Schriftformat-Typen

15.03.2007 09:00:00
Das Wissen über die Unterschiede zwischen TrueType, Bitmap, PostScript und OpenType ist wichtig, um beim Layout vor Überraschungen gefeit zu sein ...

Einem Layouter kommt es bei Schriftschnitten meist nur darauf an, ob sie richtig dargestellt werden. Doch spätestens wenn man ein Textdokument mit gleichen Fonts auf einem Mac und unter Windows setzt kann es zu Problemen kommen: Unterschiedliche Laufweiten lassen andere Dokumente entstehen. Grund dafür sind veraltete und plattformabhängige Schriftarttypen, wie Bitmap oder TrueType. Dabei sind bei OpenType-Schriften sogar Schriftbesonderheiten wie Ligaturen oder Mediävalziffern mit im Schriftschnitt enthalten. Deshalb sollte sich, wer einen Kauf von Fonts erwägt, unbedingt vorher über die Unterschiede zwischen Bitmap, TrueType, PostScript und OpenType informieren.

Bitmap-Schriften

Die Bitmap-Schriften sind ein Relikt aus alten Zeiten. Denn in den Anfangszeiten des Computers waren sie die einzigen Schriftarten, die man auf einem Computerbildschirm darstellen konnte. Dieser Schriftartentyp besteht nur aus Pixeln, ist immer auf eine bestimmte Darstellungsgröße festgelegt und nicht beliebig skalierbar. Zwischengrößen wie 8,75 Punkt sind damit unmöglich. Der Vorteil dieser Schriften war jedoch zu damaligen Zeiten gravierend: Da keine computerinternen Umrechnungen notwendig waren, erreichten sie beste Darstellungsgeschwindigkeiten und nahmen wenig Speicherplatz in Anspruch. Deshalb findet man Bitmap-Schriften auch heute noch in diversen Schriftschnitten vor, allerdings nur als Ergänzung für die schnelle Bildschirmdarstellung.

Schriftformat TrueType

Im Jahr 1991 stellte Apple zusammen mit Microsoft einen weiteren Schriftartentyp vor: TrueType. Die unter diesem Standard erstellten Schriften eignen sich sowohl für den Bildschirm als auf für den Druck, da jeder Buchstabenschnitt als Vektorzug mittels einer Bézierkurve im Zeichensatz abgelegt wird. Damit lassen sich TrueType-Schriften (Endung des Dateinamens: .ttf) beliebig und ohne Qualitätsverluste skalieren. Erst bei der Ausgabe auf unterschiedlichen Geräten wie Bildschirm oder Drucker werden die Konturen mit Pixeln gefüllt und sozusagen "vollendet". Ein Nachteil dieser Schriften ist allerdings, dass sie nicht plattformübergreifend funktionieren und es unterschiedliche TTF-Dateien für Mac und für Windows gibt.

PostScript-Schriften

Der direkte Nachfolger der Bitmap-Schriften waren die PostScript-Schriften. Sie wurden Mitte der 80er Jahre von Adobe aus der 1984 entstandenen Seitenbeschreibungssprache PostScript entwickelt. PostScript setzte sich schnell als die Druckersprache schlechthin im Profibereich durch. Und auch die Vorteile der PostScript-Fonts verschafften diesen einen schnellen Durchbruch. Denn PostScript-Schriften basieren - wie später auch TrueType - auf Kurven anstatt auf Pixeln und lassen sich deshalb ohne Qualitätsverluste beliebig skalieren. PostScript-Schriften bieten eine gute Darstellung, sowie exakte Umrisse und Zeichenabstände. Die Schriftdateien bestehen zumeist aus je einer Datei für die Konturen, für die Zeichenabstände und für die Bildschirmdarstellungen (in festen Punktgrößen dort abgelegt) und sind auf dem Rechner in einem Schriftenkoffer zusammengefasst, von dem jedoch für Mac und Windows unterschiedliche Versionen existieren.

PostScript-Typen

Auch innerhalb der PostScript-Schriften gibt es verschiedene Formate, die Adobe im Laufe der Zeit noch weiter untergliedert hatte. PostScript Type1 ist dabei das Standardformat, dessen Support jedoch Ende 2005 von Adobe eingestellt wurde und das von der Grafik-Engine von Windows Vista (Avalon) nicht mehr unterstützt wird. Type1-Schriften bieten für heutige Verhältnisse eine schlechte Bildschirmoptimierung (feste Punktgrößen) und besitzen keine Unicode-Unterstützung, haben also nur Platz für maximal 256 Zeichen. Sie sind zudem nicht plattformübergreifend einsetzbar und die Schriften sind jeweils in mehrere Dateien aufgespalten, was unbequem für den Nutzer ist.

