Richtige Repros

05.11.2015 09:00:00
Das kann man doch scannen. Aber nur, wenn das Werk nicht größer als der Scanner ist! Dann schlägt die Stunde des klassischen Repros. Aber wie erstellt man richtige Repros?

Selbst A3-Scanner sind eine große Seltenheit auf dem Markt. Damit sind nicht nur Gemälde und Zeichnungen schnell zu groß. Auch Fotos, von denen es keine Negative mehr gibt, halten sich oft genausowenig an das A4-Format der Flachbettscanner. Aber trotzdem braucht man digitale Daten von der Kunst für Ausstellungskataloge, schöne Postkarten, Bewerbungen für das nächste Stipendium oder einfach nur die eigene Webseite. Wie stellt man es also an, dass die Betrachter auch digital erkennen, was analog geschaffen wurde?

Die Kamera

Eigentlich ist die Auflösung heutzutage nicht mehr das Problem, wenn 16 Megapixel eher die Untergrenze bei neuen Kameras darstellen. Doch was für die Homepage mehr als genug ist, wird schnell winzig, wenn es darum geht, ein 2x3 m großes Gemälde im Maßstab 1:1 wiederzugeben, um es für die Ausstellung zu schonen. So hängt die nötige Auflösung schlicht von der gewünschten Wiedergabegröße ab. Wer es riesig mag, sollte dann zu einer Fachkamera mit Stitchmöglichkeit oder einem Scan-Rückteil greifen. Aber wie in der High End-Liga, zählt auch bei der Standard-Systemkamera oder Spiegelreflex in erster Linie die Güte der Optik. Mäßig lichtstarke Festbrennweiten sind da meist sinnvoller als Zooms und zumindest wer auch kleinere Objekte reproduzieren will, sollte zu einem Makro-Ojektiv greifen.

Die Ausrichtung

Quelle: Kaiser-Fototechnik

Gerade, ganz gerade, das ist die erste Repropflicht. Dazu muss die Kamera parallel zum Objekt ausgerichtet werden. Wer häufig Bilder bis zum Format von ca. DIN A2 abfotografieren muss, für den lohnt sich ein Reprostativ mit höhenverstellbarer Säule und ausrichtbarem Kameraarm. Da freut man sich dann auch über das Klappdisplay oder die Wifi-Üertragung zum Tablet oder Rechner. Die Ausrichtung übernimmt die Wasserwaage, egal ob kameraintern oder -extern. Spätestens bei riesigen Gemälden ist dann irgendwann auch ein Reprotisch zu klein. Hier hilft es, wenn das Bild dort hinkommt, wo es später auch endet: an der Wand. Die Kamera kommt dann aufs Stativ. Mit einem Getriebeneiger lässt sie sich besonders exakt ausrichten. Noch eleganter lassen sich beispielsweise Plakate mit einer Vakuumsaugwand fix reproduzieren.

Das Licht

Quelle: fotopioniere.com

Das schönste Reprogestell nützt wenig ohne das passende Licht. Eine klassische Reprobeleuchtung arbeitet mit zwei seitlich, relativ flach einfallenden und möglichst identischen Lichtquellen, die man so abschatten sollte, damit sie auf keinen Fall direkt in das Objektiv leuchten. Zum Reprogestell gehören sie oft dazu, bei großen Gemälderepros muss man sie separat aufstellen. Ideal zum Ausmessen einer gleichmäßigen Beleuchtung ist ein Handbelichtungsmesser mit der Anzeige von Zehntelblendenstufen. Früher war die Farbtemperatur ein Riesenthema, heute erledigt das der Weißabgleich ganz einfach. Weniger Beachtung findet allerdings häufig die Farbwiedergabequalität der Lichtquelle. LEDs sind zwar verbrauchsarm, schneiden hier aber meist nicht so gut ab wie etwa Metallhalogenlampen oder Blitzanlagen.

Die Farbkarte

Quelle: fotopioniere.com

Das nahezu unverwechselbare Wiedererkennungszeichen für kunsthistorisch wertvolle Repros war seit alters her die gute alte Farbkarte, einst von Kodak, inzwischen längst von anderen Anbietern. Auch heute empfiehlt es sich durchaus, noch die Karte mit zu fotografieren. Dann lassen sich später am kalibrierten Bildschirm (!) die Farben leicht angleichen. Stimmen sie auf der Karte, stimmen sie auch auf dem Gemälde. Doch es gibt noch mehr Teilnehmer am Kartenspiel. Die Weißabgleichskarte macht jede Farbtemperatur nutzbar und wer eine moderne Version der Farbkarte sucht, kann beispielsweise mit einem X-Rite Colorchecker gleich noch ein Kameraprofil erstellen. Und der nächste Katalog kann kommen.

 

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