Schriftklassen für Fonts

24.06.2010 09:00:00
Diese Basics schaffen Überblick in der Typografie

Die Typografie ist eine der schönsten Spielwiesen von Kreativen. In der Fülle der Schriftarten gerät man jedoch schnell ins Typo-Dickicht. Eine erste Orientierung schaffen die Schriftklassen, die die Fonts in einzelne Kategorien einsortieren. Gang und gäbe ist die DIN 16518, die insgesamt elf Schubladen für die Fonts öffnet – von „I“ für die Venezianische Renaissance-Antiqua bis „XI“ für fremde Schriften.

Die klassische Antiqua


Quelle: Linotype GmbH Den Beginn im Schriften-Reigen macht die venezianische Renaissance-Antiqua. Fonts wie die Centaur oder Berkeley Old Style zeichnen sich durch die gute Lesbarkeit aus. Sie haben abgerundete Serifen und schräge Achsen. Deutlichere Strichstärkenunterschiede als bei der „I“ findet man unter „II“, der französischen Renaissance-Antiqua mit Fonts wie der Garamond oder der Palatino. Noch kräftiger treten die Strichstärkenunterschiede bei der Klasse „III“, der Barock-Antiqua zum Vorschein. Prominente Vertreter sind die Baskerville oder Caslon. Die Größenunterschiede zwischen Versalien und Oberlängen der Kleinbuchstaben werden kleiner. Unter „IV“ gruppieren sich die Schriften der klassizistischen Antiqua wie die Bodnoi. Hier sind die Oberlängen von Kleinbuchstaben und die Versalhöhen identisch.

Antiqua mit und ohne Serifen


Quelle: Linotype GmbH Die Schriften der serifenbetonte Linear-Antiqua versammeln sich in der Klasse „V“. Man nennt diese Fonts auch „Slab Serif“. Sie unterteilen sich in drei Gruppen: Die Egyptienne-Schriften wie die Rockwell zeigen eckige, die Clarendon-Fonts abgerundete Übergänge. Die Italienne-Schriften haben als Merkmale senkrechte Achsen bei den Rundungen, waagrechte Anstriche und Serifen, die dicker als der Grundstrich sind. Im Gegensatz dazu steht die serifenlose Linear-Antiqua, die auch unter der Bezeichnung „Grotesk“ bekannt ist. Unter dieser Klasse „VI“ fallen die Fonts Helvetica und Frutiger. Neben den fehlenden Serifen erkennt man diese Schriften an der gleichmäßigen Strichstärke. Alle Antiqua-Fonts, die sich nicht in die Klasse „I“ bis „VI“ einsortieren lassen, finden sich in der Klasse „VII“ wieder. Beispiele sind die Rotis und die Optima.

Schreibschrift und Handschrift


Quelle: Linotype GmbH Die Klasse „VIII“ ist für die Schreibschriften reserviert. Sie muten oft an wie mit der Feder gezeichnet und weisen zum Teil umfangreich geschmückte Anfangsbuchstaben auf. Auch der Wechselstrich kann als Merkmal dieser Fonts gelten, zu deren populärsten Vertretern die Zapfino und die englische Schreibschrift zählen. Die Schriften der Klasse „IV“, der handschriftlichen Antiqua, wirken noch stärker wie selbst geschrieben. Das lässt sich unter anderem an geschwungenen Großbuchstaben erkennen. Zu den Fonts mit handschriftlichem Charakter zählt man unter anderem die Mistral.

Gebrochene und fremde Schriften


Quelle: Linotype GmbH Mit dem umgangssprachlichen Namen „Fraktur“ lassen sich die gebrochenen Schriften der Klasse „X“ bezeichnen. Ein anderer Begriff ist „deutsche Schrift“. Unterteilt wird diese Gruppe noch einmal in die fünf Kategorien gotisch, rundgotisch, Schwabacher, Fraktur und Frakturvarianten. Bei den gotischen Varianten erscheinen alle runden Kleinbuchstaben gebrochen, während dieser Effekt bei den rundgotischen Schriften weniger stark ausfällt und bei den Schwabacher-Schriften am wenigsten ausgeprägt ist. Mitglieder der Untergruppe „Fraktur“ wirken am elegantesten. Alle gebrochenen Schriften, die sich nicht in eine dieser vier Kategorien einsortieren lassen, finden sich in der fünften wieder. Fremde Schriften aus der Klasse „XI“ verwenden dagegen Zeichen, die in unserer lateinischen Schrift nicht gebräuchlich sind. Kyrillische Schriftzeichen, griechische Buchstaben, das chinesische Schriftsystem: Sie alle fallen unter dieser Rubrik.

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