

Wann ist die Leistung erbracht?

Es bleibt jedoch die Frage, wann eine Leistung als erbracht angesehen wird. Wenn der Kunde die Reinzeichnung erhalten hat? Wenn der Druckauftrag abgeschlossen wurde? Oder vielleicht schon wenn die Visitenkarte freigegeben wurde? Grundsätzlich gilt, dass beim Verkauf von Ware die Übergabe des Gegenstandes an den Kunden als Leistungserbringung angesehen wird. Alle sonstigen Leistungen werden dann als erbracht betrachtet, ****wenn der vereinbarte Leistungszeitraum endet oder der Kunde die Leistung abgenommen hat. Abgenommen bedeutet in diesem Fall jedoch nicht das OK für die Reinzeichnung, sondern "die Verschaffung der Verfügungsmacht an den Erwerber". Sprich, wenn der Kunde die bestellte Kreativleistung zur eigenen Nutzung übergeben bekommt.

Sonderregelung für Teilleistungen

Haben Sie jedoch mit Ihrem Kunden statt einer Gesamtleistung Teilleistungen vereinbart ist nicht die Gesamtleistung für die anzusetzende Umsatzsteuer ausschlaggebend. Entscheidend ist vielmehr, wann die einzelnen Teilleistungen ausgeführt werden und damit als erbracht gelten. Denn vor dem 01.01.2007 erbrachte Teilleistungen müssen nur mit 16 Prozent versteuert werden, wohingegen zwar bereits in 2006 begonnene aber erst 2007 fertig gestellte Gesamtlieferungen mit 19 Prozent besteuert werden müssen. Voraussetzungen für diese Sonderregelung für Teilleistungen sind jedoch, dass es sich um einen wirtschaftlich abgrenzbaren Teil einer Leistung (z.B. Werklieferung oder Werkleistung) handeln muss und dieser im Vertrag gesondert vereinbart worden ist. Zudem muss die Teilleistung in 2006 erbracht worden sein und die Teilentgelte sind gesondert abzurechnen. So können beispielsweise nicht vorsteuerabzugsberechtigte Privatkunden, die Hochzeitseinladungen oder Visitenkarten von Ihnen haben wollen, viel Geld sparen und Sie haben einen weiteren Anreiz zur Auftragsvergabe geschaffen.

Neuer Steuersatz bei Dauerleistungen und Langzeitverträgen

 Haben Sie einen Vertrag über Dauerleistungen mit einem Kunden abgeschlossen, beispielsweise um über einen Zeitraum von zwei Jahren vierteljährlich eine Kundenzeitschrift zu erstellen, gilt rechtlich gesehen diese Leistung dann als ausgeführt, wenn der vereinbarte Leistungszeitraum endet. Bei besagter Kundenzeitschrift wäre das nicht die Abgabe jeder erstellten Zeitschrift, sondern der Tag, an dem die letzte Lieferung ausgeführt wird. Deshalb müssten Sie für diese vertraglichen Leistungen - sofern der Vertrag nach dem 31. Dezember 2006 endet - für den gesamten Vertragszeitraum die erhöhte Umsatzsteuer von 19 Prozent erheben. Prüfen Sie also bei über den Jahreswechsel hinausreichenden Dauerleistungen unbedingt jetzt noch, ob die Vereinbarung von Teilleistungen möglich ist. In diesem Fall können Sie eine anteilige Abrechnung beispielsweise für den Zeitraum bis 31.12.2006 mit 16 Prozent Mehrwertsteuer berechnen. Besser ist gleich die Abrechnung jeder einzelnen Kundenzeitschrift.

Abschlagszahlungen kein Ausweg

Verwechseln Sie jedoch nicht bereits erbrachte Teilleistungen mit Abschlagszahlungen! Wird Ihnen nämlich 2006 eine Anzahlung oder ein Vorschuss für Leistungen gezahlt, die nachweislich erst nach dem 31.12.2006 ausgeführt werden, sollten Sie diese jetzt schon mit 19 Prozent Umsatzsteuer berechnen. In diesen Fällen müssen Sie dann bereits 2006 die 19 Prozent Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Versteuern Sie die Abschlagszahlung für in 2006 noch nicht erbrachte Leistungen allerdings mit 16 Prozent, trifft Sie für diese Umsätze eine weitere Steuerschuld in Höhe von 3 Prozent, die dann zu berechnen ist, wenn die tatsächliche Leistung ausgeführt wird.

Fazit

Wenn es sich vermeiden lässt, versuchen Sie keine Leistung über den Jahreswechsel hinaus als "unvollbracht" stehen zu lassen und vermeiden Sie Vorauszahlungen. Notfalls berechnen Sie diese bereits jetzt mit 19 Prozent. Ansonsten könnte es sein, dass bereits gestellte Rechnungen neu geschrieben werden müssen oder Sie auf die Rechnung draufzahlen. Denn Sie haben in diesem Fall die Steuerschuld zu tragen. Dessen unberücksichtigt aber ist die Umsatzsteuererhöhung - da als durchlaufender Posten zu sehen - für Freiberufler und Gewerbetreibende ohne große Konsequenzen.

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