Technik für die Straße

24.03.2016 09:00:00
Street Photography boomt, allen juristischen Bedrängnissen zum Trotz. Nur mit welcher Technik soll man sich überhaupt unauffällig auf die Straße begeben?

Für viele ist es die Idee vom Fotografieren an sich. Henry Cartier-Bresson hat sie geprägt wie kein zweiter. Der Flaneur streift durch die Straßen der Stadt und findet seine Motive, reagiert schnell, steckt die Kamera wieder weg und fertig ist das Meisterwerk.

Ganz so einfach ist das dann doch nicht, und das liegt nicht nur daran, dass heute den meisten Zeitgenossen, das Recht am eigenen Bild viel bewusster ist. Es gibt viele Kamerawege, um sich in den Straßen unauffällig und erfolgreich zu bewegen. Schauen wir uns die Straßentechnik einmal bewusster an.

Die Historie

So sah das früher aus in den Straßen: eine Leica II von 1932. Noch ohne Display.
Quelle: Leica
Fotografieren war auch schon mal schwerer. Der berühmte Franzose setzte auf seine Leica mit drei Festbrennweiten: 35, 50 und 90 mm. Das musste reichen und das deckt heute fast jedes billige Kitzoom ab, etwas lichtschwächer zwar, aber von heutigen ISO-Werten konnte Cartier-Bresson schließlich nur träumen. Auch die Königin des nur scheinbar beiläufigen Zeitungsbilds in der FAZ, Barbara Klemm setzte meiste auf die Unauffälligkeit der Leica. Autofokus, Belichtungsautomatik waren damals Fremdwörter, allerdings hatte man seinerzeit wenigstens noch eine mittlerweile oft wegrationalisierte Entfernungsskala, aber bis heutige Kameras so leise waren wie der Tuchverschluss der Leica mussten wir lange warten.

So nicht

Große Spiegelreflexbodys in Kombination mit lichtstarken Riesenzooms helfen vielleicht dem eigenen Ego, stehen aber eher für fotografische Großwildjagd, denn für das dezente Beobachten. Wer auf der Straße unauffällig wirken will, braucht kleine, leise Kameras, die auch schnell wieder in der Tasche verschwinden können. Nicht ernst genommen zu werden, kann ein großes Glück sein. Doch es nicht nur eine Frage der Größe, es ist auch eine der Perspektive: Aus der Ferne mit dem starken Tele lässt sich keine klassische Straßenfotografie betreiben. Um auch dem Betrachter zu vermitteln, dass der Fotograf mitten im Geschehen war, braucht es kürzere Brennweiten.

Lieber so

Vielleicht sind 42 Megapixel für die Street Photography etwas übertrieben, aber in die Jackentasche passt die Sony RX1R II trotzdem.
Quelle: Sony
So bleibt der Klassiker das 35er oder 28er Weitwinkel. Festbrennweiten machen die Ausrüstung kompakt und relativ lichtstark. Ein leichtes Tele zum Wechseln für spontane Portraits kann auch nicht schaden. All das wussten schon die Altvorderen. Wichtiger ist digital heute eher was damals analog selbstverständlich war, aber es längst nicht mehr ist. Ist die Kamera schnell schussbereit und hat man beim Hochnehmen sofort den Überblick was eingestellt ist? Und es gibt durchaus Technikfortschritte, die das Leben auf der Straße einfacher machen. Früher war die Zeitautomatik Stoff für lange Diskussionen, heute stellt einer der bekanntesten lebenden Straßenfotografen, Joel Meyerowitz seine digitale Leica M in New York fest auf Blende 4 und 1/125 und lässt die Helligkeit über die ISO-Automatik regeln. Dazu hätte er früher zu jedem Bild den Film wechseln müssen.

Die Geheimtipps

Der kleine leichte ultraunauffällige Geheimtipp: die Ricoh GR.
Quelle: Ricoh
Kann eine Kamera wie die Leica unauffällig sein, wenn dem Set mit Objektiv nur wenig bis zur 10.000 Euro-Grenze fehlt? Bestimmt nicht überall auf der Welt. Aber es geht billiger und viel unauffälliger. In den letzten Jahren hat sich eine ganz eigene Spezies kleiner Kameras mit relativ großem Sensor und fest eingebautem 28er oder 35er entwickelt. Die Ricoh GR digital ist die unauffälligste der Unauffälligen und sieht so ganz nach billiger Knipse aus, was nur scheinbar im Widerspruch zu den zahlreichen mit ihr realisierten Buchprojekten steht. Dem eifern auch die Fuji X70 und die Nikon Coolpix A nach. Alle verfügen über ein fest eingebautes Weitwinkel mit 28 mm Kleinbildäquivalentbrennweite. Kult ist längst die Fuji X100T. Deren Retrodesign erhöht zwar die Aufmerksamkeit der Umgebung, aber ernst nimmt man sie deswegen noch lange nicht. Das geht sogar im Vollformat, aber dann ist der Vorteil dahin, mit dreistelligen Investitionen hinzukommen. Kein Wunder, dass da neben der Sony RX1R II auch Leica wieder mit der Q im Boot ist.

 

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