Standardisiertes Colormanagement

01.03.2006 09:00:00
Will man möglichst vorhersagbare Farbergebnisse im Druck erzielen, sollte man gewisse Standards bei den Druckdaten einhalten ...

Das Ziel von LASERLINE ist es, vorhersagbar und damit standardisiert zu drucken. Nur so ist sichergestellt, dass all Ihre Druckdaten nahezu gleich aussehen. Ein einheitlicher Standard ist aber auch notwendig, damit Sie möglichst farbgenau den Farbeinsatz auf Druckerzeugnissen planen können. Hierzu lässt sich die Farbwiedergabe heutzutage auf preisgünstigen Digitalproofs (Hardproof) und direkt am Monitor (Softproof) simulieren, auch wenn eine absolute Übereinstimmung der Medien technisch nie ganz zu realisieren ist.

Vorhersagbarkeit der Farbwiedergabe im Druck

Bis vor einigen Jahren war die farbliche Abstimmung der Monitordarstellung mit dem tatsächlichen Druckergebnis nur sehr umständlich, zeitaufwändig und kostenintensiv über teure Andrucke und Feinabstimmung direkt mit der jeweiligen genutzten Druckerei möglich. Heute aber lässt sich dank in der Druckbranche sich zunehmend etablierender Standards eine zu erwartende Farbwiedergabe von Daten ordentlich planen bzw. über preisgünstige Digitalproofs simulieren. Und hierzu benötigen Sie keine jahrzehntelange Erfahrung im Druckgewerbe und eine Portion Glück. Dennoch können auch die Standards nicht dazu beitragen, dass Monitor und Druck bzw. Proof und Druck hundertprozentig übereinstimmen. Denn hierzu sind die hinter den einzelnen Stationen des Drucks und der Druckvorstufe stehenden Verfahren physikalisch zu unterschiedlich. Strebt man daher eine derartige absolute Farbtreue sollte man den von LASERLINE ebenfalls angebotenen Individualdruck nutzen, bei dem unser Drucker an der Maschine sich nach Ihrem gelieferten Druckmuster richtet oder Sie persönlich zur Feinabstimmung an die Druckmaschine zum Andruck kommen können. Dennoch gilt auch für derartige Druckmuster, dass sie nach dem von der fogra Forschungsgesellschaft Druck e.V. in Zusammenarbeit mit dem bvdm (Bundesverband Druck und Medien) entwickelten Prozesstandard Offsetdruck gedruckt worden sein sollten.

Orientierung am Prozesstandard Offsetdruck

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Druckerei darauf, dass diese möglichst nach den Richtlinien des Prozessstandard Offsetdruck produziert. Der ProzessStandard Offsetdruck (PSO) ist die industrielle und standardisierte Produktion von Drucksachen. Geschaffen von den Verbänden der Druck- und Medienindustrie Deutschlands (bvdm) zusammen mit den Forschungsinstituten fogra Forschungsgesellschaft Druck e.V. und Bundesverband Druck und Medien bvdm. Er ist verankert in der ISO-Norm ISO 12467-2 und somit allgemein gültig. Vereinfach gesagt wird darin festgelegt, wie Druckmaschinen drucken müssen. Ziel ist dabei, den heute vielfach arbeitsteiligen Produktionsprozess so effizient wie möglich zu gestalten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Zwischen- und Endergebnisse eine vorhersehbare Farbqualität aufweisen. Druckereien, die sich also an diesen Standard halten, drucken also auch annähernd gleiche Farben. LASERLINE kann den Standard besonders gut durch das Direct Imaging-Verfahren der Heidelberger Druckmaschinen steuern. Es werden zusätzliche Messfehler vermieden, da die Verwendung von Filmen entfällt. Außerdem führt LASERLINE weitere Messungen und Tests durch, um z.B. die verwendeten Druckfarben auf ihre Norm zu überprüfen.

