Tausendsassa Typometer

07.07.2011 09:00:00
Das Standardwerkzeug für Kreative ist ein Allround-Talent: So nutzt man ein Typometer richtig und schöpft seine Möglichkeiten voll aus.

Ein Typometer sieht recht unscheinbar aus – es wirkt wie ein kurzes, dickes Lineal und kann doch so viel mehr. Kreative können mit ihm Schriftgrößen nachmessen, Fenster-, Falz- und Lochmarken bestimmen oder Zeilen zählen. Außerdem nennt das Typomaß auf einen Blick die Maßangaben verschiedener Formate, darunter der DIN-Skala.

Was kann ein Typometer?

Der Typometer ist ein Standardwerkzeug für Kreative: Man muss nur seine Möglichkeiten voll ausschöpfen.
Quelle: Anita Winkler / Pixelio
Das klassische Typometer besteht heute aus durchsichtigem Kunststoff, ist etwa 32 Zentimeter lang und 10,5 Zentimeter breit. Es enthält wie bei einem Lineal eine metrische Skala, auf der oft Fenster-, Falz- und Lochmarken sowie die DIN A4-Seitenlänge markiert sind. Das Typometer dient auch dazu, Zeilen zu zählen. Meist funktioniert das über unterschiedliche Skalen für die gängigsten Schriftgrößen, zum Beispiel 8, 9, 10, 12, 14 Punkt. Legt man den Zeilenzähler an einen Textblock an, kann man die Anzahl der Zeilen für die jeweilige Schriftgröße an einer Skala ablesen.

Weitere Funktionen

Eine weitere Skala zeigt verschiedene Schriftgrößen. Man legt das Typometer dazu mit der Markierung auf der Grundlinie an und kann durch Verschieben in unterschiedlich großen Kästchen ungefähr erkennen, wie groß die Schriftgröße ist. Allerdings ermittelt man so nur einen Anhaltswert, da die tatsächliche Schriftgröße auch vom verwendeten Font abhängt. Eine zusätzliche Skala enthält gleich Schriftmuster in unterschiedlichen Punktgrößen, so dass es einfacher fällt, die tatsächliche Schriftgröße exakt zu bestimmen. Außerdem bietet sich so ein Vergleichswert. Zudem lässt sich die Wirkung verschiedener Schriftgrößen rasch beurteilen.

Hilfreiche Tabellen

DIN-Größen oder DTP-Maße hat nicht jeder auf Anhieb parat. Sie stehen deshalb ebenfalls auf vielen Typometern. Die wichtigsten DTP-Maße sind in den Maßeinheiten Zentimeter, Punkt und Inch angegeben. Auch die gängigsten Zeitungsformate werden häufig abgebildet. Hinzu kommen Angaben für die DIN-Formate der Formatreihen A, B und C. Ergänzt werden Typometer, je nach Ausführung, von weiteren nützlichen Gedankenstützen – zum Beispiel, wie man An- und Abführungszeichen im Deutschen richtig setzt. Eine zusätzliche Tabelle listet die wichtigsten Linienstärken auf.

Andere empfehlenswerte Helfer

Neben dem Typometer sind auch andere Utensilien für Grafiker und Kreative ratsam, wie zum Beispiel Farbfächer und Fadenzähler.
Quelle: Anja P. / Pixelio
Das Handwerkszeug von Kreativen sollte nicht nur aus einem Typometer bestehen: Genauso nützlich sind Fadenzähler, Farbfächer, Papiermuster, Cutter und Lineal. Mit Hilfe des Fadenzählers, einer Art Lupe, kann man zum Beispiel Passergenauigkeiten überprüfen. Farbfächer und Papiermuster dienen dazu, Materialien und Farbtöne auszuwählen. Die Kreativität anstoßen können Cutter und Lineal: Beim Scribbeln und Ausprobieren von Layoutvarianten haben schon viele Gestalter die zündende Idee gefunden. Eine Schneidematte sorgt dafür, dass es keine Kratzer gibt. Das Lineal sollte am besten aus Stahl sein – Holz könnte splittern.

 

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