Überschriften müssen "knallen"

29.03.2007 09:00:00
Headlines richtig einzusetzen ist eine Kunst: Wie dürfen sie aussehen, welche Auszeichnungen haben, wie ausgefallen erscheinen? Vom richtigen Einsatz ...

Die Gestaltung von Überschriften orientiert sich am Grundtext und dem Gestaltungsraster und folgt doch eigenen Regeln. Denn Überschriften müssen den Leser in den Text "hineinziehen", seine Aufmerksamkeit fesseln und ihn neugierig machen. Sie müssen also auffallen, ohne aus dem Rahmen zu fallen. Es ist eine Kunst, die typografischen Regeln bewusst zu brechen und die Position der Headline provokant, aber noch lesbar zu setzen, und dabei auch noch die Hierarchiestufen der Zwischenüberschriften nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Raumaufteilung

Bei der Aufteilung einer leeren Seite geht man vor, als wolle man einen Raum mit Möbeln einrichten. Ist der Raum zu leer, hallt es, ist er zu voll gestellt, kommt man nicht mehr hindurch. Auch ein Satzspiegel sollte deshalb zwar einigen Weißraum, d.h. nicht bedruckte Bereiche, aufweisen, die Komposition des Textes muss aber dennoch ausgewogen sein. In den letzten Jahren wird mit viel Weißraum gearbeitet, denn das wirkt nicht nur sehr übersichtlich, sondern auch elegant. Ausnahmen bilden dabei natürlich die Regel, denn wenn viel Information auf einer Seite transportiert werden soll, hat der Gestalter keine Wahl. In jedem Fall spricht ein optimales Seitendesign nicht nur die Sinne an, sondern sorgt auch dafür, dass die Informationen am besten aufgenommen werden

Vom Papierformat zur Überschriftenplatzierung

Egal, wie das fertige Papier aussehen soll - erst einmal ist es wichtig die Seite in ein  Gestaltungsraster einzuteilen und dieses zu befüllen. Am besten geht man dabei vom Großen zum Kleinen vor: Zunächst legt man das Papierformat, dann den Satzspiegel und im Anschluss das Gestaltungsraster fest. Von diesem ausgehend geht es zuerst an die Platzierung der Bilder, dann folgen die Textelemente. Die Schriftgröße richtet sich dabei immer nach der Spalten- bzw. Satzbreite. Denn pro Spalte sollten zwischen 40 und 60 Zeichen Platz finden (siehe auch "Lesbarkeit verbessern"). Allerdings gilt diese Vorgabe nur für Texte, die aus der Nähe gelesen werden, wie etwa auf Flyern oder in Broschüren. Plakate, Aufkleber oder gar Briefe werden nach anderen typografischen Gesetzen gestaltet.

Die Headline

Auch für die Überschrift oder Headline gibt es eigene Gestaltungsgesetze. Denn sie muss den Leser - neben den Bildern und der Gesamtgestaltung - in den Text "hineinziehen", seine Aufmerksamkeit fesseln und ihn neugierig machen. Nicht nur der Inhalt der Überschrift ist dabei wichtig, auch die richtige Position und das Arrangement müssen überzeugen. Typografisch richtig wäre es, die Headlinebreite wahlweise über zwei Spalten oder den gesamten Text laufen zu lassen. Handelt es sich um ein doppelseitiges Layout, können auch beide Seiten verwendet werden. Die Schriftart der Überschrift sollte für einen harmonischen Gesamteindruck der Schrift des Grundtextes ähneln oder sogar die gleiche sein. Nur die Schriftgröße sollte deutlich über der des Grundtextes liegen. Platziert wird die Headline bündig mit der linken Kante des Satzspiegels. Wichtig ist dabei, eventuelle Vorbreiten von großen Schriftarten per Hand auszugleichen, damit die beiden Textbestandteile tatsächlich bündig zueinander sind. Absetzen lässt sich die Headline vom Grundtext außerdem über den Abstand ober- und unterhalb der Überschrift, sodass nicht nur die Schriftgröße, sondern auch der Leerraum, die Gliederung und die Unterschiede der einzelnen Überschriften die Gestaltung definieren. Als Faustregel gilt: Für eine klare optische Hervorhebung der Headline sind vier bis zehn Leerzeilen optimal.

Aus der Reihe tanzen

Soweit die typografischen Grundregeln für Überschriften. Sie sorgen dafür, dass Headlines im Lesefluss eine Orientierung bieten, ohne diesen zu unterbrechen. Allein die Größenunterschiede heben die Überschriften deutlich vom Gesamttext ab. Mitunter aber reicht diese Art der Hervorhebung nicht aus. Denn je nachdem dürfen Überschriften auch einmal so richtig "knallen", beispielsweise auf Postkarten, wenn ein Flyer sehr "avantgardistisch" erscheinen oder ein Buch ganz gezielt mit den Lesegewohnheiten brechen soll. Dann kann der Layouter bewusst gegen die Basisprinzipien verstoßen und mit den entstehenden Gegensätzen spielen. Er kann zum Beispiel die Headline schräg zum Text setzen oder eine vollkommen andere Schriftart verwenden. Die dabei entstehende "Unruhe" sollte jedoch die Lesbarkeit, die Orientierung im Text und vor allem eine zumutbare Lesegeschwindigkeit nicht gefährden.

Unterüberschriften

Ganz wichtig ist diese Regel für Unterüberschriften. Denn meist werden schon zu Beginn des Layouts bis zu drei Unterkategorien für Überschriften festgelegt und angewendet. Doch mit Unterüberschriften sollte man sparsam umgehen. Vor allem bei langen gesetzten Texten, die viel Aufmerksamkeit erfordern, unterbrechen sie den Lesefluss zum Teil so unangenehm, dass der Leser ins "Stolpern" gerät. Einzig bei Texten im Internet müssen Zwischenüberschriften eingesetzt werden, damit das Leserauge eine Orientierung beim Scrollen erhält. Dennoch ist es wichtig, die Hierarchiestufen der Zwischenüberschriften für jedes Dokument eindeutig zu definieren, soll die Lesbarkeit erhalten bleiben. Dabei stehen zwei Möglichkeiten zur Wahl: Zum einen kann jede Stufe einen eigenen Schriftgrad erhalten, dessen Unterschied dem Leser auf den ersten Blick bewusst wird. Abstufungen wie 24 Punkt - 18 Punkt - 12 Punkt sind hierbei notwendig. Alternativ verwendet man nur zwei Schriftgrößen und betont den Unterschied durch Auszeichnungen wie fett oder fett und kursiv sowie einen anderen Zeilenabstand nach der Überschrift.

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