Schwarz auf Weiß

08.04.2010 09:00:00
Farbe? Nein danke! Das ist das Motto vieler Werbekampagnen.

Zu viel Farbe macht Layouts unruhig und lässt sie schnell profan wirken. Aber gar keine Farbe? Der Hype, der sich gerade rund um das Thema „Schwarzweiß“ entfaltet, macht vor Gestaltungen, vor der Fotografie und sogar dem Fernsehen nicht Halt. Aber „ohne Farbe“ heißt nicht „ohne Stolpersteine“: Was beim „farblosen“ Layout zu beachten ist.

Reduziert und strukturiert

Quelle: Torsten Born Pixelio

Quelle: Torsten Born
(Pixelio) Bei Layouts, Fotografien oder Videos in Schwarzweiß entfällt ein Gestaltungselement: die Farbe. Das bedeutet gleichzeitig, dass den anderen Elementen viel mehr Gewicht zufällt – zum Beispiel der Bildsprache, der Typografie, der Dramaturgie oder dem Gestaltungsaufbau. Die Aussage tritt in den Vordergrund, schält sich schnörkellos hervor und wirkt eindrucksvoll auf den Betrachter. Schwarzweiße Gestaltungen sind auf das Wesentliche reduziert, bewegen sich zwischen zwei Polen und entfalten gerade dadurch Botschaften, denen man sich schwer entziehen kann.

Schwarz und weiß, aber nicht blass

Quelle: Birgit H Pixelio

Quelle: Birgit H
(Pixelio) Schwarzweiß heißt nicht, dass sich ein Layout auf genau diese beiden „Unfarben“ beschränken muss. Vielmehr steckt eine Unmenge von Grautönen zwischen den beiden Gegensätzen, die es zu nutzen gilt. Grau tritt in unterschiedlichen Schattierungen an die Stelle der Farbe. Schwarz und Weiß können als Gegenspieler eingesetzt werden, die zwei Enden einer Skala, zwei entgegen gesetzte Botschaften verkörpern. Beide können jedoch auch eine Partnerschaft eingehen, um alle Facetten der Kernaussage widerzuspiegeln. Viel Augenmerk sollte der Gestalter auch auf die anderen Elemente legen. Fonts, Bild- und Schmuckelemente unterstützen Ausführungen in Schwarz-Weiß-Grau. Auch eine klare Layoutstruktur entspricht der elegant-nüchternen Anmutung von schwarzweißen Gestaltungen.

Schwarzweiß ist nicht gleich schwarzweiß

Quelle: Sandra Küchler

Sollen farbige Bilder in schwarzweiße umgewandelt werden, so gibt es dafür verschiedene Ansätze. Am schnellsten geht es, in Adobe Photoshop den Modus „Graustufen“ anzuwenden. Nicht selten enttäuscht das Ergebnis jedoch in Punkto Kontrast. Auch über die RGB-Kanäle lässt sich einem Motiv die Farbe entziehen. Dazu wird ein Kanal ausgewählt, dupliziert und die anderen werden gelöscht. Last but not least bietet Photoshop ein eigenes Schwarzweiß-Tool an. Über die Funktion „Auto“ lassen sich rasch passable Ergebnisse erzielen.

Ein Hauch von nichts

Quelle: Sandra Küchler

Nüchtern, klar, elegant – aber auch langweilig, statisch, kalt: So werden schwarzweiße Elemente beschrieben. Um die negativen Assoziationen abzumildern, kann man beispielsweise Bildern eine dezente Färbung mitgeben. Dadurch erscheinen die Motive wärmer und lebendiger. Diese Aufgabe übernimmt ebenfalls Photoshop: Entweder über „Farbton“ und „Sättigung“, die bereits erwähnte Schwarzweiß-Funktion oder über eine Verlaufsumsetzung. Profis nutzen für das Tonen auch die Zusatzprogramme Camera Raw und Lightroom. Dabei lassen sich für die Höhen und Tiefen unterschiedliche Farben einsetzen – und das Motiv wirkt noch eingängiger, ohne den Schwarzweiß-Charakter zu verlieren.

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