Weiterentwickelt wurde das Format zunächst in Type2 und Type3, die beide bis heute existieren, allerdings kaum eingesetzt werden. Häufiger zum Einsatz kommen die sogenannten PostScript MultipleMaster-Fonts, in denen Zeichenvariationen innerhalb einer Schrift abgelegt werden können. Ebenso handelt es sich bei Type0 um eine Erweiterung von Type1, bei der asiatische Schriften mit mehr als 256 Zeichen untergebracht werden können. Und Type42 ist ein Spezialformat für die Ausgabe von TrueType-Schriften auf PostScript-Druckern.

Was ist UniCode?
UniCode ist, ähnlich wie ASCII, ein Zeichencodierungssystem. Anders als ASCII, bei dessen insgesamt 256 Zeichen nur die ersten 128 Positionen fest definiert sind, besteht UniCode aus maximal 65.536 Zeichen. Jedem davon wird eine Nummer zugewiesen, plattform- und betriebsystemunabhängig. Dadurch wird jedem Zeichen einer beliebigen Sprache innerhalb einer Schriftart ein fester Code zugeordnet und die Schriftart kann jedes Sprachzeichen der Welt beinhalten. Die über 65.000 Zeichen müssen nicht alle belegt werden. In der heutigen Zeit der globalen Kommunikation bietet dies den Vorteil, dass Satzdateien unterschiedlicher sprachlicher Herkunft untereinander ausgetauscht werden können, ohne dass es zu leeren Stellen bei Sonderzeichen kommt - sie sind in der UniCode-Schriftart fest verankert.

OpenType als Nachfolger

Auf Grund der alten Technologie und der damit verbundenen Probleme (nur bis zu 256 Zeichen bei Type1), entschlossen sich Microsoft und Adobe zur Entwicklung eines Nachfolgers der PostScript-Type1- und TrueType-Fonts. Das im Jahr 2000 eingeführte OpenType vereinigt das Beste aus allen Zeichensatzwelten, indem es Schriftzeichenumrisse sowohl in TrueType als auch im PostScript-Format beinhalten kann, alle Vorteile von UniCode nutzt und plattformübergreifend ist. Mit anderen Worten: Eine im OpenType-Format vorliegende Schriftart funktioniert auf Macintosh- ebenso wie auf Windows-, Linux- oder Unix-Rechnern. Durch die UniCode-Basis kann es dazu die insgesamt 65535 Glyphen, d.h. grafische Schriftzeichen des Systems nutzen. OpenType-Schriftarten können deshalb einen erweiterten Schriftsatz, typographische Effekte, Sprachvarianten, Konturen, Metriken und erweiterte Layoutfunktionen beinhalten und wiedergeben. So ist eine bessere Sprachunterstützung und eine genauere typografische Steuerung mit nur einer Schriftartdatei möglich.

Dateiendungen von OpenType

OpenType-Schriftarten erkennt man nicht unbedingt an ihrer Endung, denn sie können sowohl TrueType- als auch PostScript-Informationen und Schriftzeichenumrisse beinhalten. Je nachdem, welche Informationen im Format abgelegt wurden, ändert sich deshalb die Endung der Schriftartdatei. OpenType-Schriftarten mit PostScript-Daten nutzen die Dateierweiterung .otf, während OpenType-Schriftarten auf der Grundlage von TrueType-Schriftarten die Erweiterung .ttf besitzen. Zudem können OpenType-Schriftarten einen erweiterten Schriftsatz und erweiterte Layoutfunktionen umfassen. Die Hersteller und "Schrift-Kaufhäuser" sind deshalb dazu übergegangen, Schriftarten mit besonders vielen Funktionen mit dem Zusatz "Pro" zu kennzeichnen. Vor dem Kauf einer OpenType-Schrift sollte man also gut recherchieren, welche Besonderheiten in dem Font integriert sind und welche fehlen.

Unterstützung von OpenType

Wenig problematisch ist inzwischen die Unterstützung des Fontformats durch Anwendungsprogramme. Adobes Creative Suite (ab Version CS) wie auch QuarkXPress (ab Version 7) können OpenType-Schriften auslesen und deren Funktionalität unter Windows und Mac voll ausnutzen. Schlechter bestellt ist es um Macromedia FreeHand MX oder Word. Sie erkennen weder die Funktionalitäten einer OpenType-Schrift, noch nutzen sie diese. Die Unterstützung der Schriftart wird exakt nach 256 Zeichen beendet. Pech hat deshalb, wer bei diesen Programmen eine OpenType-Schriftart nutzt, deren lateinischer Zeichensatz erst ab Codezeichen 257 beginnt.

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