Schriftverwaltung unter Mac OS

22.02.2006 09:00:00
Systeminterne Werkzeuge helfen bei der Verwaltung von Schriftensammlungen, doch spezielle Programme sind auch praktisch ...

Gerade im Publishing-Bereich sind große Schriftensammlungen wichtig, um dem Kunden alle Wünsche erfüllen zu können. Doch ältere Betriebssysteme laden alle installierten Schriften in den Zwischenspeicher des Rechners, so dass dieser langsam wird. Abhilfe schaffen hier sogenannte Schriftverwaltungsprogramme, die nur gerade benötigte Fonts laden. Aber auch wenn neuere Betriebssysteme wie Mac OS X diese Schriftverwaltung bereits integriert haben, möchten viele Grafiker ihre Programme von Drittherstellern nicht mehr missen.

Wozu Schriftverwaltung?

Wer im Publishing-Bereich arbeitet muss oft große Schriftensammlungen verwalten und damit tagtäglich umgehen. Je größer aber die Schriftensammlung, umso unübersichtlicher wird sie. Kaum jemand kennt alle Merkmale der Schriften unter deren Namen, auch wenn jeder weiss, dass Arial serifenlos ist und Times New Roman Serifen besitzt. Was aber ist mit den vielen anderen Schriftarten auf Ihrem Rechner? Um die Übersicht zu behalten ist es dienlich, die Schriften nach einem bestimmten System zu verwalten - nach Schriftfamilien oder Buchstaben. Hilfreich sind hierbei sogenannte Schriftverwaltungsprogramme. Doch diese haben vor allem unter Mac OS 9 noch einen weiteren Vorteil, denn das inzwischen doch recht betagte Betriebssystem wird umso langsamer, je mehr Schriften darauf installiert sind. Hintergrund ist, dass unter Mac OS 9 alle installierten Schriften auch tatsächlich in den Zwischenspeicher geladen werden - und damit eine enorme Rechenkraft vergeuden. Schriftverwaltungsprogramme hingegen laden nur gerade benötigte Schriftarten in den Cache und lassen andere unbehelligt. Unter Mac OS 9 wurde zudem der Adobe Type Manager (ATM) benötigt, um PostScript- und OpenType-Schriften überhaupt laden zu können.

Integrierte Schriftverwaltung unter Mac OS X

Mit Einführung von Mac OS X wurde dieses Problem behoben. Die in das Betriebssystem integrierte Schriftverwaltung lädt nicht nur automatisch im Hintergrund die gerade benötigten Schriften in den Zwischenspeicher, sondern die Schriften lassen sich auch darin gruppieren, anzeigen und suchen. Zu finden ist das hilfreiche Tool im Ordner Programme unter dem Namen "Schriftsammlung". Über die Schriftsammlung lassen sich Schriften installieren, aktivieren, gruppieren, anzeigen und suchen. Zudem kann man Duplikate zwischen den Schriftordnern auffinden und auflösen. Nutzt man Mac OS X 10.4, also den Tiger, lassen sich die installierten Schriften darüber hinaus auch noch auf bestehende Fehler untersuchen.

Schriftverwaltungsprogramme

Trotz der Möglichkeiten unter Mac OS X möchten die meisten Typografen und Grafiker ihre Schriftverwaltungsprogramme von Drittherstellern nicht mehr missen. Sie sortieren, katalogisieren, lassen Schriften ansehen, untersuchen diese auf Fehler und haben noch viele weitere Vorteile. Meist bieten die Programme auch noch eine verbesserte Integration in die Classic-Umgebung von Mac OS X, eine bessere Nutzung der Schriften unter Quark Xpress und InDesign und diverse Reparaturwerkzeuge für defekte Fonts. Nicht jedes Programm ist dabei aber für jeden Einsatzzweck geeignet, weshalb jeder Anwender seinen persönlichen Favoriten hat und jeder für sich das richtige Tool finden muss, deshalb sollte man vor dem Kauf (sofern das Programm nicht kostenlos zur Verfügung steht) die angebotene kostenlose Demoversion ausprobieren.

Adobe Type Manager

Unter Mac OS 9 nutzte man lange den Adobe Type Manager (kurz: ATM) als Schriftverwaltungs-Werkzeug. Die Entwicklung, der Verkauf und auch die Support-Unterstützung des ATM wurden aber von Adobe Ende 2005 endgültig eingestellt. Dennoch kann man die Adobe Type Manager Software noch immer bei Adobe kostenlos herunterladen. Dabei sind zwei Versionen (jeweils für Mac OS 9 und Windows erhältlich) zu unterscheiden: Die ATM Deluxe wurde 1996 eingeführt und beherrscht - anders als die Light-Version - auch die Verwaltung von Schriften. Dabei lassen sich die Fonts in sogenannte Sets gruppieren, einzeln aktivieren und deaktivieren und Schriften lassen sich relativ komfortabel suchen. Natürlich können auch Beispieltexte angezeigt werden. Unter Mac OS X ist ATM nicht nutzbar.

