Überlebt: Die Filmscanner

02.11.2016 17:26:00
Filmmaterial steigt wieder im Absatz, Fotopapier für die Dunkelkammer nicht. Da wird es Zeit, sich mit dem verbleibenden Angebot an Filmscannern zu beschäftigen.

Die Analogfotografie lebt von dem einen wahren Moment und der Spannung nach der Entwicklung des Films. Aber danach kann es ja durchaus bequemer digital weitergehen. Dann muss man auch nur einmal retuschieren.

Also muss der Film gescannt werden. Dumm nur, dass viele der besten und trotzdem bezahlbaren Modelle längst die Segel gestrichen haben. Aber Körner lassen sich trotzdem hochwertig zu Pixeln umwandeln. Schauen wir uns mal an, was der Markt noch zu bieten hat.

Filmscanner von Nikon

Augen auf beim Scannerkauf: Die Filmhalter sind ein nicht unerheblicher Bestandteil der Bild- und Handling-Qualität
Quelle: Kesberger
Wie groß die Sehnsucht nach scharf zeichnenden Modellen ist, die zudem noch Komfortfeatures wie die Zufuhr über Magazine oder von der Filmrolle bieten und auch vor Mittelformatfilmen nicht zurückschrecken, zeigen die Gebrauchtpreise für Nikon-Filmscanner.

Da hat so mancher auf dem Second-Hand-Markt zugeschlagen, seine komplette Sammlung digitalisiert und anschließend das Gerät mit Gewinn weiterverkaufen können. Problematisch an diesem Konzept ist allerdings, dass die mechanisch durchaus beanspruchten Geräte nicht jünger werden.

Schließlich hatte Nikon schon 2009 die Produktion eingestellt. Deshalb sollte man darauf achten, dass Silverfast als Scansoftware in einer aktuellen Version enthalten ist und dass die Mittelformatversion ohne Glashalter kaum zu gleichmäßig scharfen Ergebnissen kommt. Wer vorrangig Schwarzweißfilme scannt, leidet zudem wahrscheinlich unter der geringen Maximaldichte durch Streueffekte im Silber.

Kleinbildscanner

Zum Glück lässt die mit abgebildete Kamera keine Rückschlüsse auf die Scanqualität des Plustek 120 zu
Quelle: Plustek
Neben Nikon haben auch die optisch hochwertigsten Modelle von Microtek, Polaroid und Canon längst den Filmen den Rücken gekehrt. Doch es gibt noch neue, bezahlbare Modelle zum Scannen von Kleinbildfilmen von Plustek, Braun und Reflecta.

Die Auflösung ist selten so hoch wie es auf der Verpackung steht, aber immerhin lassen sich mit den besten Modellen Auflösungen zwischen 3.200 und sogar knapp über 4.000 ppi beim Reflecta ProScan 10T und 10 M erzielen. Mehr bieten die meisten Kleinbildfilme als Ausgangsinformation gar nicht, auch wenn bei einem mit der Leica fotografierten 100 ASA-Dia durchaus noch mehr zu entdecken wäre.

Allerdings bieten nur noch wenige Kleinbildscanner den Komfort, ganze Streifen zu scannen. Hier muss man den geplanten Workflow schon vor dem Kauf überprüfen. Ganze Filmrollen schafft am Markt gar nur noch der Reflecta 10 M.

Mittelformatscanner

Mit den neuen Epson V-800 und V-850 haben erstmals auch höhenverstellbare Glasfilmhalter bei Epson Einzug gehalten
Quelle: Epson
Größere Filmformate liefern mehr Schärfe, machen dem Filmscanner aber auch mehr Stress. Rollfilmscanner wie den Reflecta MF-5000 oder den Plustek 120 bleiben mit der Silverfast Scansoftware folglich nur knapp unter 2.000 Euro. Dafür lassen sich Rollfilme bis 6x12 scannen und mit knapp 4.000 ppi realer Auflösung kommen die Ausdrucke dann durchaus in den Quadratmeterbereich.

Noch schärfer können das nur Hasselblad-Scanner, die auch dem Kleinbildfilm mit maximal 6.300 bzw. 8.000 ppi deutlich mehr Informationen entlocken können. Das speziell für den Scanner entwickelte Rodenstock-Objektiv findet durch die stete Biegung des Films immer die optimale Schärfeposition – eine ganz feine Sache. Aber leider auch eine ganz teure Sache: fünfstellig müsste die Investition schon sein.

Flachbettscanner

Da bei Hasselblad die Auflösung sinkt, je breiter das Negativ wird, ist der Schärfevorteil gegenüber dem Arbeitstier vieler Fotografen und Archive, dem Epson V-800 bzw. V-850, nur gering. Der schafft mit Filmen ca. 2.200 ppi, der Hasselblad bei 4x5" Planfilm sogar nur 2.040 ppi, kann seine Schärfevorteile also nur bei Kleinbild und Rollfilm richtig ausspielen.

Doch wenn der Epson-Besitzer „nur“ einen A2-Drucker besitzt, dann reicht zum Beschicken auch ein mit dem V-800 gescanntes 6x6 oder 6x7-Negativ. Der V-850 beinhaltet zwar die bessere Software-Ausstattung, doch man fährt besser, wenn man den V-800 selbst beim Händler oder Silverfast auf eine Vollversion der Kieler Scansoftware upgradet.

Neben der Formatvielfalt für Filme überzeugt auch die fast DIN A4-große Durchlichtfläche, die es einem erlaubt, auch eigene Filmfalter für exotischere Formate anzufertigen oder anfertigen zu lassen. Und Auflicht geht natürlich auch noch – falls man doch mal wieder in der Dunkelkammer erfolgreich war.

 

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