Standardisierung am Monitor: ICC-Profile

Aber nicht nur im Druck sollte standardisiert gearbeitet werden. Damit die Bilder an Ihrem Monitor dem Proof- wie dem Druckergebnis möglichst nahe kommen, wurden sogenannte Farbprofile eingeführt. Am gebräuchlichsten sind Farbprofile, die den Spezifikationen des International Color Consortium (ICC)  entsprechen. Diese beschreiben den reproduzierbaren Farbraum eines Gerätes, ausgehend vom Monitor über Proofgeräte bis zur Druckmaschine, d.h. jedes Gerät bekommt ein eigenes ICC-Profil. Der Sinn besteht darin, bei jedem Arbeitsschritt eine möglichst korrekte Wiedergabe zu erzielen. In dem Profil werden auch andere Einflussfaktoren berücksichtigt, insbesondere die Papiersorte (Naturpapier, gestrichene, matte oder glänzende Papiere). Da LASERLINE sich an den ProzessStandard Offsetdruck hält, können wir die ICC-Profile der ECI (European Color Initiative), die auf diesem Standard basieren, für unsere Druckmaschinen empfehlen.

Anwendungsbereiche von ICC-Profilen

Die ICC-Profile werden in der Praxis bei drei Anwendungen genutzt (bitte klicken Sie auf den jeweiligen Link, um weiterführende Informationen zu erhalten)

A. Softproof:
Zur Simulation eines Druckergebnisses am Monitor. (Mehr dazu)

B. Hardproof:
Zur Simulation eines Druckergebnisses auf einem Proofgerät (Tintenstrahldrucker, Irisproofer, etc.). (Mehr dazu)

C. Farbumwandlung:
Typisches Beispiel ist die Umwandlung von RGB zu CMYK mit dem passenden Profil in Photoshop. (Mehr dazu)

Mit anderen Worten wird ein ICC-Profil bei vollständig nach CMYK konvertierten Daten immer nur zur SIMULATION des Druckergebnisses, nicht jedoch zum tatsächlichen Druck benötigt. Und auch bei der Nutzung der ICC-Profile in den einzelnen Anwendungsprogrammen ist Vorsicht geboten. Denn vor allem bei älteren QuarkXPress-Versionen kann es zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Empfehlenswert sind sie hingegen bei den Adobe-Produkten Photoshop, InDesign und Illustrator, natürlich in den aktuellen Versionen.

ICC-Profile NICHT im Druck anwenden

Für den Druckprozess von CMYK-Daten wird - wie bereits erwähnt - ein ICC-Profil nicht benötigt, da ein ICC-Profil in einer CMYK-Datei nur der Simulation auf dem Monitor oder auf einem Proof dient. Wenn die Daten aber auf der entsprechenden Druckmaschine mit dem entsprechenden Papier ausgegeben werden, ist das keine Simulation mehr. Folglich darf das Profil für diesen Vorgang nicht mehr in die Daten eingerechnet werden. Deshalb muss spätestens im letzten Arbeitsschritt vor dem Druck das Profil aus den Druckdaten gelöscht bzw. ignoriert werden. LASERLINE bedient sich eines ROOM-Workflows (Read One Output Many). Ihre Druckdaten durchlaufen unseren Workflow dabei nur einmal. Diese Daten werden gleichzeitig für einen von Ihnen bestellten Vorabproof verwendet bzw. für unseren internen Proof sowie für den Druck. Dies gewährleistet absolute Sicherheit darüber, dass die Proofs anschließend auch dem Druckergebnis entsprechen und nicht durch unterschiedliche Schleifen unterschiedlich interpretiert werden. Dies bedeutet aber auch, dass ein von Ihnen eingebettetes Profil grundsätzlich in unserem Workflow gelöscht wird und für den Proof von LASERLINE das passende ICC-Profil der ECI zur Anwendung kommt. Würden wir ein anderes Profil als das unsere verwenden, wären die Proofs nicht aussagekräftig.

Fazit

LASERLINE tut alles, um einen standardisierten Druck zu gewährleisten. Dazu gehört die Bereitstellung eines hochmodernen Workflowsystem, aber auch die Kalibrierung der Proofgeräte, die Linearisierung der Druckmaschinen, die richtige Auswahl an Materialien, wie genormter Druckfarben und Zusatzstoffe, und die ständige Überwachung dieses Qualitätsstandards. Ihre korrekte Datenerstellung ist aber ebenfalls Voraussetzung für ein gutes Druckergebnis. Es ist notwendig, dass Sie bei der Datenerstellung die korrekten Einstellungen vornehmen. Bitte beachten Sie im Hinblick auf eine gute Zusammenarbeit deshalb unsere Datenbroschüre »Read me first« oder unsere Hinweise unten aufgeführten weiterführenden Informationen im Internet und im Bezug auf das Colormanagement die oben genannten Erläuterungen.

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