Suitcase Fusion von Extensis

Von Hersteller Extensis existierten bis vor einiger Zeit zwei getrennte Fontmanager, die beide ihre Stärken und Schwächen hatten: Suitcase und FontReserve. Nun vereinte das Unternehmen die Vorzüge beider Programme - Funktionalität von Font Reserve und Benutzerfreundlichkeit von Suitcase - im neuen Suitcase Fusion für Mac OS X. Hinter der aus Suitcase den Anwendern bereits bekannten Oberfläche verbergen sich aber auch einige Neuerungen: Sets lassen sich nun beliebig verschachteln, für Ordnung auf der Festplatte sorgt der neue "Font Tresor" und dank der Technologie mit dem Namen "Font Sense" ist eine dem Hersteller zufolge noch zuverlässigere Auto-Aktivierung von Fonts möglich. Darüberhinaus beherrscht das 100 US-Dollar teure Programm natürlich auch ein zuverlässiges, stabiles und müheloses Schriftenmanagement, Abschalten von Fontkonflikten, Problembehebung bei fehlerhaften Fonts (fehlende Schriften, beschädigte Schriften etc.) und die Befreiung von Problemen mit doppelten Schriften.

Font Agent Pro von Insider Software

Die ebenfalls 100 US-Dollar teure Standardversion von Font Agent Pro des Herstellers Insider Software für Mac OS X organisiert und verwaltet wie die Konkurrenzprodukte auch eine größere Anzahl von Schriften, die sich darüberhinaus aber auch ohne Server dank der Software gemeinsam nutzen lassen. Mit dem Update auf 3.1 Anfang Februar lassen sich neben den Standardanwendungen wie Verwaltung und Organisation in Sets sowie Reparatur von Schriften auch die Reparaturprozesse automatisch in regelmäßigen Intervallen durchführen, neue Sets anhand von Vergleichslisten erstellen und diverse Filter bei der Suche anwenden. Die Font-Datenbank lässt sich auf diese Weise nach diversen Suchkriterien wie Typ, Format, Familie, Status (Aktiv/Deaktiv/Shared) oder auch Kommentaren durchforsten. Neben diesen Verbesserungen wurde auch die Auto-Aktivierung der Schriften in einzelnen Programmen optimiert und das Programm bietet eine bessere Performance. Die 130 US-Dollar teure Workgroup Edition unterstützt zudem das Bereitstellen von Fonts in einem Netz per Bonjour. FontAgent Pro 3.1 läuft ab Mac OS X 10.2.8 oder höher. PlugIns für InDesign, Photoshop, Illustrator und QuarkXPress 5.x/6.x liegen der Installation bei.

FontExplorer X von Linotype

Seit Mitte September vergangenen Jahres ist der FontExplorer X von Linotype kostenlos für Mac OS 10.3.9 und höher erhältlich. Allein schon wegen des Preisvorteils schickt sich das Schriftverwaltungsprogramm an, seine Konkurrenten auf der Beliebtheitsskala der Anwender zu überholen. Darüber hinaus ist das Programm aber auch äussert professionell aufgebaut und leicht zu bedienen, denn es ist der Bedienung von iTunes angeglichen und bietet gleich Zugriff auf einen Shop, aus dem fehlende Schriften blitzschnell nachgekauft werden können. Doch neben dieser Tatsache kann der FontExplorer wie seine Konkurrenz die Schriften in seinem eigenen Ordnungssystem verwalten - allerdings liegt hierbei die Betonung auf können. Denn neben dieser Möglichkeit bietet einem das Programm bei der Installation auch an, bestehende Fonts unangetastet zu lassen oder sie nur in den Ordner des Programms zu kopieren. Natürlich bleiben auch nach einer Kopie die in der Schriftensammlung von Apple angelegten Gruppen erhalten und werden im FontExplorer dargestellt. So kann man problemlos von seiner bisherigen Verwaltung der Fonts unter der Schriftensammlung auf den FontExplorer umsteigen. In einem extra Darstellungsfenster, das sich ein- und ausblenden lässt, können die einzelnen Schriftschnitte in frei wählbaren Mustertexten, Schriftgrößen und Schriftschnitten begutachtet werden. Daneben zeigt ein Informationsfenster alle zu diesem Schriftschnitt vorhandenen Informationen an. Wie aus Suitcase vielen Benutzern bekannt, können auch im FontExplorer mehrere markierte Schriften zusammen betrachtet werden und die Zeichen eines Fonts lassen sich auch im Unicode-Bereich ansehen. Natürlich besitzt das Tool auch eine Auto-Aktivierung. Mit ihr ist es möglich, in allen gängigen Layoutprogrammen wie InDesign, QuarkXPress oder Illustrator die im Dokument benötigten Schriften automatisch bei Bedarf zu aktivieren. Und das alles mit einer Geschwindigkeit (selbst bei großen Schriftsammlungen), über die man nur staunen kann. Darüber hinaus bietet die Funktion "Systemfonts-Ordner aufräumen" die Möglichkeit, die Systemordner von allen nicht zur ursprünglichen Betriebssystem-Installation gehörenden Fonts zu befreien. Auch die integrierte Löschfunktion des Font-Caches erspart viel Arbeit und beschleunigt das System.

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