Toy, Toy, Toy

25.02.2016 09:00:00
Objektive sind teuer? Längst nicht alle und manche sind nicht mal richtige Objektive. Mit Toy-Lenses geht es fotografisch für unter 50 Euro auch digital back to the roots.

Egal ob mit oder ohne Spiegel, der große Vorteil von anspruchsvollen Kamerasystemen ist die Möglichkeit, Objektive zu wechseln. Aber wer sagt denn, dass man nur Objektive ins Kamerabajonett einsetzen darf? Mit Lochblenden lassen sich genauso neue fotografische Welten entdecken wie mit einfachen Plastiklinsen. Einfach nur scharf kann schließlich jeder.

Pinhole

Mit einem entsprechenden Vorsatz wird die Digital- zur Lochkamera.
Quelle: Kesberger
Angefangen hat die Abbildung mit einem Loch. Aristoteles hat das als erster beschrieben, aber festhalten konnte er die Bilder, die entstehen, wenn Licht durch eine kleine Öffnung fällt, noch nicht. Er hatte ja keine Kamera. Wir schon. Mit einer „Pincap“ lässt sich die Digitalkamera einfach zur Lochkamera umfunktionieren. Diese umgebauten Gehäusedeckel werden anstelle des Objektivs eingesetzt und verfügen über eine kleine Metallplatte, in der sich ein winziges Löchlein befindet. Der Durchmesser beträgt nur den Bruchteil eines Millimeters. Die Schärfe ist zwar schlechter als mit Glas und die Lichtstärke mit Blenden von 138 bis 180 lausig, aber dafür ist die Tiefenschärfe riesig und der Look malerisch. Und dank der heutigen High-ISO-Qualitäten und LiveView lässt sich in unseren Tagen eine Lochkamera erstmals aus der Hand und mit exakt bestimmbarem Bildausschnitt einsetzen.

Holga

Da steigt die Stimmung. Bei einem Holga-Objektiv ist die Vignettierung durchaus gewollt.
Quelle: Kesberger
In den 1980ern wurde die Holga als Mittelformatkamera auf den Markt gebracht, um das chinesische Volk in Massen für die Fotografie zu begeistern. Das Volk fühlte sich dadurch nicht richtig ernst genommen und hatte bald andere Pläne, aber dafür entdeckten die Hipster (als sie noch gar nicht so hießen) um die Jahrtausendwende das Kultpotenzial dieser Kamera. Die Schärfe war naja, die Vignettierung kräftig, aber der Tonwertreichtum des Rollfilms macht eine neue Bildsprache möglich, die später sogar als Artfilter in Kameras und Bildbearbeitungsprogramme gelangte. Mittlerweile gibt es für 20 Euro Holgaobjektive auch mit Canon-, Sony- und Nikon-Bajonett für Spiegelreflexkameras mit Brennweite 60 mm und auch für Spiegellose mit Sony- und Micro-Four-Thirds-Anschluss und 25 mm. Ganz klassisch wird mit Symbolen scharfgestellt. Das ist auch besser so, der Fokus-Peaking muss sich hier mangels Kantenschärfe geschlagen geben.

Die Wechselhaften

Subjektiv und Objektiv liegen manchmal ganz eng beisammen: Das Pancake-Subjektiv und ein Holgaobjektiv.
Quelle: fotopioniere.com
Aus der Physik sind durchaus noch exotischere Wege zur Abbildung bekannt. Eine Zonenplatte ist beispielsweise viel lichtstärker als ein Loch. Dafür liefert dieses mit schwarzen Kringeln belichtete Filmstück einen so lausigen Kontrast, dass man sich nicht nur an der impressionistischen (Un-) Schärfe begeistern kann, sondern auch riesige Kontrastumfänge im Motiv, wie den klassischen Blick aus dem Fenster, noch bewältigen kann. An Digitalkameras lassen sich Zonenplatten am einfachsten nutzen, wenn man ein „Objektiv“ mit wechselbaren optischen Einsätzen benutzt. Erfunden hat dieses Verfahren Monochrom mit dem Subjektiv, für das es neben einem Loch, einer Zonenplatte und einer Plastiklinse mittlerweile auch extremere Formen wie ein Photonensieb gibt. Dieses Wechselspiel haben die amerikanischen Lensbaby-Designer relativ dreist abgekupfert, aber dafür bieten deren Objektivsysteme auch noch die Möglichkeit, die Linsen zu verschwenken. Das liegt dann preislich auch wieder im Bereich normaler Objektive.

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